Gründer im Gespräch

Augsburger Startup Planstack will die Baubranche digitalisieren

Stapel von Planungsunterlagen durch eine Software austauschen – das haben Linda Mayr, Jonas Junge, Sascha Schütz und Alexander Koslowski vor. Zwei der Gewinner des „Augsburg gründet!“ Startup-Slams 2018 erzählen im persönlichen Gespräch von ihren Plänen.

Es war ihr erster Pitch vor großem Publikum, verraten Linda Mayr und Jonas Junge. Sie sei aufgeregt gewesen, gibt Mayr zu. „Bei anderen Pitches, die ich gemacht habe, war ich lockerer. Aber wir haben uns sehr gut vorbereitet.“ Das hat sich am Ende ausgezahlt. Die „Baulöwin und ihre drei Programmierer“ setzte sich gegen ihre Mitbewerber durch und nahmen die Trophäe mit nach Hause. Doch bisher ist es nur eine Idee.

Startschuss für die Entwicklung

Planstack steckt noch in der Gründungsphase. Im September erhielten die vier einen positiven Bescheid für das EXIST-Gründerstipendium. „Intern geht’s jetzt richtig los“, erklärt Jonas Junge. „Wir fangen jetzt an, das MVP (Minimum Viable Product) richtig zu entwickeln. Davor hatten wir einen Prototyp und eine Konzeption. Das überarbeiten wir nun vollkommen. Wir schauen: Was brauchen wir wirklich, was lassen wir raus“, ergänzt Linda Mayr. Das soll Hand in Hand mit den Pilotkunden geschehen, um nicht an deren Bedürfnissen vorbei zu entwickeln.

„Den gesamten Bauablauf digital simulieren“

Die Gründer richten sich mit Planstack an Bauunternehmen. Es ist eine B2B Software. Aber auch Eigentümer und Nachunternehmer nützen sie. „Das Ganze ist eine Webapplikation, also eine Webanwendung, auf unserer Webseite“, so Jonas Junge. Er beschäftigt sich mit der technischen Umsetzung auch in seiner Masterarbeit. „BIM ist da so ein Schlagwort. Das will auch jeder umsetzen. Nur leider scheitert es momentan daran, dass die Prozesse sich so langsam umstellen“, erklärt er weiter. „Bei BIM geht es darum, alle relevanten Informationen eines Gebäudes digital abzubilden und bearbeiten zu können. Grundlage ist ein 3D-Modell. Jedes Bauteil weiß, was es ist. Daran können weitere Informationen gehängt werden, wie Materialkosten, Wartungsintervalle, teilweise Anleitungen zum Einbau.“ Linda Mayr fasst es nochmal zusammen: „Man kann den gesamten Bauablauf digital simulieren und sieht gleich: wo sind Schwachstellen? Das wird in mehreren Ländern bereits eingesetzt und langsam kommt es in Deutschland an.“

„Noch läuft alles auf der Baustelle analog ab“

Doch bisher geht es digital nur sehr langsam auf den Baustellen voran. Bei einem Praktikum in der Bauleitung wurde Linda Mayr erstmals darauf aufmerksam. „Noch läuft alles auf der Baustelle analog ab“, erklärt sie. Doch: „Man merkt, jüngere Bauleiter rücken nach, die wollen ihr Handy und ein Tablet benutzen. Der Trend kommt langsam an.“ Darum sei das Potenzial in der Branche sehr groß. Woran es bisher gescheitert ist? „Viele wollen sich nicht umgewöhnen und einarbeiten. Sie denken, es sei Mehraufwand, weil sie die Möglichkeiten nicht sehen“, versucht Jonas Junge es zu erklären. „Aber die Komplexität steigt. Die ganzen Vorschriften die rein müssen – das kann man nicht mehr einfach mit 2D-Plänen, Exceltabellen oder handschriftlich bewältigen“, ist sich Linda Mayr sicher. Darum griff sie das Thema in ihrer Bachelorarbeit auf und Sascha Schütz erarbeitet ein Jahr später ein Software-Konzept.

„Den Traum von einer eigenen Firma hatten wir schon immer“

Gründen war bisher eigentlich nicht Linda Mayrs Ziel. „Bei mir ist das sehr spontan passiert. Jonas und Sascha wollten schon immer etwas gründen“, verrät sie. „Wir haben schon in der Schule angefangen, dass wir gerne Apps entwickeln wollten. Den Traum von einer eigenen Firma hatten wir schon immer“, bestätigt Jonas Junge. Jetzt hätten sie „die richtige Idee, mit der ein Durchbruch möglich ist“. Im dritten Jahr wollen sie, laut Businessplan, Gewinne erzielen. Doch „es hängt an vielen Kleinigkeiten“. Noch schreiben die beiden an ihren Masterarbeiten. Sascha Schütz und Alexander Koslowski sind Vollzeit mit Planstack beschäftigt.

Release 2019

Unterstützung erhalten sie unter anderem vom Digitale Zentrum Schwaben (DZ.S). Im aiti-Park hat Planstack auch seine Büroräume. Dort seien viele Startups von EXIST. Man könne sich über Probleme und Lösungen austauschen, Kontakte vermitteln und so auch Fragen zu Themen wie Steuer und Recht klären.

Auf Investorensuche möchten die vier wohl in etwa sechs Monaten gehen. „Investitionsmäßig hatten wir schon ein Angebot, aber da wurde uns geraten, das mit Vorsicht zu behandeln und erstmal unser Produkt zu entwickeln“, so Linda Mayr. Das soll bis kommenden Herbst 2019 abgeschlossen werden. Im Winter 2019 rechnet sie mit einem Release von Planstack.

Alle weiteren Details lesen Sie hier im Interview.

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Es war ihr erster Pitch vor großem Publikum, verraten Linda Mayr und Jonas Junge. Sie sei aufgeregt gewesen, gibt Mayr zu. „Bei anderen Pitches, die ich gemacht habe, war ich lockerer. Aber wir haben uns sehr gut vorbereitet.“ Das hat sich am Ende ausgezahlt. Die „Baulöwin und ihre drei Programmierer“ setzte sich gegen ihre Mitbewerber durch und nahmen die Trophäe mit nach Hause. Doch bisher ist es nur eine Idee.

Startschuss für die Entwicklung

Planstack steckt noch in der Gründungsphase. Im September erhielten die vier einen positiven Bescheid für das EXIST-Gründerstipendium. „Intern geht’s jetzt richtig los“, erklärt Jonas Junge. „Wir fangen jetzt an, das MVP (Minimum Viable Product) richtig zu entwickeln. Davor hatten wir einen Prototyp und eine Konzeption. Das überarbeiten wir nun vollkommen. Wir schauen: Was brauchen wir wirklich, was lassen wir raus“, ergänzt Linda Mayr. Das soll Hand in Hand mit den Pilotkunden geschehen, um nicht an deren Bedürfnissen vorbei zu entwickeln.

„Den gesamten Bauablauf digital simulieren“

Die Gründer richten sich mit Planstack an Bauunternehmen. Es ist eine B2B Software. Aber auch Eigentümer und Nachunternehmer nützen sie. „Das Ganze ist eine Webapplikation, also eine Webanwendung, auf unserer Webseite“, so Jonas Junge. Er beschäftigt sich mit der technischen Umsetzung auch in seiner Masterarbeit. „BIM ist da so ein Schlagwort. Das will auch jeder umsetzen. Nur leider scheitert es momentan daran, dass die Prozesse sich so langsam umstellen“, erklärt er weiter. „Bei BIM geht es darum, alle relevanten Informationen eines Gebäudes digital abzubilden und bearbeiten zu können. Grundlage ist ein 3D-Modell. Jedes Bauteil weiß, was es ist. Daran können weitere Informationen gehängt werden, wie Materialkosten, Wartungsintervalle, teilweise Anleitungen zum Einbau.“ Linda Mayr fasst es nochmal zusammen: „Man kann den gesamten Bauablauf digital simulieren und sieht gleich: wo sind Schwachstellen? Das wird in mehreren Ländern bereits eingesetzt und langsam kommt es in Deutschland an.“

„Noch läuft alles auf der Baustelle analog ab“

Doch bisher geht es digital nur sehr langsam auf den Baustellen voran. Bei einem Praktikum in der Bauleitung wurde Linda Mayr erstmals darauf aufmerksam. „Noch läuft alles auf der Baustelle analog ab“, erklärt sie. Doch: „Man merkt, jüngere Bauleiter rücken nach, die wollen ihr Handy und ein Tablet benutzen. Der Trend kommt langsam an.“ Darum sei das Potenzial in der Branche sehr groß. Woran es bisher gescheitert ist? „Viele wollen sich nicht umgewöhnen und einarbeiten. Sie denken, es sei Mehraufwand, weil sie die Möglichkeiten nicht sehen“, versucht Jonas Junge es zu erklären. „Aber die Komplexität steigt. Die ganzen Vorschriften die rein müssen – das kann man nicht mehr einfach mit 2D-Plänen, Exceltabellen oder handschriftlich bewältigen“, ist sich Linda Mayr sicher. Darum griff sie das Thema in ihrer Bachelorarbeit auf und Sascha Schütz erarbeitet ein Jahr später ein Software-Konzept.

„Den Traum von einer eigenen Firma hatten wir schon immer“

Gründen war bisher eigentlich nicht Linda Mayrs Ziel. „Bei mir ist das sehr spontan passiert. Jonas und Sascha wollten schon immer etwas gründen“, verrät sie. „Wir haben schon in der Schule angefangen, dass wir gerne Apps entwickeln wollten. Den Traum von einer eigenen Firma hatten wir schon immer“, bestätigt Jonas Junge. Jetzt hätten sie „die richtige Idee, mit der ein Durchbruch möglich ist“. Im dritten Jahr wollen sie, laut Businessplan, Gewinne erzielen. Doch „es hängt an vielen Kleinigkeiten“. Noch schreiben die beiden an ihren Masterarbeiten. Sascha Schütz und Alexander Koslowski sind Vollzeit mit Planstack beschäftigt.

Release 2019

Unterstützung erhalten sie unter anderem vom Digitale Zentrum Schwaben (DZ.S). Im aiti-Park hat Planstack auch seine Büroräume. Dort seien viele Startups von EXIST. Man könne sich über Probleme und Lösungen austauschen, Kontakte vermitteln und so auch Fragen zu Themen wie Steuer und Recht klären.

Auf Investorensuche möchten die vier wohl in etwa sechs Monaten gehen. „Investitionsmäßig hatten wir schon ein Angebot, aber da wurde uns geraten, das mit Vorsicht zu behandeln und erstmal unser Produkt zu entwickeln“, so Linda Mayr. Das soll bis kommenden Herbst 2019 abgeschlossen werden. Im Winter 2019 rechnet sie mit einem Release von Planstack.

Alle weiteren Details lesen Sie hier im Interview.

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