Diskussion

Staatstheater Augsburg: Ist eine Dezentralisierung sinnvoll?

Nachdem die Kosten für die Theater-Sanierung im Sommer nochmals explodiert waren, flammt die Diskussion um die Augsburger Spielstätte wieder auf. Sollte das Gebäude dezentralisiert werden? Eine Stellungnahme des Kulturreferenten.

Die gegenwärtige Diskussion über eine Abweichung von dem Konzept und die Dezentralisierung der Spielstätten sei weder mit der gegenwärtigen Beschlusslage noch mit den Förderanträgen vereinbar, so die Kernthese des Kulturreferenten. Denn der staatliche Zuschuss für die Sanierung der Augsburger Spielstätte, war und ist an vertragliche Richtlinien gebunden. Gerade die ganzheitliche Sicht auf den Betrieb und die Optimierung der künstlerischen Arbeitsbedingungen sowie die damit verbundene Stärkung des Kulturprofils der Metropole Augsburg haben dazu beigetragen, dass der Höchstfördersatz von 75 Prozent für dieses Projekt zugesichert wurde. 

Jährliche Gesamtmieten von 1,5 Millionen Euro

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Die finanziellen Folgen einer solchen Dezentralisierung könnten gravierend sein. Das Staatstheater ist in allen derzeit genutzten Liegenschaften Mieter, so Weitzel. Dabei wird eine jährliche Gesamtmiete von rund 1,5 Millionen Euro ausgegeben. Der mit dem Freistaat verhandelte Vertrag sieht nur eine temporäre Beteiligung an diesen Ausgaben vor.

Eine Abweichung vom zentralen Standortkonzept war damals nicht Gegenstand der Verhandlungen. Grundsätzlich stellt zwar die Stadt die Gebäude für den Theaterbetrieb zur Verfügung. Sollten die Interimsorte aber als dauerhafte Spielstätten geführt werden, müssten die Miet-Kosten allein von der Stadt getragen werden.

Bei dauerhafter Nutzung des Gaswerks würden siebenstellige Kosten anfallen

Ebenso wäre zu berücksichtigen, dass die Interimsspielstätten im Hinblick auf einen dauerhaften Betrieb nachgerüstet werden müssten. Allein die Einbauten, wie die Technik oder Tribüne, in der Brechtbühne sind als gebrauchte Materialien vom Kennedyplatz übernommen worden. Hier wie im Martinipark würden bei einer dauerhaften Nutzung weitere siebenstellige Investitionen in die bauliche Substanz wie in die Technik anfallen.

Logistik-Kosten sind schon jetzt explodiert

Dauerhaft würden sich darüber hinaus die Logistikkosten durch Fahrten mit Material, Technik und erhöhten Personalaufwand niederschlagen. Durch das Interim und die Andienung der Spielorte musste der Fuhrpark des Theaters bereits jetzt verdoppelt werden. Ebenso stellt Kulturreferent Weitzel fest: „Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung können mit der Aufgabe des Grundkonzepts nicht mehr realisiert werden. Damit wird die Chance für ein kulturelles Zentrum in der Stadtmitte vergeben, das vielen gesellschaftlichen Bedürfnissen Rechnung tragen soll.“

Insbesondere die Multifunktionsbühne sollte neue performative und szenografische Formen ermöglichen und den künstlerischen Ansprüchen eines Staatstheaters gerecht werden. „In einer Großstadt sollte man grundsätzlich über einen Raum verfügen, der nicht nur auf die Frontalbespielung setzt und andere Publikumserfahrungen ermöglicht“, so Weitzel.

Zentraler Standort belebt Viertel und Innenstadt

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Darüber hinaus ist für Weitzel das Staatstheater auch zur Belebung und Attraktivitätssteigerung der Innenstadt von großer Bedeutung. Durch einen zentralen Theaterstandort erhoffe man sich neben der kulturellen Belebung gleichzeitig auch positive Effekte für die vielen Gewerbetreibenden im Theaterquartier und in der gesamten Einkaufsinnenstadt. Weitzel möchte grundsätzlich festhalten, dass man sich mit Bauteil 2 in der Phase der Vorentwurfsplanung befindet, zu denen noch keine abschließenden Kosten vorliegen. Erst auf der Basis der nun zu erarbeitenden Kostenschätzung kann der Stadtrat eine Entscheidung treffen, bei der alle Belange abgewogen werden können.

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Die gegenwärtige Diskussion über eine Abweichung von dem Konzept und die Dezentralisierung der Spielstätten sei weder mit der gegenwärtigen Beschlusslage noch mit den Förderanträgen vereinbar, so die Kernthese des Kulturreferenten. Denn der staatliche Zuschuss für die Sanierung der Augsburger Spielstätte, war und ist an vertragliche Richtlinien gebunden. Gerade die ganzheitliche Sicht auf den Betrieb und die Optimierung der künstlerischen Arbeitsbedingungen sowie die damit verbundene Stärkung des Kulturprofils der Metropole Augsburg haben dazu beigetragen, dass der Höchstfördersatz von 75 Prozent für dieses Projekt zugesichert wurde. 

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Eine Abweichung vom zentralen Standortkonzept war damals nicht Gegenstand der Verhandlungen. Grundsätzlich stellt zwar die Stadt die Gebäude für den Theaterbetrieb zur Verfügung. Sollten die Interimsorte aber als dauerhafte Spielstätten geführt werden, müssten die Miet-Kosten allein von der Stadt getragen werden.

Bei dauerhafter Nutzung des Gaswerks würden siebenstellige Kosten anfallen

Ebenso wäre zu berücksichtigen, dass die Interimsspielstätten im Hinblick auf einen dauerhaften Betrieb nachgerüstet werden müssten. Allein die Einbauten, wie die Technik oder Tribüne, in der Brechtbühne sind als gebrauchte Materialien vom Kennedyplatz übernommen worden. Hier wie im Martinipark würden bei einer dauerhaften Nutzung weitere siebenstellige Investitionen in die bauliche Substanz wie in die Technik anfallen.

Logistik-Kosten sind schon jetzt explodiert

Dauerhaft würden sich darüber hinaus die Logistikkosten durch Fahrten mit Material, Technik und erhöhten Personalaufwand niederschlagen. Durch das Interim und die Andienung der Spielorte musste der Fuhrpark des Theaters bereits jetzt verdoppelt werden. Ebenso stellt Kulturreferent Weitzel fest: „Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung können mit der Aufgabe des Grundkonzepts nicht mehr realisiert werden. Damit wird die Chance für ein kulturelles Zentrum in der Stadtmitte vergeben, das vielen gesellschaftlichen Bedürfnissen Rechnung tragen soll.“

Insbesondere die Multifunktionsbühne sollte neue performative und szenografische Formen ermöglichen und den künstlerischen Ansprüchen eines Staatstheaters gerecht werden. „In einer Großstadt sollte man grundsätzlich über einen Raum verfügen, der nicht nur auf die Frontalbespielung setzt und andere Publikumserfahrungen ermöglicht“, so Weitzel.

Zentraler Standort belebt Viertel und Innenstadt

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Darüber hinaus ist für Weitzel das Staatstheater auch zur Belebung und Attraktivitätssteigerung der Innenstadt von großer Bedeutung. Durch einen zentralen Theaterstandort erhoffe man sich neben der kulturellen Belebung gleichzeitig auch positive Effekte für die vielen Gewerbetreibenden im Theaterquartier und in der gesamten Einkaufsinnenstadt. Weitzel möchte grundsätzlich festhalten, dass man sich mit Bauteil 2 in der Phase der Vorentwurfsplanung befindet, zu denen noch keine abschließenden Kosten vorliegen. Erst auf der Basis der nun zu erarbeitenden Kostenschätzung kann der Stadtrat eine Entscheidung treffen, bei der alle Belange abgewogen werden können.

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