Kulturveranstaltung

Brechtfestival Augsburg 2020: So kam das neue Konzept an

Augsburgs beliebte Kulturveranstaltung, das Brechtfestival, fand nach zehn Tagen seinen Abschluss. Dies war am Festival zu Ehren des Dramatikers geboten.

Zehn Tage lang drehte sich in Bertolt Brechts Geburtsstadt alles um den Dramatiker, Librettist und Lyriker – sogar ein Riesenrad diente als Bühne, als Reminiszenz an die Leidenschaft Brechts für das Augsburger Volksfest, den Plärrer. Selten gespielte Lehrstücke und Heiner Müllers Werk konnte vielen Augsburgern nähergebracht werden. Müller, der als literarischer Erbe Brechts gilt, war mehrfach im Programm vertreten.

Neues Konzept

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Die Festivalleiter Tom Kühnel und Jürgen Kuttner erprobten diesmal ein neues Festival-Konzept auf dem Areal des Staatstheaters, bei dem mehrere unterschiedliche Bühnen gleichzeitig und nacheinander bespielt wurden. Zudem war Volksfeststimmung samt Wandeln von Ereignis zu Ereignis, Gedränge und der Duft gebrannter Mandeln mit vorgesehen. Sich treiben zu lassen, Unerwartetes und Neues aufzuschnappen, war die Idee. Dass möglicherweise nicht alle Gäste alles sehen konnten sei Teil des künstlerischen Konzepts gewesen, wie Kuttner von Anfang an immer wieder herausstellte: „Wenn auf dem Rummel die Geisterbahn voll ist, dann ist sie eben voll.“

Sollte das Spektakel-Konzept weiter Teil des Brechtfestivals sein, wollen es die künstlerischen Leiter verbessern und weiterentwickeln. „Mit zahlreichen unterschiedlichen Formaten ermöglichten die künstlerischen Leiter Kuttner und Kühnel einen polyperspektivischen Blick, der Brecht vom Image des Schulklassikers befreite und ihn zurückführte auf seine diskursive Kraft, da seine gesellschaftspolitischen Fragen auch den Nerv unserer von Fliehkräften geprägten Zeit treffen“, erklärt Kulturreferent Thomas Weitzel.

Mehr als 6.000 Besucher

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Über 6.000 Besucher unterschiedlichsten Alters und verschiedener Publikumsschichten zählte das Brechtfestival in diesem Jahr. Die Gäste reisten zum Teil von weit an. Bei den zwei Spektakel-Abenden kamen auch Gäste wie Corinna Harfouch, Charly Hübner, Maren Eggert, Milan Peschel, Lars Eidinger und Hanna Hilsdorf nach Augsburg. 

Viele der Veranstaltungen waren ausverkauft, so zum Beispiel die Lange Brechtnacht mit The Notwist, Gisbert zu Knyphausen, Fatoni und Voodoo Jürgens, die zu den Höhepunkten im Festivalprogramm zählte. Auch die Verleihung des Bertolt-Brecht-Preises an Sibylle Berg im Rahmen des Festivals stieß auf großes Interesse und sorgte für einen vollen Goldenen Saal im Augsburger Rathaus.

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