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Spitzenkandidat Generation Aux: „AUX 2036 ist strategische Antwort auf neue Realität“
Kommunalwahl 2026: Die Spitzenkandidaten in Augsburg im Interview

Spitzenkandidat Generation Aux: „AUX 2036 ist strategische Antwort auf neue Realität“

Raphael Brandmiller ist Spitzenkandidat der Generation Aux für die Kommunalwahl 2026 in Augsburg. Foto: Augsburger Lehmbaugruppe GmbH
Raphael Brandmiller ist Spitzenkandidat der Generation Aux für die Kommunalwahl 2026 in Augsburg. Foto: Augsburger Lehmbaugruppe GmbH

Raphael Brandmiller ist Spitzenkandidat der Generation Aux für den Augsburger Stadtrat. Im Rahmen der Kommunalwahl 2026 spricht er darüber, wie mehr Wohnraum entstehen kann, und über eine „Augsburg S-Bahn“ zum Münchner Flughafen.

B4BSCHWABEN.de: In drei Sätzen: Was ist Ihre Vision für Augsburgs Zukunft?

Raphael Brandmiller: Eine Stadt, die ihre industrielle Tradition mit neuer Innovationskraft verbindet. Eine Stadt, die Talente anzieht, Unternehmen stärkt, klimafreundliche Produktion ermöglicht und Mobilität, Infrastruktur sowie Bildung konsequent weiterentwickelt. Eine Stadt, die ihre Transformation in einer sich wandelnden Welt erfolgreich gestaltet und wirtschaftlichen Erfolg, soziale Teilhabe und ökologische Verantwortung als gemeinsame strategische Aufgabe versteht.

Wie möchte Ihre Partei den Wirtschaftsstandort Augsburg stärken?

Wir haben einen konkreten Umsetzungsplan für den Wirtschaftsstandort Augsburg entwickelt. Mit klaren Umsetzungsschritten und messbaren Kennzahlen. Wir legen hier einen Fokus, weil Augsburg aus der Spirale raus muss, dass die Stadt kein Geld hat und nie welches haben wird. Schwerpunkte sind eine zentrale, kundenorientierte Wirtschaftsförderung, mit „One-Stop“-Prinzip: ein Ansprechpartner für sämtliche Anliegen. Wir stärken den Mittelstand, entwickeln eine koordinierte Gründerstrategie und bauen konkrete Zukunftscluster in Bereichen wie digitale Produktion, Medizintechnik und Energieeffizienz auf. Fachkräfte sichern wir durch Weiterbildung und aktives Standortmarketing.

Generation Aux will bei der Kommunalwahl 2026 wieder in den Augsburger Stadtrat einziehen. Der Verein sieht sich nicht parteipolitisch und unterstützt deshalb aktuell keinen OB-Kandidaten. Im Falle einer Stichwahl werde die Situation neu bewertet. Foto: B4B
Generation Aux will bei der Kommunalwahl 2026 wieder in den Augsburger Stadtrat einziehen. Der Verein sieht sich nicht parteipolitisch und unterstützt deshalb aktuell keinen OB-Kandidaten. Im Falle einer Stichwahl werde die Situation neu bewertet. Foto: B4B

Was sind Ihre wichtigsten Maßnahmen, um kleine und mittelständische Unternehmen in Augsburg zu stärken – jenseits von Allgemeinplätzen wie „Entbürokratisierung“?

  1. Talente gewinnen und halten: Gemeinsam mit der Technischen Hochschule, der Uni Augsburg und der städtischen Bildungslandschaft wird eine Fachkräftestrategie zur Entwicklung und Gewinnung von Fachkräften aus dem In- und Ausland entwickelt und umgesetzt. Gemeinsam mit der Wirtschaft werden wir „Talent- and Worker-Flats“ umsetzen, um notwendigen Wohnraum für Angestellte und Azubis zu schaffen. Zudem schaffen wir für internationale Fachkräfte in der Augsburger Innenstadt ein Welcome Center, das alle notwendigen Services und Dienstleistungen für einen erfolgreichen Start in Augsburg an einem Ort bündelt.
  2. Schaffung einer zentralen Wirtschaftsförderung: Die Wirtschaftsförderung muss zu einer schlagkräftigen Einheit werden, statt wie heute in aufgeteilten Zuständigkeiten zu agieren. Wir möchten nach dem Prinzip „Ein Ansprechpartner pro Unternehmen“ („One Face To The City“) eine Wirtschaftsförderung schaffen, die serviceorientiert, kundenzentriert, auf Augenhöhe und verbindlich agiert. Diese könnte sowohl innerhalb der Stadtverwaltung als auch als eigenständige GmbH fungieren. Sie hat klare Zuständigkeiten für alle Anliegen von Unternehmen oder Investoren und fungiert als sogenannter „One-Stop-Shop“, als zentrale Anlaufstelle für Ansiedlungen und Genehmigungen. Mit schnellen Verfahren, kürzeren Durchlaufzeiten und weniger Reibungsverlusten.

Augsburg steht wie viele Kommunen finanziell unter Druck. Welche Investitionen in Wirtschaft und Infrastruktur haben für Sie trotz knapper Kassen oberste Priorität?

Die Einführung unseres „Augsburg Standards“ beim Wohnungsbau. Denn mangelnden Wohnraum sehen wir als die aktuell existenziellste Frage für die Menschen in Augsburg. Gleichzeitig ist das Vorhandensein von ausreichend Wohnraum essenzielle Voraussetzung für die Entwicklung einer Stadt.

Die Augsburg S-Bahn, die nicht nur den Augsburger Westen besser erschließt und sowohl das Gaswerk als auch das Universitätsklinikum endlich attraktiv an den ÖPNV anbindet, sondern auch eine direkte S-Bahn-Verbindung nach München und zum Flughafen München ermöglicht. Sie kann durch Elektrifizierung bestehender Gütergleise schneller und günstiger umgesetzt werden als die lange versprochene Linie 5 und würde der geplanten AVV‑MVV‑Fusion endlich wirklich Sinn geben. Zudem die Umgestaltung der Maximilianstraße, die wir nach dem Vorbild des Rothschild Boulevards in Tel Aviv zu einem urbanen Boulevard entwickeln möchten, der Aufenthaltsqualität schafft und den öffentlichen Raum neu ordnet. Dies kann nicht nur ein Impuls für eine der zentralen Achsen unserer Stadt sein, sondern auch der aktuell schwächelnden Innenstadt einen dringend notwendigen Schub geben. Eine Nord-Süd-Radachse durch die Innenstadt, die Entwicklung Oberhausens zum Augsburger Innovationsquartier und die Umsetzung des Projekts „creative Bureaucracy“, weil dies Voraussetzung für vieles andere ist.

Welches Potenzial sehen Sie, das im Wirtschaftsstandort Augsburg bisher noch nicht ausgeschöpft oder beachtet wurde?

Augsburg steht – wie Städte weltweit – inmitten tiefgreifender Umbrüche. Vieles, was gestern noch selbstverständlich war, trägt heute nicht mehr. Globale Lieferketten verschieben sich, technologische Zyklen verkürzen sich dramatisch, Energie und Klimafragen werden zu zentralen Standortfaktoren und Arbeitsmärkte verändern sich schneller als je zuvor. Wirtschaftliche Stabilität, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand entstehen nicht länger aus gewohnten Routinen, sondern aus der Fähigkeit, sich aktiv an Wandel und Transformation anzupassen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen und sie erfolgreich zu meistern, haben wir einen Plan entwickelt: AUX 2036 – der Businessplan für die Stadt. AUX 2036 ist die strategische Antwort auf die neue Realität. Er versteht sich als Businessplan für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Stadt – mit klaren Prioritäten, messbaren Zielen und einem strukturierten Umsetzungspfad. Inspiriert vom London Growth Plan übersetzt er internationale Best Practices in ein Modell, das auf die spezifischen Stärken und Herausforderungen Augsburgs zugeschnitten ist: industrielle Kompetenz, hohe Lebensqualität, Forschungsnähe und ein dynamischer Mittelstand.

Augsburg soll sich in den nächsten zehn Jahren zu einer dynamischen, resilienten und sozial inklusiven Wirtschaftsregion entwickeln, die ihre traditionellen Stärken im produzierenden Gewerbe und Maschinenbau, sowie in der Luftfahrtindustrie hat, aber auch moderne Schwerpunkte in Digitalisierung, KI, Klimatechnologien, Med.-Tech und wissensbasierter Wertschöpfung setzt. Eine Stadt mit Innovationsorientierung und starker Kreativwirtschaft, Klimatechnologien und wissensbasierter Wertschöpfung. Ziel ist es, nachhaltiges Wachstum zu fördern, qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Unternehmen gegenüber nationalen und internationalen Standorten zu stärken – ohne dabei soziale Teilhabe und ökologische Nachhaltigkeit zu vernachlässigen. Augsburg braucht eine gezielte Innovationsförderung, die Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen verbindet. Kernmaßnahmen sind der Ausbau von Transferstrukturen zwischen Universität, Fachhochschule und Unternehmen, gezielte Förderprogramme für Kooperationsprojekte sowie die Schaffung von Innovationsräumen und Inkubatoren.

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