Corona-Virus

So will der Landkreis Augsburg das Corona-Virus eindämmen

Die Zahl der Neuinfektionen im Augsburger Land steigen beinahe täglich. Wie der Landkreis die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle bringen will, hat Landrat Martin Sailer am Freitag in einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

Seit den ersten positiven Befunden im Landkreis in der vergangenen Woche ist die Zahl der Neuinfektionen im Augsburger Land beinahe täglich gestiegen, von einer hohen Dunkelziffer sei auszugehen. Bislang wurden hier 29 Krankheitsfälle registriert, über 200 Personen befinden sich in Quarantäne. „Unsere bisherige Verfahrensweise, Verdachtsfälle zu testen und die Kontaktpersonen im persönlichen und beruflichen Umfeld zu ermitteln und zu isolieren, wird alleine nicht ausreichen“, erklärte Landrat Martin Sailer im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag im Landratsamt Augsburg.

Corona-Virus eindämmen: Bestehende Strategie wird erweitert

Das liege vor allem an der Geschwindigkeit, mit der sich das Virus verbreite. „Nicht nur unsere Behörden arbeiten am Limit ihrer Kapazitäten, auch unsere Kliniken drohen unter der steigenden Last zu kollabieren“, sagte der Landrat. Im Trend sei in Deutschland der gleiche exponentielle Anstieg an Neuinfektionen zu beobachten wie in anderen Ländern. „Wir haben momentan noch die Chance, frühzeitig zu handeln und die Ausbreitungsgeschwindigkeit zu verlangsamen und damit unser Gesundheitssystem zu entlasten, bevor es zu spät ist“, so Sailer. Aus diesem Grund müsse die bestehende Strategie im Umgang mit dem Coronavirus erweitert werden.

Landrat apelliert an alle Bürger

Um die Ausbreitung des Erregers zu verlangsamen sind neben Vereinen, Verbänden oder anderen Organisationen auch alle Bürgerinnen und Bürger privat gefordert: „Wir alle müssen unser Verhalten ändern, unsere Sozialkontakte auf ein Minimalmaß reduzieren und jegliche verzichtbare Veranstaltung rigoros meiden oder absagen“, sagte Landrat Sailer im Zuge der Pressekonferenz. Das Prinzip sei simpel: Wer sich selbst vor einer Ansteckung schützt, handelt auch seinen Mitmenschen gegenüber verantwortungsvoll. „Bitte denken Sie an diejenigen unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger, für die eine Erkrankung durch den Corona-Erreger ein lebensbedrohliches Problem darstellen könnte – ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen“, appellierte der Landrat. Der Aufruf richte sich insbesondere auch an Veranstalter, die bislang noch an der Durchführung ihrer Pläne festhalten. Er fordert auch, die geplante Bischofsweihe abzusagen. Mithilfe eines eigens dafür produzierten Videos, das der Landkreis über die sozialen Medien verbreitet, soll die Botschaft möglichst viele Menschen erreichen.

Landrat begrüßt Entscheidung, Schulen und Kitas bayernweit zu schließen

In einer Pressemitteilung hatte der Landrat seiner Forderung nach einer bayernweiten Schließung aller Schulen und Kindertagesstätten gegenüber der Landesregierung am Donnerstag Nachdruck verliehen. „In der vergangenen Woche habe ich mich mehrmals an die Staatsregierung und die zuständigen Ministerien gewandt und die Dringlichkeit dieses Schrittes betont“, so der Landrat. Die nun getroffene Entscheidung trage entscheidend dazu bei, potenzielle Infektionswege konsequent zu durchbrechen. Der Landrat fordert auch von der Staatsregierung, dass Besuchsmöglichkeiten in Alten- und Pflegeeinrichtung eingeschränkt werden. In den Wertachkliniken gelte dieses bereits. 

Corona-Hotline des Gesundheitsamts ab sofort zwischen 8 und 19 Uhr erreichbar

Die telefonische Hotline des Gesundheitsamts, über die sich Bürger des Landkreises mit ihren Fragen an die Behörde wenden können, ist ab sofort täglich von 8 bis 19 Uhr erreichbar. „Wir haben beobachtet, dass die Stunde zwischen 19 und 20 Uhr im bisherigen Betrieb die nachfrageärmste war, weswegen wir die personellen Kapazitäten beibehalten aber die tägliche Erreichbarkeit um eine Stunde reduzieren“, erklärte Landrat Martin Sailer. Weiterhin informiert der Landkreis auch über die Website unter www.landkreis-augsburg.de/corona über die Entwicklungen im Augsburger Land. Bürgerinnen und Bürger werden vor dem Anruf der Hotline dringend gebeten, den Fragenkatalog „Häufige Fragen zum Coronavirus“ einzusehen, da die Frage darin eventuell schon beantwortet ist. 

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