Neue Technik

So verändert die Digitalisierung das schwäbische Handwerk

Hans-Peter Rauch und Ulrich Wagner. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die Digitalisierung stellt jede Branche vor neue Herausforderungen. Es gilt, den Anschluss nicht zu verlieren. Was das für die Beschäftigten im bayerisch-schwäbischen Handwerk bedeutet, wissen Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, und Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner.

Die jüngste Jahrespressekonferenz der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) stand ganz im Zeichen der Digitalisierung. Dabei drehte sich alles um die Frage: Wie digital ist das schwäbische Handwerk? „Das Thema wird für uns und unsere Betriebe eine große Herausforderung. Die gesamte Arbeitswelt wird sich grundlegend verändern“, so Hans-Peter Rauch, Präsident der HWK Schwaben.

„Man muss das Material und die Arbeit damit auch weiterhin verstehen“

Ziel sei es, Arbeitserleichterungen für die Beschäftigten zu etablieren. Unisono warnten die beiden Kammerchefs jedoch vor voreiligen Schlüssen: Die neuen technischen Möglichkeiten seien nicht als Konkurrenz zur gelernten Fachkraft zu sehen, sondern vielmehr als Unterstützung. „Man muss das Material und die Arbeit damit auch weiterhin verstehen. Denn ohne die handwerklichen Grundlagen kann ein Auftrag auch mit der neuesten Technik nicht erfolgreich ausgeführt werden“, unterstreicht Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben. „Man wird nie vermeiden können, dass der Lehrling sowohl das Material als auch die Produkte versteht“, ergänzt Rauch.

Hier wird der Fachkräftenachwuchs der HWK Schwaben geschult

„Spagat zwischen der klassischen Handwerksausbildung und der neuen Technik“

Deshalb stehen die Ausbildung von Nachwuchsfachkräften sowie die Weiterbildung von Gesellen und Meistern auch weiterhin im Vordergrund. Aus diesem Grund ist die Freude bei der HWK groß, dass die Kammerbetriebe auch weiterhin stark in die Ausbildung von Fachkräften investieren. „Das Grundverständnis für die Bedeutung der Ausbildung ist im Handwerk ungebrochen hoch. Das ist sehr wichtig, denn man muss den Spagat zwischen der klassischen Handwerksausbildung und der neuen Technik schaffen“, so Wagner.

„Viele Betriebe wissen gar nicht, wie weit sie in diesem Bereich schon sind“

Positiv sieht Rauch deshalb, dass die Handwerksbetriebe den Neuerungen überwiegend offen begegnen. Das zeigt auch eine aktuelle Trendumfrage der HWK Schwaben: 68 Prozent der befragten Betriebe messen der Digitalisierung eine hohe Bedeutung für ihr eigenes Unternehmen bei. „Viele Betriebe wissen gar nicht, wie weit sie in diesem Bereich schon sind“, betont Rauch in diesem Zusammenhang. Weitere 29 Prozent sehen die Bedeutung der Digitalisierung in ihrem Betrieb als eher gering an. Die verbliebenen drei Prozent der Betriebe gaben an, dass sie der Digitalisierung gar keine Bedeutung für ihr Unternehmen beimessen.

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