Krisenmanagement

So kommen die schwäbischen Brauereien durch die Corona-Krise

Werden sich die Brauereien in Bayerisch-Schwaben wieder erholen? Besonders die Schließungen in der Gastronomie machten den Unternehmen unlängst zu schaffen. Warum die Aussichten trotzdem gut sind.

Die Brauereien in Bayerisch-Schwaben müssen kämpfen. Denn eine wichtige Säule für erfolgreiches Wirtschaften ist durch das Coronavirus wackelig geworden: Der Verkauf von Bier in der Gastronomie. Obwohl diese zwar inzwischen wieder auflebt, sind die Umsatzeinbußen deutlich spürbar. Die meisten Brauereien verzeichneten während der Schließung der Gastronomiebetriebe Umsatzrückgänge von 40 bis 60 Prozent.

Eine Ausnahme ist die Oettinger Brauerei: Die Biere aus dem Donau-Ries haben traditionell einen eher geringen Anteil in der Gastronomie, der Schwerpunkt liegt eher im Einzelhandel.

Auch die Augsburger Brauerei Hasenbräu hat ein wichtiges Standbein im Einzelhandel. Kai Eschenbacher, Marketing Direktor bei Hasenbräu, bemerkt hier jedoch eine neue Tendenz: „Die Leergutrückläufe sind ein Indiz dafür, dass es sich bei derzeitigen Zusatzabsätzen im Einzelhandel um Vorratskäufe handelt.“ Das heißt jedoch nicht, dass der Einzelhandel das ausgleichen kann, was im täglichen Geschäft fehlt. Besonders abgesagte Großveranstaltungen, wie etwa der Plärrer, aber auch Spiele des FCA, trüben die Hasenbräu-Umsätze ein.

Krisenmanagement: Diversifizierung und heimischer Markt

Der Krise aber einfach aussitzen ist riskant. Auch für die schwäbischen Brauereien. Deswegen wurden Konzepte aufgestellt und diskutiert, wie Corona gut überstanden werden kann. Von Memmingen bis Oettingen ist man sich im Grundton einig: Die staatlichen Finanzhilfen waren eine gute und richtige Entscheidung für die Industrie. Zudem zeigte sich eine ausgeprägte Diversifizierung der Produktpalette als effektives Mittel um die Auswirkungen der Krise ein wenig zu abzufedern. Dosen und Flaschenbier, meldet die Memminger Brauerei, wären so zum Beispiel nach wie vor gut gekauft worden. Der Verkauf von Fässern sei jedoch drastisch zurückgegangen. Besonders im Ausland: Der Markt in China, wichtig für die Memminger Brauerei, sei komplett eingebrochen. Das Brauhaus Riegele aus Augsburg kämpfte dagegen eher mit Absatzeinbrüchen in Italien. Den Fokus setzen viele Brauereien damit auf Abnehmer in der Region. Aber auch auf regionaler Produktion. Die Oettinger Brauerei sieht es etwa als große Stütze in der Krise, Rohstoffe nur aus umliegenden Gebieten zu beziehen. Damit macht sich die Brauerei unabhängig von langen und komplexen Lieferketten.

Was kann man aus der Krise lernen?

Für die schwäbischen Brauereien ist durch diese neue Art der Krise aber auch ein passender Zeitpunkt gekommen, in die Zukunft zu schauen. Ein Resümee, ob das Krisenmanagement richtig war, lässt sich jetzt zwar noch nicht ziehen. Dennoch könne schon jetzt aus Corona gelernt werden. Trotz der Einbrüche sehen sich die meisten Brauereien auf einem guten Weg. Das Allgäuer Brauhaus möchte an seiner Strategie festhalten, mehrere Vertriebskanäle zu bedienen. Dies wäre zwar schon vor der Krise Usus gewesen, erklärt Heinz Christ, Vorstand der Allgäuer Brauhaus AG, aber für die Zukunft müssten gerade diese Aktionsfelder weiter ausgebaut werden. Dadurch soll künftig in Krisenzeiten mehr Stabilität das Unternehmen stützen. Optimistisch zeigt sich auch Riegele: Jede Krise habe auch ihre Chancen. Jetzt sei der Augenblick gekommen, althergebrachte Abläufe zu hinterfragen und nochmal neu zu durchdenken. Hasenbräu Marketingleiter Eschenbach sieht dies ähnlich. Er glaubt, besonders der digitalisierte Austausch wird, auch branchenübergreifend, massiv zunehmen. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich, dass das Mensch zu Mensch nicht verschwinden wird: „Der virtuelle Austausch wird den persönlichen Kontakt „auf ein Bier“ nicht ersetzen können – und das ist ja auch gut so.“

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