Export ins Vereinigte Königreich

So beeinflusst Mays Wahlschlappe die schwäbische Wirtschaft

Symbolbild der IHK Schwaben. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Axel Sir, Experte für Außenwirtschaft der IHK Schwaben. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Am 8. Juni fand die Parlamentswahl im Vereinigten Königreich statt. In der Wahlniederlage von Premierministerin Theresa May sieht die IHK Schwaben auch eine Gefahr für bayerisch-schwäbische Unternehmer.

Über 500 schwäbischen Firmen unterhalten regelmäßige UK-Aktivitäten, davon knapp ein Drittel mit eigener Präsenz vor Ort. Auch sie verfolgten die Parlamentswahl im Vereinigten Königreich mit großem Interesse. Denn mit einem Ausfuhrvolumen von fast 15 Milliarden Euro in 2016 ist das Land der größte Abnehmer von Waren „Made in Bavaria“ innerhalb Europas. Insbesondere in den Branchen Maschinenbau, Kfz, Infrastruktur sowie Lebensmittel und Logistik bereitet der nahende Brexit den schwäbischen Unternehmern Sorge. Dies wurde auch schon beim Referendum im Juni vergangenen Jahres deutlich.

Brexit-Verhandlungen auch für Schwaben wichtig

„Durch die nun unklaren Mehrheits-Verhältnisse nach den Wahlen wird der Fahrplan für die Brexit-Verhandlungen jetzt Makulatur. Dabei ist es der oberste Wunsch unserer betroffenen Firmen, die Austritts-Verhandlungen zügig zu führen und zeitgerecht bis Ende 2018 abzuschließen“, betont Axel Sir, Leiter International der IHK Schwaben. Nach einer bayernweiten Umfrage hoffen die Unternehmer im Freistaat auf möglichst wenig Bürokratie bei grenzüberschreitenden Lieferungen. Auch die Vermeidung von Zollangaben sowie eine unkomplizierte Mitarbeiter-Entsendung, zum Beispiel bei Montage-Einsätzen, stehen ganz oben auf der Wunschliste.

Exporte ins Vereinigte Königreicht um sieben Prozent zurückgegangen

Als Hoffnungsschimmer sieht der IHK-Außenwirtschaftsexperte in der Wahlschlappe Theresa Mays eine Abkehr von ihrer Strategie eines „harten Brexits“. Sir erhofft sich damit mehr Zugeständnisse der britischen Regierung an die Forderungen der EU: „Allerdings wird sich die geschwächte Premierministerin innerparteilichen Diskussionen stellen müssen. Das verhindert erst einmal eine klare Perspektive, die das Engagement unserer Firmen in Großbritannien benötigt." Gerade bei den Investitionen befürchtet Sir nun noch stärkere Zurückhaltung als bislang schon: „Wir sehen im ersten Quartal diesen Jahres bereits einen Rückgang unserer Exporte auf die Insel um rund sieben Prozent. Viele Unternehmer haben ihre Investitions-Pläne auf Eis gelegt. Denn die Wirtschaft braucht klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Unsicherheit ist Gift.“

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