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SGL Carbon ist mit einem deutlichen Umsatzrückgang in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Der Konzernumsatz sank im ersten Quartal um 21,3 Prozent auf 184,5 Millionen Euro. Verantwortlich dafür waren neben einer schwachen Nachfrage aus der Halbleiterindustrie vor allem die Auswirkungen der Restrukturierung des Carbonfasergeschäfts.
Durch die Aufgabe defizitärer Aktivitäten Mitte 2025 fehlen dem Unternehmen nun entsprechende Umsatzbeiträge. Gleichzeitig belasteten eine schwächere Entwicklung im Geschäftsbereich Graphite Solutions sowie eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft in der Chemieindustrie das Quartal.
Trotz der rückläufigen Erlöse konnte SGL Carbon die Profitabilität verbessern. Das bereinigte EBITDA sank zwar um 11,6 Prozent auf 29,6 Millionen Euro, die EBITDA-Marge stieg jedoch von 14,3 auf 16,0 Prozent. Dazu beigetragen hat unter anderem eine einmalige Ausgleichszahlung in Höhe von 7,7 Millionen Euro aus der Anpassung eines Liefervertrags mit einem Halbleiterkunden.
„Weiterhin hohe Lagerbestände bei unseren Halbleiterkunden hemmen derzeit noch die Nachfrage nach unseren Spezialgraphitprodukten“, erklärt Vorstandschef Andreas Klein. Gleichzeitig erschwerten die vereinbarten Vertragskonditionen eine langfristige Zusammenarbeit. Deshalb führe das Unternehmen Gespräche über neue Lösungen für eine zukünftige Partnerschaft.
Besonders deutlich zeigt sich die Marktschwäche weiterhin im Geschäftsbereich Graphite Solutions. Der Umsatz des Segments sank im ersten Quartal um 8,8 Prozent auf 106,4 Millionen Euro. Auch das bereinigte EBITDA ging trotz der Ausgleichszahlung zurück. Neben geringeren Absatzmengen belasteten negative Preiseffekte, höhere Rohstoffkosten und Währungseffekte das Ergebnis. Die EBITDA-Marge des Bereichs verringerte sich auf 17,3 Prozent. Noch stärker traf die schwache Industriekonjunktur den Geschäftsbereich Process Technology. Viele Chemieunternehmen verschieben angesichts hoher Energiepreise, steigender Arbeitskosten und regulatorischer Unsicherheiten Investitionen. Der Umsatz der Sparte brach um rund 30 Prozent ein, das operative Ergebnis ging deutlich zurück.
Positiver entwickelte sich dagegen der neu formierte Geschäftsbereich Fiber Composites, in dem die früheren Bereiche Carbon Fibers und Composite Solutions gebündelt wurden. Zwar sank der Umsatz infolge der Restrukturierung deutlich, die massiv reduzierten Kosten führten jedoch zu einer spürbaren Ergebnisverbesserung. Das bereinigte EBITDA des Bereichs stieg von 1,5 auf 9,0 Millionen Euro. Auch das Joint Venture Brembo SGL Carbon Ceramic Brakes trug positiv zur Entwicklung bei.
Trotz zunehmender geopolitischer Risiken hält SGL Carbon an seiner Prognose für 2026 fest. Der Konzern erwartet weiterhin einen Umsatz zwischen 720 und 770 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBITDA von 110 bis 130 Millionen Euro. Allerdings verweist das Unternehmen auf zusätzliche Unsicherheiten durch den bewaffneten Konflikt im Mittleren Osten. Sollten Energie- und Rohstofflieferketten nachhaltig beeinträchtigt werden, könnten sich weitere Belastungen für Absatzmärkte und Kostenstruktur ergeben.