B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

B4B Schwaben
 / 
B4B Nachrichten  / 
Augsburg  / 
SGL Carbon unter Druck: Klein peilt wieder „Milliarden-Umsatz-Unternehmen“ an
Restrukturierung

SGL Carbon unter Druck: Klein peilt wieder „Milliarden-Umsatz-Unternehmen“ an

Vorstand der SGL Carbon SE: Thomas Dippold, Finanzvorstand, Andreas Klein, Vorsitzender des Vorstands und Dr. Stephan Bühler, Mitglied des Vorstands. Foto: SGL
Vorstand der SGL Carbon SE: Thomas Dippold, Finanzvorstand, Andreas Klein, Vorsitzender des Vorstands und Dr. Stephan Bühler, Mitglied des Vorstands. Foto: SGL

Schwache Märkte, sinkende Umsätze und dennoch ein stabiles Ergebnis: SGL Carbon setzt nach der Restrukturierung verstärkt auf neue Wachstumschancen.

Der Spezialchemiekonzern SGL Carbon hat im Geschäftsjahr 2025 einen deutlichen Dämpfer hinnehmen müssen. Der Umsatz sank um 17,2 Prozent auf 850,2 Millionen Euro. Hauptursachen waren eine anhaltend schwache Nachfrage aus der Halbleiter- und Automobilindustrie sowie der strategische Rückzug aus defizitären Geschäftsaktivitäten im Bereich Carbon Fibers.

Besonders deutlich fiel der Rückgang im margenstarken Segment Graphite Solutions aus, das stark von der Halbleiterindustrie abhängt. Hier belasteten niedrigere Volumina das Geschäft spürbar. Auch die übrigen Geschäftsbereiche konnten sich der schwachen Industriekonjunktur nicht entziehen.

Restrukturierung stabilisiert die Profitabilität

Trotz der rückläufigen Erlöse gelang es SGL Carbon, die operative Ertragskraft weitgehend zu stabilisieren. Das bereinigte EBITDA lag mit 135,0 Millionen Euro innerhalb der Prognose, die Marge blieb mit 15,9 Prozent konstant. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Restrukturierung im Geschäftsbereich Carbon Fibers. Nach Verlusten im Vorjahr kehrte der Bereich 2025 wieder in die Gewinnzone zurück. Kostensenkungen und der Ausstieg aus unprofitablen Aktivitäten zeigen damit erste nachhaltige Effekte. Gleichzeitig verdeutlichen die Zahlen, dass die Stabilität vor allem auf internen Maßnahmen basiert – weniger auf einer Erholung der Nachfrage.

Sondereffekte belasten das Ergebnis

Unter dem Strich bleibt die Ertragslage angespannt. Das Konzernergebnis liegt bei minus 79,2 Millionen Euro und damit weiterhin deutlich im negativen Bereich. Ausschlaggebend waren vor allem Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungen sowie steuerliche Effekte. Operativ präsentiert sich das Unternehmen jedoch robuster, als das Nettoergebnis vermuten lässt. Die Nettofinanzschulden wurden reduziert, die Eigenkapitalquote liegt mit 39,2 Prozent auf solidem Niveau. Auch der Free Cashflow blieb mit 37,0 Millionen Euro stabil.

2026 bleibt ein Übergangsjahr

Eine kurzfristige Entspannung ist nicht in Sicht. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet SGL Carbon weiterhin ein schwieriges Marktumfeld. Insbesondere in der Halbleiterindustrie dürfte die Nachfrage aufgrund hoher Lagerbestände gedämpft bleiben. Auch im Automobilsektor rechnet das Unternehmen mit einer geringeren Dynamik. Der Konzern prognostiziert daher einen weiteren Umsatzrückgang auf 720 bis 770 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 110 und 130 Millionen Euro. Damit dürfte 2026 operativ hinter dem Vorjahr zurückbleiben.

Neue Märkte sollen Wachstum bringen

Parallel zur Stabilisierung des Kerngeschäfts treibt SGL Carbon seine strategische Neuausrichtung voran. Im Mittelpunkt der Wachstumsstrategie „SGL Growth 2030“ stehen neue Anwendungsfelder mit überdurchschnittlichem Potenzial. Dazu zählen Materialien für die Energieerzeugung, etwa für kleine modulare Kernreaktoren, ebenso wie Anwendungen in der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie sowie in der Luft- und Raumfahrt. In diesen Bereichen sieht der Konzern mittelfristig zusätzliche Nachfrageimpulse.

Vorstandschef Andreas Klein setzt darauf, dass die Kombination aus restrukturiertem Kerngeschäft und neuen Märkten die Grundlage für zukünftiges Wachstum bildet. „Unser langfristiges Ziel ist es, SGL Carbon als einen der führenden Anbieter für Hochleistungsmaterialien zu etablieren. Dabei ist unsere Ambition, mit einem attraktiven und ertragsstarken Portfolio bis 2030 wieder ein Milliarden-Umsatz-Unternehmen zu werden,“ betont Klein.

Fest steht jedoch: Nach der Restrukturierung folgt nun die entscheidende Phase. Ob die neuen Geschäftsfelder die Schwäche in den klassischen Industrien ausgleichen können, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Artikel zum gleichen Thema