Neues Berufsbildungs- und Technologiezentrum

Schwäbisches Handwerk investiert 46,5 Millionen Euro in Augsburg

Ulrich Wagner und Hans-Peter Rauch, HWK Schwaben. Foto: Rebecca Weingarten / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Es ist die größte Investition in der Geschichte der Handwerkskammer für Schwaben: In Kürze wird der erste Bauabschnitt des neuen Berufsbildungs- und Technologiezentrums in Augsburg bezogen. Die ersten Bilder und alle Infos bekommen Sie schon heute hier.

Über 80 Prozent der 137.000 im schwäbischen Handwerk Beschäftigen verfügen über eine qualifizierte Ausbildung. „Diese Mitarbeiter sind für den Bestand unserer Firmen überlebenswichtig“, so Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, auf der Jahrespressekonferenz am 26. Januar 2017. Doch allein in den letzten 15 Jahren ist die Zahl der Auszubildenden um 25 Prozent zurückgegangen. Um die Zukunft des schwäbischen Handwerks zu sichern, baut die Handwerkskammer für Schwaben derzeit ein neues Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) in Augsburg.

Unterricht im neuen BTZ beginnt in Kürze

Der Startschuss für den ersten Bauabschnitt fiel im November 2014. Der Einzug soll zwischen Februar und April dieses Jahres stattfinden. In diesem Teil des BTZ wird der Fokus auf Maltechnik, Zerspanung und Schweißerei liegen. Circa zwei Jahre Bauzeit werden auch für den zweiten Bauabschnitt eingerechnet. Hier werden Land-, Metall- und Elektro-Technik untergebracht. Der Einzug ist für 2019 geplant. In einem dritten Bauabschnitt wird sich die Handwerkskammer für Schwaben von dem Hochhaus, der früher als Wohnraum diente, trennen. Hier sollen weitere Werkstätten sowie Räume für die Nachwuchs-Werbung entstehen.

First Impressions vom neuen Berufsbildungs- und Technologiezentrum in Augsburg

Laufende Kosten des BTZ werden durch die Betriebe abgedeckt

Insgesamt werden 46,5 Millionen Euro in das Gebäude investiert. Bund und Land bezuschussen das Projekt mit 36,8 Millionen Euro. Die übrigen 9,7 Millionen Euro bringt die Handwerkskammer für Schwaben auf. Diese Investitionen decken den Bau und die künftig im BTZ befindlichen Maschinen ab. Für die laufenden Kosten kommen die Betriebe selber auf – beispielsweise, wenn sie für ihre Auszubildenden eine Lehrlingswoche im BTZ buchen.

Im BTZ findet die überbetriebliche Lehrlings-Unterweisung statt

Die überbetriebliche Lehrlings-Unterweisung (ÜLU) ist eine der drei Säulen der handwerklichen Ausbildung. Jedes Jahr nehmen rund 10.000 Auszubildende in ganz Schwaben daran teil. Dieser sehr praxisnahe Teil der Ausbildung findet in Augsburg, Kempten und Memmingen statt. Damit alle drei Standorte auf dem aktuellen Stand sind, wird in ihren Ausbau regelmäßig investiert. So wird auch das BTZ in Kempten umgebaut, damit künftig auch ÜLUs für das Bäcker-Handwerk in Schwaben stattfinden können. Die ÜLUs finden mindestens einmal pro Lehrjahr statt, dann meist für mehrere Wochen. In den Berufsbildungs-und Technologiezentren der Handwerkskammer für Schwaben lernen die Auszubildenden dann auch Bereiche und Maschinen kennen, die der Betrieb selber nicht hat. So kann eine hochwertige, umfassende und einheitliche Ausbildung sichergestellt werden.

Auslastung von 75 bis 95 Prozent erwartet

Im neuen BTZ der Handwerkskammer für Schwaben befinden sich künftig drei Metallwerkstätten, eine CNC-Werkstatt mit Programmier-Arbeitsplätzen, zwei Zerspanungs-Werkstätten sowie drei Schweiß-Werkstätten und drei Werkstätten für Maler und Lackierer mit Spritz- und Trocken-Kabine. Hinzu kommen eine Halle für Land- und Baumaschinen-Technik mit Motoren- und Brems-Prüfstand, fünf Elektrotechnik-Werkstätten und zwei Steuerungstechnik-Werkstätten. Insgesamt gibt es dort bald 254 Plätze, an denen Lehrlinge ausgebildet werden können. Hinzu kommen drei Theorie-Lehrsäle mit 112 Plätzen.

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