300-jähriges Bestehen

Schlosser'sche Buchhandlung feiert 300-jähriges Bestehen

Vor genau 300 Jahren hat Martin Engelbrecht die Schlosser’sche Buchhandlung in Augsburg gegründet. Seit 2018 ist sie in der Hand von Bianca Kölbl und Stefan Müller-Kölbl. Im Interview hat sie uns verraten, wieso sie trotz Online-Handel positiv in die Zukunft blickt.

Am vergangenen Wochenende feierte die Schlosser’sche Buchhandlung in der Annastraße ihr 300-jähriges Bestehen. Seinen Ursprung hat der Bücherladen 1719. Damals erhielt Martin Engelbrecht von Kaiser Karl VI. das Privileg, Kupferstiche anzufertigen und zu vertreiben. 1828 erfolgt dann die Umbenennung von Martin Engelbrecht-Verlag in Schlosser‘sche Buchhandlung. Mit dem neuen Besitzer Alois Schlosser änderte sich auch das Verkaufskonzept. Neben Kunst wurden nun auch vermehrt Bücher vertrieben.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Worin bestehen die größten Herausforderungen bei der Übernahme eines Traditionsunternehmens?

Bianca Kölbl: Die größte Herausforderung besteht darin die Tradition nicht zu vernachlässigen, jedoch die technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass man der Tradition verpflichtet bleibt, aber trotzdem in die Zukunft blickt.

Sie sind nun sowohl in Augsburg als auch in München vertreten. Was schätzen Sie am Standort Augsburg besonders?

Am Standort München sind wir ausschließlich als Fachinformationsanbieter tätig. Hier haben wir keinen Laden. Die Schlosser´sche Buchhandlung in Augsburg hat jedoch einen weitaus größeren Umsatz im Fachinformationsbereich als im Laden, deshalb kann man München und Augsburg vergleichen. Wir haben das Gefühl, dass in Augsburg ein besseres Miteinander herrscht, man ist gelassener, wenn einmal etwas nicht so gut funktioniert. Es geht einfach menschlicher zu, in Augsburg. Das macht das Arbeiten in Augsburg viel erstrebenswerter.

Was waren die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte des Unternehmens?

Die wichtigsten Meilensteine waren aus einem Verlag eine Buchhandlung zu machen und aus der Buchhandlung einen Medienbeschaffer. Erstaunlich ist, dass eine Kontinuität in der Weiterentwicklung über 300 Jahre bestanden hat, über alle Inhaberwechsel hinweg.

Wie wollen Sie sich für die Zukunft aufstellen?

Wir glauben an das gedruckte Buch. Gerade in Zeiten des Nutzungswandels der Medien sehen wir, vor allem bei den Jüngeren, wieder einen Weg zurück zum Buch, zur Entschleunigung. In ein Buch, egal ob in der Belletristik oder im Sachbuch, muss man sich hineinfinden. Man braucht Zeit und auch Geduld. Wir sehen, dass die Hektik, die wir durch den Gebrauch von mobilen Geräten in unser Leben bringen, die Menschen nervös und krank macht. Durch das gedruckte Buch wird das geändert und das spüren und wollen viele Menschen. Das lässt uns, gerade mit dem Laden, positiv in die Zukunft blicken.

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Am vergangenen Wochenende feierte die Schlosser’sche Buchhandlung in der Annastraße ihr 300-jähriges Bestehen. Seinen Ursprung hat der Bücherladen 1719. Damals erhielt Martin Engelbrecht von Kaiser Karl VI. das Privileg, Kupferstiche anzufertigen und zu vertreiben. 1828 erfolgt dann die Umbenennung von Martin Engelbrecht-Verlag in Schlosser‘sche Buchhandlung. Mit dem neuen Besitzer Alois Schlosser änderte sich auch das Verkaufskonzept. Neben Kunst wurden nun auch vermehrt Bücher vertrieben.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Worin bestehen die größten Herausforderungen bei der Übernahme eines Traditionsunternehmens?

Bianca Kölbl: Die größte Herausforderung besteht darin die Tradition nicht zu vernachlässigen, jedoch die technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass man der Tradition verpflichtet bleibt, aber trotzdem in die Zukunft blickt.

Sie sind nun sowohl in Augsburg als auch in München vertreten. Was schätzen Sie am Standort Augsburg besonders?

Am Standort München sind wir ausschließlich als Fachinformationsanbieter tätig. Hier haben wir keinen Laden. Die Schlosser´sche Buchhandlung in Augsburg hat jedoch einen weitaus größeren Umsatz im Fachinformationsbereich als im Laden, deshalb kann man München und Augsburg vergleichen. Wir haben das Gefühl, dass in Augsburg ein besseres Miteinander herrscht, man ist gelassener, wenn einmal etwas nicht so gut funktioniert. Es geht einfach menschlicher zu, in Augsburg. Das macht das Arbeiten in Augsburg viel erstrebenswerter.

Was waren die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte des Unternehmens?

Die wichtigsten Meilensteine waren aus einem Verlag eine Buchhandlung zu machen und aus der Buchhandlung einen Medienbeschaffer. Erstaunlich ist, dass eine Kontinuität in der Weiterentwicklung über 300 Jahre bestanden hat, über alle Inhaberwechsel hinweg.

Wie wollen Sie sich für die Zukunft aufstellen?

Wir glauben an das gedruckte Buch. Gerade in Zeiten des Nutzungswandels der Medien sehen wir, vor allem bei den Jüngeren, wieder einen Weg zurück zum Buch, zur Entschleunigung. In ein Buch, egal ob in der Belletristik oder im Sachbuch, muss man sich hineinfinden. Man braucht Zeit und auch Geduld. Wir sehen, dass die Hektik, die wir durch den Gebrauch von mobilen Geräten in unser Leben bringen, die Menschen nervös und krank macht. Durch das gedruckte Buch wird das geändert und das spüren und wollen viele Menschen. Das lässt uns, gerade mit dem Laden, positiv in die Zukunft blicken.

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