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Angst vor dem, was in der Zukunft auf uns zukommt. Angst vor Veränderung. Das ist nicht verwunderlich, wenn man einen Blick auf die Kriege und die Nachrichtenlage, die Situation vieler Unternehmen und den Klimawandel wirft. Dass es genügend Gründe gibt, den Kopf nicht hängen zu lassen, und dass wir diese Zukunft gestalten können, wenn wir mutig vorangehen, haben zahlreiche Speakerinnen und Speaker den rund 1.700 Gästen auf dem Rocketeer Festival in Augsburg gezeigt.
Da ist Julian Yogeshwar, KI-Berater für Unternehmen, und „überzeugt, dass wir gerade die verdammt geilste Chance jemals haben.“ Eine Chance, die wir nutzen sollten, statt am Status quo festzuhalten. Die Verantwortung für die schwierige wirtschaftliche Lage in Deutschland sieht er nicht allein bei der reformlosen Politik der Bundesregierung oder dem Handeln von Trump und Putin. „Wer ist schuld?“, fragt er und antwortet selbst: „Wir sind es alle. Wir sind bequem geworden, weil es halt so gut lief.“ Und: „Niemand hindert uns daran, neue Dinge zu erfinden und innovativ zu sein“, stellt er klar.
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„Die Geschichte hat gezeigt, dass Innovationen etwas sehr Gutes sind“, sagt Yogeshwar und verweist auf Rudolf Diesel und dessen Dieselmotor. „Diesel ist damals auf extrem viel Widerstand gestoßen. Aber er hat es geschafft, weil er von der Maschinenfabrik Augsburg gefördert wurde.“ Daraus ist MAN – heute Everllence – entstanden.
MAN Diesel – MAN Energy Solutions – Everllence. Nicht nur an den Umbenennungen des Augsburger Unternehmens lässt sich erkennen, wie es aussieht, wenn man mit dem Wandel mitgeht und ihn gestaltet, statt sich dagegen zu wehren. Herzstück waren einst dieselbetriebene Schiffsmotoren, heute ruft das Unternehmen „Moving big things to zero“ aus und arbeitet an nachhaltigen und klimaneutralen Energielösungen. „Wir haben uns gefragt: Was müssen wir tun, um relevant zu bleiben?“, erklärt Alexander Stöckler, Senior Vice President bei Everllence und ebenfalls Speaker auf dem Rocketeer.
2015 schlug das Unternehmen den Weg Richtung erneuerbare Energien und Dekarbonisierung ein. Heute versorge etwa eine CO₂-basierte Meereswasserpumpe von Everllence in Dänemark eine ganze Stadt mit klimaneutraler Wärme. „Wer Wandel als Normalzustand versteht, kann neue Rollen übernehmen“, sagt Stöckler.
Wandel – damit kennt sie sich aus: Sara Nuru. 2009 hat sie Germany’s Next Topmodel gewonnen, startete eine Karriere als Topmodel. Vier Jahre später beendete sie diese Karriere. Wendepunkt war für sie, dass sie Botschafterin für die Stiftung „Menschen für Menschen“ in Äthiopien wurde – dem Land ihrer Eltern. „Ich habe schnell gemerkt, dass mich Erfolg allein nicht erfüllt. Ich will nicht nur sichtbar sein, sondern vor allem wirksam“, erklärt Nuru ihren damaligen Schritt. Sie gründete mit ihrer Schwester Sali das Unternehmen nurucoffee. Dort arbeiten sie direkt mit den Kaffeefarmen in Äthiopien zusammen.
50 Prozent des Gewinns investieren sie in den gemeinnützigen Verein Nuru Women, mit dem sie Frauen helfen wollen, sich selbst zu ermächtigen. Nuru und ihre Schwester bieten den Frauen in Äthiopien Mikrokredite, Bildung und Trainings sowie ein Mutter-Kind-Programm. „Wir glauben, echte Veränderung entsteht nicht, wenn wir nur ihre Probleme lösen, sondern wenn wir ihnen die Möglichkeit geben, ihr Leben selbst zu gestalten“, sagt Nuru.
Auf ihrem Weg hat Nuru erkannt, dass die Unterschiede zwischen uns allen das sind, was die Probleme lösen wird. „Wenn wir sie als Stärke sehen, entsteht Zukunft.“
Verantwortung für diese Zukunft tragen wir alle, findet Sönke Marahrens. Er ist Oberst der Bundeswehr und Experte für hybride Kriegsführung. Staaten wie Russland versuchen durch gezielte Desinformation demokratische Staaten und ihre Gesellschaft zu zersetzen. „Es geht um den Vertrauensverlust der Bürgerinnen und Bürger in den Staat“, sagt Marahrens.
Etwa, wenn Ransomware-Attacken Behörden oder Unternehmen lahmlegen. Oder durch emotionale Manipulation, wenn KI-generierte Bilder von Kindern in Kriegsgebieten auftauchen. Diese appellieren gezielt an Wut, Angst und Empörung und schalten das kritische Denken aus. „Wenn Sie etwas sehen, bei dem Sie denken, dass Sie das teilen müssen, dann warten Sie bitte 30 Sekunden und überlegen: Muss ich das oder will ich das?“, appelliert Marahrens seinerseits an das Publikum und macht klar: „Wir leben im besten Deutschland aller Zeiten.“ Damit das so bleibt, müsse jeder Verantwortung übernehmen. Denn: „Die Lösungen kommen nicht aus den Ministerien. Sondern von euch und solchen Festivals wie hier“, richtet sich Marahrens erneut direkt an das Publikum.