Verkehrssektor

Quantron AG: Verkehrssektor muss Beitrag zum Klimaschutzziel leisten

Die E-Mobilität scheint sich immer mehr in der Gesellschaft zu verankern. Im Interview verrät Andreas Haller, Gründer und Vorstand der Quantron AG, welche Vorteile diese mit sich bringt und was das Gersthofer Unternehmen dazu beitragen möchte, dass die Klimaschutzziele erreicht werden.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wofür steht das Unternehmen Quantron?

Andreas Haller: Die Quantron AG wurde mit der Vision gegründet, die E-Mobilität im regionalen Güter- und Personenverkehr voranzutreiben. Wir bieten auch neue E-Nutzfahrzeuge an, aber unser Fokus liegt klar auf unserem Nachhaltigkeitskonzept „Q-Remanufacturing”. Hier steht die Elektrifizierung von Gebraucht- und Bestandsfahrzeugen im Fokus. Diese bereits bestehenden Ressourcen erhalten dadurch ein zweites, emissionsfreies Leben als E-Fahrzeuge. Außerdem bieten wir unseren Kunden einen Rundum-Service bei der Integration der E-Mobilität an und stellen ihnen nicht nur ein E-Fahrzeug vor die Türe.

Was hat sich seit der Gründung Mitte 2019 verändert?

In erster Linie das Wachstum innerhalb des Unternehmens. Wir haben Stand jetzt bereits knapp 50 fest angestellte Mitarbeiter und werden voraussichtlich Ende 2020 unser neues Headquarter inklusive Produktionshallen in der Koblenzer Straße beziehen. Mit unseren strategischen Partnern konnten bereits über 400 E-Fahrzeuge in den Markt gebracht werden. Inzwischen haben wir auch Fahrzeuge mit Brennstoffzelle in unsere Product Range integriert, um auch E-Lösungen für den Langstreckeneinsatz anbieten zu können. Wir sind europaweit der einzige Full-Range-Anbieter für E-Nutzfahrzeuge von 3,5 bis 44 Tonnen und E-Busse. Aktuell bereiten wir unseren Börsengang vor.

Ihr Unternehmen hat kürzlich einen Wasserstoff-Antrieb im Segment der Transporter realisiert. Was kann man sich darunter vorstellen? Wo hilft Ihnen dabei die Zusammenarbeit mit der AE Driven Solutions GmbH (AEDS)?

Wir wollen das Rad nicht neu erfinden. Es gibt am Markt schon viele praxistaugliche E-Lösungen. Deshalb suchen wir, zum Beispiel auch im Bereich der Brennstoffzelle, nach strategischen Partnern, die das spezifische Know-how und natürlich auch die funktionierende Technik an Bord haben. So geschehen mit der AE Driven Solutions GmbH für den Wasserstoff-Antrieb im Light-Segment. Durch die Integration der Technologie in unseren Q-LIH2 konnten wir somit auch den ersten Transporter mit Wasserstoff-Antrieb in unsere Product Range aufnehmen. Im Heavy-Segment haben wir mit Freudenberg Sealing Technologies einen erfahrenen Partner für die Brennstoffzelle.

In der Anschaffung ist ein solches Fahrzeug kostspieliger. Wieso lohnt es sich trotzdem?

Das darf man so nicht verallgemeinern, hier gibt es viele Aspekte zu berücksichtigen. Grundsätzlich ist der Anschaffungspreis für ein E-Fahrzeug höher als für ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Jedoch gibt es staatliche Förderungen für E-Mobilität, die von den Kosten abgezogen werden können. Zusätzlich müssen dann die geringeren Unterhaltskosten in die Kalkulation einbezogen werden, denn für E-Fahrzeuge fallen unter anderem keine Spritkosten an, sie sind auch von der Steuer und der Maut befreit. Strom kostet beim Laden erheblich weniger und wenn beispielsweise noch eine eigene Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung hinzukommt, sieht die Kalkulation nochmals besser aus. Außerdem haben E-Fahrzeuge geringere Service- und Wartungskosten.

Welche weiteren Vorteile hat ein E-Fahrzeug?  

Es ist emissionsfrei und deutlich leiser unterwegs. Außerdem sind E-Fahrzeuge, im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen, prädestiniert für den Stop-and-Go-Betrieb. Diesel-Fahrzeuge sind für diese Art des Verkehrs nicht konzipiert. Es steigt dadurch nicht nur der Spritverbrauch deutlich an, der Verschleiß erhöht sich und häufig wird auch die notwendige Abgastemperatur nicht erreicht. Deshalb sind E-Antriebe auch für kommunale Fahrzeuge besonders geeignet.

Wie wollen Sie hierbei zu den vereinbarten Klimazielen beitragen?

Es ist nicht zu bestreiten: Um die international vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen, muss auch der Verkehrssektor einen starken Beitrag leisten. Wir benötigen schon jetzt emissionsfreie Fahrzeuge, um drohende riesige Strafzahlungen abzuwenden. Mit unseren E-Lösungen bieten wir Unternehmen und Kommunen bereits heute funktionierende E-Mobilität bei Nutzfahrzeugen und Bussen. Aufgrund unseres Nachhaltigkeitskonzeptes Q-Remanufacturing und die damit verbundene Elektrifizierung von Gebraucht- und Bestandsfahrzeugen sparen wir, durch die fehlende Fahrzeugproduktion, Emissionen ein. Diese kompensieren wiederum die Emissionen bei der Herstellung der Batterien. Durch die Integration von Fahrzeugen mit Wasserstoff-Antrieb in unsere Product Range, bieten wir auch für die Langstrecke die passende E-Antriebslösung für einen emissionsfreien Transport von Gütern und Personen.

Ist batteriebetriebene Elektromobilität oder die Brennstoffzelle die bessere Lösung?

Es darf hier keine „Entweder-Oder-Frage“ geben, denn im Grunde handelt es sich bei Beiden um Mobilitätslösungen mit E-Antrieb. Diese beiden Varianten schließen sich also nicht gegenseitig aus, sondern ergänzen sich zu einem breiten Angebot an Lösungen für Kurz- und Langstrecken entsprechend des Einsatzprofils der Fahrzeuge und liefern vielfältige Möglichkeiten zur Reduzierung des CO2-Foodprints von Unternehmen.

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Was hat sich seit der Gründung Mitte 2019 verändert?

In erster Linie das Wachstum innerhalb des Unternehmens. Wir haben Stand jetzt bereits knapp 50 fest angestellte Mitarbeiter und werden voraussichtlich Ende 2020 unser neues Headquarter inklusive Produktionshallen in der Koblenzer Straße beziehen. Mit unseren strategischen Partnern konnten bereits über 400 E-Fahrzeuge in den Markt gebracht werden. Inzwischen haben wir auch Fahrzeuge mit Brennstoffzelle in unsere Product Range integriert, um auch E-Lösungen für den Langstreckeneinsatz anbieten zu können. Wir sind europaweit der einzige Full-Range-Anbieter für E-Nutzfahrzeuge von 3,5 bis 44 Tonnen und E-Busse. Aktuell bereiten wir unseren Börsengang vor.

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Wir wollen das Rad nicht neu erfinden. Es gibt am Markt schon viele praxistaugliche E-Lösungen. Deshalb suchen wir, zum Beispiel auch im Bereich der Brennstoffzelle, nach strategischen Partnern, die das spezifische Know-how und natürlich auch die funktionierende Technik an Bord haben. So geschehen mit der AE Driven Solutions GmbH für den Wasserstoff-Antrieb im Light-Segment. Durch die Integration der Technologie in unseren Q-LIH2 konnten wir somit auch den ersten Transporter mit Wasserstoff-Antrieb in unsere Product Range aufnehmen. Im Heavy-Segment haben wir mit Freudenberg Sealing Technologies einen erfahrenen Partner für die Brennstoffzelle.

In der Anschaffung ist ein solches Fahrzeug kostspieliger. Wieso lohnt es sich trotzdem?

Das darf man so nicht verallgemeinern, hier gibt es viele Aspekte zu berücksichtigen. Grundsätzlich ist der Anschaffungspreis für ein E-Fahrzeug höher als für ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Jedoch gibt es staatliche Förderungen für E-Mobilität, die von den Kosten abgezogen werden können. Zusätzlich müssen dann die geringeren Unterhaltskosten in die Kalkulation einbezogen werden, denn für E-Fahrzeuge fallen unter anderem keine Spritkosten an, sie sind auch von der Steuer und der Maut befreit. Strom kostet beim Laden erheblich weniger und wenn beispielsweise noch eine eigene Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung hinzukommt, sieht die Kalkulation nochmals besser aus. Außerdem haben E-Fahrzeuge geringere Service- und Wartungskosten.

Welche weiteren Vorteile hat ein E-Fahrzeug?  

Es ist emissionsfrei und deutlich leiser unterwegs. Außerdem sind E-Fahrzeuge, im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen, prädestiniert für den Stop-and-Go-Betrieb. Diesel-Fahrzeuge sind für diese Art des Verkehrs nicht konzipiert. Es steigt dadurch nicht nur der Spritverbrauch deutlich an, der Verschleiß erhöht sich und häufig wird auch die notwendige Abgastemperatur nicht erreicht. Deshalb sind E-Antriebe auch für kommunale Fahrzeuge besonders geeignet.

Wie wollen Sie hierbei zu den vereinbarten Klimazielen beitragen?

Es ist nicht zu bestreiten: Um die international vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen, muss auch der Verkehrssektor einen starken Beitrag leisten. Wir benötigen schon jetzt emissionsfreie Fahrzeuge, um drohende riesige Strafzahlungen abzuwenden. Mit unseren E-Lösungen bieten wir Unternehmen und Kommunen bereits heute funktionierende E-Mobilität bei Nutzfahrzeugen und Bussen. Aufgrund unseres Nachhaltigkeitskonzeptes Q-Remanufacturing und die damit verbundene Elektrifizierung von Gebraucht- und Bestandsfahrzeugen sparen wir, durch die fehlende Fahrzeugproduktion, Emissionen ein. Diese kompensieren wiederum die Emissionen bei der Herstellung der Batterien. Durch die Integration von Fahrzeugen mit Wasserstoff-Antrieb in unsere Product Range, bieten wir auch für die Langstrecke die passende E-Antriebslösung für einen emissionsfreien Transport von Gütern und Personen.

Ist batteriebetriebene Elektromobilität oder die Brennstoffzelle die bessere Lösung?

Es darf hier keine „Entweder-Oder-Frage“ geben, denn im Grunde handelt es sich bei Beiden um Mobilitätslösungen mit E-Antrieb. Diese beiden Varianten schließen sich also nicht gegenseitig aus, sondern ergänzen sich zu einem breiten Angebot an Lösungen für Kurz- und Langstrecken entsprechend des Einsatzprofils der Fahrzeuge und liefern vielfältige Möglichkeiten zur Reduzierung des CO2-Foodprints von Unternehmen.

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