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Papilio-Tournee startet in Augsburg
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Papilio e.V.

Papilio-Tournee startet in Augsburg

Papilio startet seine Tournee in Augsburg. Foto: Papilio e.V.

Am 9. März war der Auftakt der Papilio-Tournee. Die Augsburger Puppenkiste zeigte im Dorint-Hotel die Geschichte „Paula und die Kistenkobolde“. Diese ist ein Bestandteil des Kindergartenprogramms Papilio.

von Alexandra Hetmann, Online-Redaktion

Zum Auftakt der Papilio-Tournee am 9. März 2015 hatte die Augsburger Puppenkiste ein Heimspiel. Im Dorint An der Kongresshalle Augsburg zeigten sie die Geschichte „Paula und die Kistenkobolde“. Diese ist ein wesentlicher Bestandteil des Kindergartenprogramms Papilio. Damit wird die Basis gebildet, Sucht- und Gewaltentwicklungen im Jugendalter vorzubeugen. Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch Sternstunden e.V., der Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks. Der Sternstunden e.V. unterstützt zusammen mit der Augsburger Puppenkiste die Aufklärungskampagne zur Sensibilisierung früher Prävention. 20 Tourtage sollen dieses und kommendes Jahr in ganz Deutschland stattfinden.

Papilio regt emotionale und soziale Entwicklung von Kindern an

Die Kistenkobolde sind vor allem für die Kindergartenkinder im Publikum aufgetreten. Rund 330 Kinder haben die Aufführung gespannt verfolgt. Diese wurde insgesamt drei Mal gezeigt. Als einer der Bausteine von Papilio wurden die Kistenkobolde zusammen mit der Augsburger Puppenkiste, Wissenschaft und Praxis entwickelt. Sie fördern gezielt die sozial-emotionale Kompetenz der Kinder. Freudibold, Heulibold, Zornibold und Bibberbold – jeder der vier Kobolde steht für ein Basisgefühl. Die Geschichte hilft Kindern, mit ihren eigenen Gefühlen und denen anderer umgehen zu können. Das Einhalten sozialer Regeln und das soziale Miteinander soll ebenfalls durch Papilio unterstützt werden.

Frühzeitige Förderung schützt vor Risiken

Soziale und emotionale Kompetenzen sind die Grundlage für das Erlernen aller anderen Fertigkeiten. Sie helfen bei der Sprachentwicklung ebenso wie beim Aufbau von Freundschaften. Mit Papilio erlernen die Kinder diese Basiskompetenzen spielerisch im frühen Kindesalter. Sie gelten auch als Schutzfaktoren vor problematischen Entwicklungen. Indem Papilio diese stärkt, senkt es zugleich erste Verhaltensauffälligkeiten bei Kindergartenkindern. Dadurch soll gegen die spätere Entwicklung von Sucht und Gewalt vorgegangen werden. Die Wirksamkeit des Programms ist wissenschaftlich belegt. „Aus der Entwicklungspsychologie wissen wir, dass Kinder sozial-emotionale Kompetenzen im frühen Kindesalter lernen müssen, damit sie eine eigene Identität und Selbstwertgefühl aufbauen können. Das wirkt sich positiv auf ihre gesamte weitere Entwicklung und auf ihre psychosoziale Gesundheit aus. Was in dieser frühen Zeit versäumt oder falsch gelernt wird, ist später nur schwer nachzuholen oder zu korrigieren“, erklärte die geschäftsführende Erste Vorsitzende von Papilio e.V., Heidrun Mayer.

Papilio soll in alle Kindergärten einziehen

Die Schlüsselrolle bei der Vermittlung im Kindergarten spielen die pädagogischen Fachkräfte. Für sie erklärte Heidi Scheer, Papilio-Vorstand und –Trainerin, in einem Fachvortrag am Nachmittag, wie das Programm im Kita-Alltag umgesetzt wird. Der Auftritt der Kistenkobolde in Augsburg zielte vor allem darauf, weitere pädagogische Fachkräfte der Region für Papilio zu gewinnen. Diese sollen dann das Präventionsprogramm in ihren Kindergärten einführen. Die psychische Gesundheit der Kleinsten soll nachhaltig gestärkt werden. Um Papilio in einer Einrichtung umzusetzen, durchlaufen die Fachkräfte eine Fortbildung und führen das Programm dann in ihren Gruppen ein. Schlussendlich wird Papilio zum alltäglichen Bestandteil der Kindergartenarbeit. In Bayern wurden seit 2003 mehr als 800 pädagogische Fachkräfte aus 158 Kitas in Papilio fortgebildet. Bundesweit wurden inzwischen mehr als 5.800 Erzieherinnen in dem Programm geschult. Dadurch profitieren mehr als 117.000 Kinder von Papilio.

Augsburger Politiker halten Papilio für sehr wichtig

Verantwortlich für das Präventionsprogramm, die Fortbildung und die wissenschaftliche Basisarbeit ist das Sozialunternehmen Papilio in Augsburg. Papilio arbeitet mit Partnern in ganz Deutschland zusammen. In Augsburg hat das Programm seinen Ursprung. Hier wurde es entwickelt und erstmals in einem Modellprojekt mit 700 Kindern durchgeführt und wissenschaftlich begleitet. „Gesundheitsvorsorge ist eine der wichtigsten kommunalen Aufgaben. Die Prävention gegen Sucht und Gewalt muss früh beginnen. Deshalb müssen wir die pädagogischen Fachkräfte für diese Aufgabe schulen“, sagte Dirk Wurm, Ordnungsreferent der Stadt Augsburg. Die Schirmherrschaft für den Tourauftakt in Augsburg übernahm Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl.

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