Interview

Nusser erzielt „kontinuierliche Umsatzsteigerungen“ trotz Corona

Jörg Lauscher ist seit diesem Jahr Vorsitzender Geschäftsführer der W. Nusser GmbH, Systemlieferant für Metall- und Blechbearbeitung, in Schwabmünchen. Im Interview verrät er, wie sich das Unternehmen in der Krise schlägt und was für die Zukunft geplant ist.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Jörg Lauscher, Sie sind seit diesem Jahr Geschäftsführer bei der W. Nusser GmbH in Schwabmünchen. Wie würden Sie Ihre Anfangszeit beschreiben? 

Jörg Lauscher: Vor einer Beteiligung an einer Gesellschaft und der Übernahme der Geschäftsführung mit rund 100 Mitarbeitern stehen umfangreiche Überlegungen und Planungen zu neuen Vorhaben. Mit Beginn der Corona-Krise mussten diese allerdings erst einmal zurückgestellt werden. Denn die meisten von uns wurden vor eine neue Situation gestellt: Neben Branchen wie der Automobilindustrie waren es auch Kunden der Veranstaltungstechnik, des Messe- und Ladenbaus oder Gastronomieausstatter, die ihre Abnahmemengen deutlich reduziert haben. Gleichzeitig boomte beispielsweise der Bereich Heim und Garten. Die Anfangszeit war entsprechend geprägt von Umstellungen entlang der gesamten Beschaffungs- und Wertschöpfungskette, aber insbesondere auch der personellen Einsatzplanungen.

Sie waren zuvor im Norddeutschen Raum tätig. Was überzeugt Sie an Bayerisch-Schwaben?

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In Niedersachsen betreibe ich seit langem die Firma Smoki Räuchertechnik. Ich war aber die letzten Jahre bereits im Großraum Augsburg im Bereich Stahlerzeugung tätig und seit 2012 hier ansässig. Meine beiden Kinder wurden hier geboren und wachsen in intakten Strukturen auf, zu denen ein großes außerschulisches Angebot an Vereins- und Bildungsangeboten kommt. Ebenso ist der großstädtische Flair immer nah. Dieses Wandern zwischen den Welten Land und Stadt gefällt mir persönlich sehr gut, besonders mein großes Interesse an römischer Geschichte und Sozial- und Stadtentwicklung kann ich hier aussöhnen. Beruflich-wirtschaftlich überzeugt aber auch die verkehrstechnisch gute Anbindung – national und international.

Bereits vor der Krise hatte Ihre Branche mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Wie geht es ihrem Unternehmen jetzt?

Nach dem branchenweiten Schock im Frühjahr konnten wir uns sehr schnell auf die Situation einstellen und insbesondere unsere Kunden, aber auch die Belegschaft überzeugen, dass wir die Produktion aufrechterhalten. Nach einer Talsohle Anfang des Jahres in den Mengenabrufen unserer Bestandskunden spüren wir seitdem eine deutliche Konsolidierung und seit Juli verzeichnen wir kontinuierlich Umsatzsteigerungen.

Wie stellt sich Ihr Unternehmen auf, um gut durch die Krise zu kommen?

Konjunkturschwankungen wird es immer geben, daher agieren wir jetzt nicht aufgeregt im Krisenmodus, sondern planen langfristig. Das klassische Geschäft der Nusser ist das Fertigen von qualitativ hochwertigen Teilen in hohen Stückzahlen, sei es durch Entwicklung mit oder Vorgabe durch unsere Kunden. Um sich breiter aufzustellen und langfristig zu wachsen, öffnen wir uns mit unserer hohen Verarbeitungstiefe auch den lokalen Bedürfnissen der Firmen und Handwerker mit Blechbedarf und Bedarf für geschweißte Teile und Baugruppen.

Wie hat Ihre Vertriebsgesellschaft PS Select GmbH die Corona-Pandemie erlebt?

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Die PS Select GmbH ist ein Spin-Off des Online-Vertriebskanal der Smoki Räuchertechnik. Die dort bereits geführten Produkte sind überwiegend aus dem Segment Grillen und Barbecue mit der Spezialisierung auf Räucherofen zum Veredeln und Haltbarmachen von Lebensmitteln. Dieses Segment erfährt eine hohe Nachfrage durch die Pandemie, da viele Menschen es sich zu Hause einrichten und auch das eigene Verarbeiten von Lebensmitteln erfährt in solchen Zeiten einen größeren Zuspruch. Eines der Ziele des Engagements bei Nusser war ohnehin die Marktchancen zu nutzen, die durch die Kapazitätsgrenzen am norddeutschen Standort nicht ausgeschöpft wurden. Die PS Select konnte daher mit der Verstärkung durch Nusser die hohe Nachfrage immer bedienen und konnte von der Verlagerung zur stärkeren Online-Beschaffung der Verbraucher profitieren.

Was hat sich in den Unternehmen durch Corona im Arbeitsalltag verändert?

Der Arbeitsalltag hat sich im Grunde genommen kaum geändert, denn die Maschinen und Prozesse sind die gleichen. Alltäglich und sichtbar sind natürlich Schutz- und Hygienemaßnahmen, ich hoffe, bald nur noch mahnendes Relikt statt permanenter Begleiter. Schwer in den Arbeitsalltag integrierbar sind allerdings die AHA Regeln, wo Menschen nah zusammen arbeiten, sei es die Reparatur im Schaltschrank mit dem fremden Monteur oder das Biegen von schweren Blechen, was trotz moderner Maschinen häufig nur zu zweit oder dritt machbar ist. Hier kann ich nur jedem Mitarbeiter meinen hohen Respekt zollen, mit dieser Herausforderung Tag für Tag mit einem nicht auflösbaren Gefühl der Unsicherheit umzugehen. Wir haben viele Menschen ohne das Privileg einer Arbeit, für die Home-Office eine Lösung sein kann.

Was hat Nusser für die Zukunft geplant?

Die Aktivitäten für die Zukunft sind vielschichtig. Für unseren modernen Maschinenpark im Bereich Lasern-, Stanzen und Abkanten sind Automatisierungen und Digitalisierungen geplant. Blechfertiger sind schon immer mit der Sicherstellung einer hohen Materialeffizienz konfrontiert, dies werden wir softwaregestützt weiter verstärken. Durch eine Vernetzung der Bereiche Stanzen und Lasern mit dem Abkanten kann Überproduktion vermieden und das Ausbringen erhöht werden. Gleichzeitig erhöhen wir unsere Konstruktionskapazitäten, um auch Anfragen kleinerer Losgrößen begegnen zu können. Dies wird auch unserer starken Schweißgruppe gerecht. Mittelfristig sind Aktivitäten im Bereich Rohrlaserschneiden und langfristig in der Beschichtungstechnologie geplant. Die Aktivitäten lassen sich bereits beim Blick auf unsere Stellenausschreibungen ablesen.

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Jörg Lauscher, Sie sind seit diesem Jahr Geschäftsführer bei der W. Nusser GmbH in Schwabmünchen. Wie würden Sie Ihre Anfangszeit beschreiben? 

Jörg Lauscher: Vor einer Beteiligung an einer Gesellschaft und der Übernahme der Geschäftsführung mit rund 100 Mitarbeitern stehen umfangreiche Überlegungen und Planungen zu neuen Vorhaben. Mit Beginn der Corona-Krise mussten diese allerdings erst einmal zurückgestellt werden. Denn die meisten von uns wurden vor eine neue Situation gestellt: Neben Branchen wie der Automobilindustrie waren es auch Kunden der Veranstaltungstechnik, des Messe- und Ladenbaus oder Gastronomieausstatter, die ihre Abnahmemengen deutlich reduziert haben. Gleichzeitig boomte beispielsweise der Bereich Heim und Garten. Die Anfangszeit war entsprechend geprägt von Umstellungen entlang der gesamten Beschaffungs- und Wertschöpfungskette, aber insbesondere auch der personellen Einsatzplanungen.

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Bereits vor der Krise hatte Ihre Branche mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Wie geht es ihrem Unternehmen jetzt?

Nach dem branchenweiten Schock im Frühjahr konnten wir uns sehr schnell auf die Situation einstellen und insbesondere unsere Kunden, aber auch die Belegschaft überzeugen, dass wir die Produktion aufrechterhalten. Nach einer Talsohle Anfang des Jahres in den Mengenabrufen unserer Bestandskunden spüren wir seitdem eine deutliche Konsolidierung und seit Juli verzeichnen wir kontinuierlich Umsatzsteigerungen.

Wie stellt sich Ihr Unternehmen auf, um gut durch die Krise zu kommen?

Konjunkturschwankungen wird es immer geben, daher agieren wir jetzt nicht aufgeregt im Krisenmodus, sondern planen langfristig. Das klassische Geschäft der Nusser ist das Fertigen von qualitativ hochwertigen Teilen in hohen Stückzahlen, sei es durch Entwicklung mit oder Vorgabe durch unsere Kunden. Um sich breiter aufzustellen und langfristig zu wachsen, öffnen wir uns mit unserer hohen Verarbeitungstiefe auch den lokalen Bedürfnissen der Firmen und Handwerker mit Blechbedarf und Bedarf für geschweißte Teile und Baugruppen.

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Was hat sich in den Unternehmen durch Corona im Arbeitsalltag verändert?

Der Arbeitsalltag hat sich im Grunde genommen kaum geändert, denn die Maschinen und Prozesse sind die gleichen. Alltäglich und sichtbar sind natürlich Schutz- und Hygienemaßnahmen, ich hoffe, bald nur noch mahnendes Relikt statt permanenter Begleiter. Schwer in den Arbeitsalltag integrierbar sind allerdings die AHA Regeln, wo Menschen nah zusammen arbeiten, sei es die Reparatur im Schaltschrank mit dem fremden Monteur oder das Biegen von schweren Blechen, was trotz moderner Maschinen häufig nur zu zweit oder dritt machbar ist. Hier kann ich nur jedem Mitarbeiter meinen hohen Respekt zollen, mit dieser Herausforderung Tag für Tag mit einem nicht auflösbaren Gefühl der Unsicherheit umzugehen. Wir haben viele Menschen ohne das Privileg einer Arbeit, für die Home-Office eine Lösung sein kann.

Was hat Nusser für die Zukunft geplant?

Die Aktivitäten für die Zukunft sind vielschichtig. Für unseren modernen Maschinenpark im Bereich Lasern-, Stanzen und Abkanten sind Automatisierungen und Digitalisierungen geplant. Blechfertiger sind schon immer mit der Sicherstellung einer hohen Materialeffizienz konfrontiert, dies werden wir softwaregestützt weiter verstärken. Durch eine Vernetzung der Bereiche Stanzen und Lasern mit dem Abkanten kann Überproduktion vermieden und das Ausbringen erhöht werden. Gleichzeitig erhöhen wir unsere Konstruktionskapazitäten, um auch Anfragen kleinerer Losgrößen begegnen zu können. Dies wird auch unserer starken Schweißgruppe gerecht. Mittelfristig sind Aktivitäten im Bereich Rohrlaserschneiden und langfristig in der Beschichtungstechnologie geplant. Die Aktivitäten lassen sich bereits beim Blick auf unsere Stellenausschreibungen ablesen.

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