Brandschutz

Notre Dame: Darum fangen historische Bauten schneller Feuer

Einen Monat liegt der Brand von Notre-Dame nun zurück. Zeit, einen weniger aufgeregten Blick auf das Geschehene zu werfen. Wir haben beim Amt für Brand- und Katastrophenschutz nachgefragt.

Mehrere Stunden versuchten Feuerwehrkräfte am Abend des 15. Aprils dem Großbrand, der im Dachstuhl von Notre Dame ausgebrochen war, beizukommen. Doch schon vor dem Feuer bröckelte die Bausubstanz der gotischen Kathedrale. Noch im Oktober, während die Sanierungsarbeiten an Strebebögen, Wasserspeiern und Spitzturm bereits liefen, waren die Kosten von 150 Millionen Euro noch nicht gedeckt. Dann der Brand. In kürzester Zeit konnte ein Vielfaches der ursprünglich benötigten Summe gesammelt werden, wie verschiedene Medien berichteten.

Historische Gebäude kämpfen mit erhöhter Brandlast

Grundsätzlich steige bei allen Arbeiten mit Funkenflug das Risiko für Brände, in Bestandsgebäuden nehme dieses aber durch eine erhöhte Brandlast nochmals zu, so das Amt für Brand- und Katastrophenschutz in Augsburg. Die Brandlast eines Gebäudes errechnet sich aus der Gesamtheit aller im Gebäude verbauten Materialien. Gerade in historischen Bauten finden sich viele organische Baustoffe. Holz wurde nicht nur zur Ausstaffierung des Innenraums verwendet, sondern vor allem im Dachstuhl, in der Deckenkonstruktion oder in Treppenanlagen, also Fluchtwegen, verbaut.

Die meisten Brände in historischen Gebäuden entstehen durch Brandstiftung

Brände bei Sanierungen entstehen jedoch nicht nur bei Schweiß- und Lötarbeiten, sondern auch durch die Unachtsamkeit der Arbeiter. „Die meisten Brände in historischen Gebäuden werden aber durch gezielte Brandstiftung ausgelöst. Auch durch mangelhafte technische und elektrische Anlagen, die häufig im laufenden Betrieb erweitert oder ausgebessert werden und oft nicht mehr den aktuellen Sicherheitsvorschriften entsprechen. Oder durch den fahrlässigen Umgang mit offenem Feuer. Durch fehlende Schottungen und Abschnittsbildungen kann sich dann ein Brand sehr schnell ausbreiten.“, so der Sprecher aus dem Landratsamt.

Fehlende Pläne erschweren Brandschutz-Sanierung zusätzlich

Zwar müssten die Bauvorschriften in Deutschland generell strengeren Richtlinien folgen, Materialien würden hier eingehender geprüft als beispielsweise in England und Frankreich, erklärt das zuständige Amt. Um das Brandrisiko bei Renovierungen im Landkreis Augsburg möglichst gering zu halten, müssen die Firmen hier beispielsweise eine Brandwache, die Schneide- und Schweißarbeiten überwacht, stellen.

Doch einige feuer-beschleunigende Faktoren entziehen sich der Einflussnahme offizieller Richtlinien. Oftmals könne die Altsubstanz aufgrund unvollständiger oder mangelnder Baupläne nicht gänzlich erfasst werden. Ein individuelles Brandschutzkonzept kann folglich gar nicht gänzlich erarbeitet werden.

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