Interview

No 7 in Augsburg: „Planlosigkeit der Politik ist verstörend“

Die Innenstädte sind durch die Pandemie wie ausgestorben. Ulrich Mayer, Geschäftsführer der No 7 Herbert Mayer KG in Augsburg erklärt im Interview, wieso für eine Öffnung der Gastro von größter Wichtigkeit für den Handel ist und weshalb er langfristig von der Pandemie profitieren wird.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie hat die Corona-Pandemie Ihr Geschäft beeinflusst? 

Ulrich Mayer: Natürlich ganz massiv. Zu Beginn der Pandemie wusste niemand, wie damit umzugehen ist. Wir haben jedoch das Glück bei No 7, dass wir mit einem Wein- und Spirituosenanteil von über 50 Prozent als Getränkemarkt gelten und deswegen geöffnet haben dürfen.

Lockdown, Click&Collect. Click&Meet. Gefühlt ist der Handel einem ständigen Hin und Her ausgesetzt.  Wie bewerten Sie die Entscheidungen der Politik?

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Die Planlosigkeit der Politik nach über zwölf Monaten Pandemie ist verstörend und unverständlich. Im Sommer 2020 wäre genug Zeit für Planungen gewesen. Ich bin fest der Meinung, dass die Politik absichtlich so konfus handelt, um die Kunden in Unsicherheit zu halten. Jeder weiß, dass der Handel kein Infektionstreiber ist. Mit meinem Rechts- und Gerechtigkeitsverständnis ist das nicht vereinbar. Gewünscht hätte ich mir eine faire, gerechte und gleiche Behandlung – nach objektiven Kriterien.

Die Krise hat den Wandel zum Online-Handel verstärkt. Wer kauft Whisky online? 

Einfach jeder, der sich gerade nicht in die Stadt traut beziehungsweise meint, dass er aktuell nicht bei uns einkaufen darf. Die Spanne der Online-Einkäufer geht wirklich von Jung bis Alt. Unsere Stammkunden halten zu uns, da besteht eine herzergreifende Solidarität. Daran könnte sich die Politik mal ein Vorbild nehmen.

Wie intensiv nutzen Sie das Internet für Marketing?  

Wir sind schon seit über 25 Jahren online. Natürlich verwenden wir die neuen Medien immer mehr, um auf uns aufmerksam zu machen. Dazu gehört übrigens auch unser neuer Webshop, welchen wir im letzten November gelauncht haben. Er wurde mit Augsburger Agenturen entwickelt und hat eine sechsstellige Summe gekostet.

Aktuell sind die Innenstädte tot. Wie können sie nach Corona wieder belebt werden?  

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Für den Handel wird eine einhergehende Öffnung der Gastronomie von größter Wichtigkeit sein. Ich bin mir sicher, dass die Menschen wieder in die Städte wollen und sich das normale Leben zurückholen. Zentren werden immer ein Ort der Begegnung bleiben. Der Stadtsommer der Stadt Augsburg ist eine perfekte Maßnahme für weitere Belebung. Generell müssen die Einschränkungen so einfach und nachvollziehbar wie nur möglich sein. Auch muss der Kampf gegen das Auto zumindest für die kommende Zeit eingestellt werden. Viele haben Angst vor der Enge im öffentlichen Verkehr. Da ist das Auto faktisch sicherer und dem muss Rechnung getragen werden.

Glauben Sie, dass die Innenstädte auch nach Ende der Pandemie ihre Kunden an Amazon & Co. Endgültig verloren haben? 

Auf gar keinen Fall! Die Menschen sehnen sich nach der Stadt und Gastronomie. Ich glaube sogar, dass wir langfristig von der Pandemie profitieren werden. Denn nun wissen alle, was wir ohne Städte verlieren würden und wie wenig das Shopping im Internet auf Dauer Spaß macht.

Wie ist die Stimmung im Augsburger Einzelhandel? Wie lange halten Sie und Ihre Kollegen noch durch?

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Wir bei No 7 haben rechtzeitig reagiert und für uns besteht keine Gefahr. Die Stimmung bei den Kollegen kann ich leider nicht einschätzen, da ich die meisten lange Zeit nicht mehr gesehen habe. Nachdem die staatlichen Hilfen aber kontinuierlich aufgestockt werden, sehe ich das Ganze inzwischen optimistischer. Wichtig ist, dass die Gelder schnell ausgezahlt werden. Leider wird es aber sicher auch Geschäfte geben, die nicht so lange warten konnten. Gerade der erste Lockdown wurde leider nur sehr schlecht unterstützt. Aber vom Einzelhandelsverband, dessen Vorstand für Augsburg ich bin, kommen ermutigende Zahlen.

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Glauben Sie, dass die Innenstädte auch nach Ende der Pandemie ihre Kunden an Amazon & Co. Endgültig verloren haben? 

Auf gar keinen Fall! Die Menschen sehnen sich nach der Stadt und Gastronomie. Ich glaube sogar, dass wir langfristig von der Pandemie profitieren werden. Denn nun wissen alle, was wir ohne Städte verlieren würden und wie wenig das Shopping im Internet auf Dauer Spaß macht.

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