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Nur eine Woche nachdem bei A³ über die wirtschaftliche Strahlkraft der Universitätsmedizin diskutiert wurde, liefert das Universitätsklinikum Augsburg ein sichtbares Signal: Mit der Eröffnung des Zentrums für Intensivtherapie (ZIT) geht eines der größten Bauprojekte der Klinikgeschichte in Betrieb und ein weiterer Baustein der „Jahrhundertchance“ wird Realität.
Der sechsstöckige Neubau bündelt künftig die intensivmedizinischen Kompetenzen des Hauses. Für die Region ist das weit mehr als eine infrastrukturelle Modernisierung: Es ist ein strategischer Schritt im Umbau vom kommunalen Großklinikum hin zu einer leistungsfähigen Universitätsmedizin mit überregionaler Strahlkraft.
Mit rund 30.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche erreicht das Gebäude die Dimension eines Kreiskrankenhauses. Bis zu 135 Intensiv- und Intermediate-Care-Betten stehen künftig zur Verfügung. Ergänzt wird das Zentrum durch 41 ambulante Therapieplätze in der Interdisziplinären Systemtherapie-Einheit (ISE). Wissenschaftsminister Markus Blume sprach bei der Übergabe von einem „Freudentag für Augsburg“ und einem Startpunkt für das „neue UKA“. Das ZIT setze bundesweit Maßstäbe – technisch wie strukturell.
Für die Region ist das Intensivzentrum ein weiteres Argument im Wettbewerb um Fachkräfte, Forschungsgelder und Unternehmensansiedlungen. Bereits in der A³-Veranstaltung war von bis zu 6.500 zusätzlichen Arbeitsplätzen im Wirtschaftsraum Augsburg die Rede, die durch den Ausbau der Universitätsmedizin mittelbar entstehen könnten.
Medizinisch setzt das ZIT klare Schwerpunkte. Erstmals verfügt der Standort über eine eigenständige Neurologische Intensivstation. Parallel wurde die Stroke Unit deutlich erweitert. Schlaganfall- und neurologische Intensivversorgung gelten als hochspezialisierte Bereiche mit steigender Nachfrage – nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung. Die neue Struktur ermöglicht eine eng verzahnte Behandlung von Diagnostik über Intervention bis zur intensivmedizinischen Betreuung. Für das UKA ist das ein Profilierungsschritt. Bereits heute gelten Umweltmedizin und Informatik als wissenschaftliche Alleinstellungsmerkmale. Mit dem Ausbau der neurologischen Intensivversorgung stärkt das Klinikum nun auch seine klinische Spitzenposition.
Ein weiterer Baustein ist die Interdisziplinäre Systemtherapie-Einheit. Hier werden komplexe Infusions- und Injektionstherapien fachübergreifend gebündelt – etwa in Onkologie, Hämatologie, Nephrologie, Rheumatologie und Neurologie. Der Trend ist eindeutig: Hochkomplexe Therapien verlagern sich zunehmend in den ambulanten Bereich. Das ZIT verbindet stationäre Intensivmedizin und spezialisierte Tagesbehandlungen unter einem Dach – ein Versorgungsmodell, das Effizienz, Patientenorientierung und Wirtschaftlichkeit zusammenführt.
Im Untergeschoss sichern Pathologie, Transfusionsmedizin sowie Labor- und Mikrobiologie die 24/7-Diagnostik. Die räumliche Nähe zur Intensivmedizin verkürzt Entscheidungswege – ein kritischer Faktor in zeitabhängigen Notfällen. Mit der Augsburg Central BioBank (ACBB) ist zudem eine zentrale Forschungsinfrastruktur integriert. Gewebe- und Flüssigproben werden systematisch gesammelt und für wissenschaftliche Projekte nutzbar gemacht. Damit schafft das ZIT nicht nur Versorgungs-, sondern auch Innovationskapazitäten.
Für Augsburg ist das Intensivzentrum ein weiterer Beleg dafür, dass der Transformationsprozess der vergangenen zehn Jahre Fahrt aufgenommen hat. „Das ZIT ist weit mehr als ein Neubau“, sagt der Ärztliche Direktor Prof. Klaus Markstaller. Es sei Teil eines Gesamtkonzepts, das Spezialisierung, Interdisziplinarität und Sicherheitskultur vereine und zugleich der erste Baustein für den kommenden Klinikneubau.