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Der Name Dorint ist vom Augsburger Hotelturm verschwunden. Das Haus mit 184 Zimmern an der Imhofstraße wird künftig vom indischen Prism-Konzern unter der Marke Sunday geführt. Hintergrund ist die Insolvenz der Revo Hospitality Group, die im Januar für rund 140 Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung anmeldete. Für die Augsburger Betreibergesellschaft wurde das Verfahren im April eröffnet, im Juli kündigte der Insolvenzverwalter den Franchisevertrag mit Dorint. Bundesweit übernimmt Prism 24 Revo-Häuser. Die Immobilie selbst bleibt im Eigentum der schwedischen Pandox AB.
Die Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg bewertet den Wechsel auf Anfrage von b4b Schwaben positiv. Sie „begrüßt den Einstieg der Investorengruppe“ und verbindet damit die Erwartung, „dass in den Bauunterhalt und die Modernisierung des Hotels weiter investiert und ein zeitgemäßer, qualitativ hochwertiger Hotelstandard sichergestellt wird“. Das sei wichtig, weil in Augsburg und im Kongress am Park zunehmend hochwertige nationale und internationale Tagungen, Kongresse, Sport- und Messeveranstaltungen stattfänden, für die ein entsprechendes Beherbergungsangebot benötigt werde.
Über die internationalen Vertriebs- und Vermarktungswege der Hotelgruppe sieht die Stadt zudem Chancen auf neue Gästegruppen – im Geschäftsreise-, Tagungs-, Messe- und Kongresstourismus sowie im Freizeittourismus; auch im Medizintourismus könnten sich laut Stadt neue Chancen ergeben. Die geplante Weiterbelebung der Immobilie sei „ein wichtiges Signal für den Hotel- und Kongressstandort Augsburg“.
Nach Angaben des Betriebsratsanwalts, der sich gegenüber der Augsburger Allgemeinen geäußert hat, plant der neue Betreiber einen weitgehend digitalisierten Betrieb: Check-in ohne besetzte Rezeption, zentrale Reservierung, ausgelagerte Reinigung und Technik, Küchenbetrieb im Wesentlichen nur noch für das Frühstück. Von zuletzt 45 Stellen fallen 17 weg – zehn befristete Verträge laufen aus, drei Beschäftigte sind langzeiterkrankt, vier unbefristet Beschäftigten muss gekündigt werden. Bundesweit spricht die Gewerkschaft NGG von rund 500 Kündigungen im Zuge der Prism-Übernahme; der Konzern hat diese Zahl nach Branchenberichten teilweise zurückgewiesen.
Offen ist, ob ein Betrieb ohne dauerhaft anwesendes Personal im 36-geschossigen Hotelturm zulässig wäre. Zum genauen Inhalt des Brandschutznachweises einer privaten baulichen Anlage macht die Stadt aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Angaben. Grundsätzlich gilt der Hotelturm als Hochhaus und damit als Sonderbau nach der Bayerischen Bauordnung. Die objektbezogen festgelegten Anforderungen des Brandschutzes gelten „unabhängig von einem Betreiberwechsel“ und sind vom jeweiligen Betreiber einzuhalten, teilt das Referat für Ordnung, Bevölkerungsschutz, Umwelt und Natur mit. Die „konkrete betriebliche und personelle Organisation“ obliege dabei dem Betreiber.
Ob sich am bestehenden Brandschutznachweis etwas ändert, kann das Bauordnungsamt derzeit nicht bestätigen. Ein erster Termin von Kongress am Park, Regio Augsburg Tourismus und Wirtschaftsförderung mit den neuen Betreibern ist laut Stadt für die kommende Woche vorgesehen. Für den Standort ist das nicht unerheblich: Der große Saal des Kongress am Park fasst bis zu 1.400 Personen, das Nachbarhotel war jahrzehntelang das zentrale Tagungshaus der Stadt. Zudem ist die Zukunft des benachbarten Parkhauses ungeklärt: Die Stadt hatte im Juli den Abriss angeordnet, der Streit zwischen den Eigentümern läuft weiter.
Revo und Prism reagierten auf Anfragen unserer Redaktion nicht.