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MigraNet schafft Integration durch Qualifizierung
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MigraNet/IQ-Landesnetzwerk Bayern

MigraNet schafft Integration durch Qualifizierung

 Dr. Kurt Gribl und Walther Seinsch lernen ihre Mentees kennen. Fotos: B4B Schwaben

Deutschland braucht mehr Fachkräfte, das steht außer Frage. Dabei gibt es viele Menschen mit Migrationshintergrund, die die nötige Qualifizierung mitbringen. Deren Arbeitspotenzial ist jedoch weitgehend ungenutzt. MigraNet will beide Problematiken bekämpfen.

MigraNet ist ein Projekt des IQ-Landesnetzwerks Bayern (Netzwerk „Integration durch Qualifizierung“). MigraNet ermöglicht eine Mentoring-Partnerschaft und bringt dabei qualifizierte Menschen mit Migrationshintergrund – die Mentees – mit etablierten Profis – die Mentoren – zusammen. Vorreiter für dieses Projekt war Kanada, dort werden Migranten seit einiger Zeit erfolgreich in die dortige Wirtschaft eingegliedert. Auch Österreich betreibt dieses Projekt bereits seit 2008 erfolgreich. Nun ist auch Deutschland am Zug und startet mit MigraNet in Augsburg und München.

Ungenutztes Arbeitspotenzial von ausländischen Fachkräften

Stefan Schiele und Sevda Kolkiran, Koordinatoren bei MigraNet, brachten nun die Mentees Anna Matias und Veronika Vlásková mit ihren künftigen Mentoren Dr. Kurt Gribl und Walther Seinsch zusammen. Für Oberbürgermeister Gribl war die Zusage als Mentor selbstverständlich.  „Ich weiß, dass die Projekte hier verantwortungsvoll geführt werden, daher stehe ich gerne als Mentor zur Verfügung. Dieses Projekt ist zukunftsweisend und unablässig für die Wirtschaft in der Region“, so Gribl. Gribl hört von vielen Seiten die aktuelle Problematik auf dem Arbeitsmarkt. „Auf der einen Seite sucht die Wirtschaft händeringend nach Fachkräften. Auf der anderen Seite gibt es Hilfe suchende Menschen aus anderen Ländern, die eine qualifizierte Ausbildung mitbringen, aber damit hier vor Ort nicht viel anfangen können.“

Keine Arbeitserfahrung ohne Netzwerk – keine Netzwerk ohne Arbeitserfahrung

Dass es schwer ist, qualifizierte Ausländer in deutschen Firmen unterzubringen, zeigen auch aktuelle Studien. Rund 115.000 Menschen mit Migrationshintergrund und qualifizierten Abschlüssen gibt es, deren Arbeitspotenzial ungenutzt ist.  Die Gründe dafür sind oft unterschiedliche Kulturen und Sprachen, Ängste und vor allem Unübersichtlichkeit des deutschen Arbeitsmarkts. Ebenso fehlt oft das dringend notwendige Netzwerk, um überhaupt Kontakte in die Branche knüpfen zu können. Das bestätigt auch Schiele: „je höher qualifiziert ein möglicher Arbeitnehmer ist, desto schwieriger ist es, ohne Vernetzung an einen Job zu gelangen. Zwar gibt es bei uns sehr gut ausgebaute Netzwerke, dort ist es aber schwer, reinzukommen.  Durch die fehlende Arbeitserfahrung kommen die ausländischen Fachkräfte nicht in die Netzwerke und ohne das Netzwerk kriegen sie keinen Job. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden.“ Genau an diesem Punkt setzt MigraNet an und schafft direkte Verbindungen zu den Profis, die wiederum weitreichend in der Wirtschaft vernetzt sind.

Sport ist Vorbild für Integration

Auch Walther Seinsch ist einer dieser Profis. Zwar kommt er aus dem Sport, kann jedoch trotzdem als guter Mentor helfen. Auch für ihn war sofort klar, dass er bei dem Projekt mitmacht. Denn auch für ihn ist es erschreckend, wie der demografische Wandel für einen immer größeren Bedarf an Fachkräften sorgt. Für Stefan Schiele ist Seinsch der perfekte Mentor. „Was Gribl für die Kommune darstellt, stellt Seinsch für den Sport dar. Er ist ein Vorreiter in der Anerkennung, denn ohne internationale Spieler würde der Sport heutzutage nicht mehr Funktionen. Daher hat der Sport eine Vorbildfunktion in der Eingliederung von internationalen Fachkräften.“

Hochqualifizierte Mentees für Gribl und Seinsch

Sevda Kolkiran erklärt die Verbindung zwischen Mentor und Mentee. „Die Mentoren verfügen über viel Berufserfahrung und ein großes Netzwerk. Die Mentess müssen lediglich Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und eine gültige und uneingeschränkte Arbeitserlaubnis mitbringen. Die Mentoren geben ihr Netzwerk an ihre Schützlinge weiter und schaffen so die Verbindung zwischen Mentee und Unternehmen.“ Veronika Vláskova und Anna Matias bringen alle nötigen Voraussetzungen mit. Vláskova studierte Sport und Wirtschaftsmanagement und ist seit 4 Jahren professionelle Volleyball-Spielerin, spielte in Frankreich und in Deutschland. Nach der Zeit als Profi-Sportlerin möchte sie wieder in die Wirtschaft und hofft nun, als Mentee von Walther Seinsch ihre beruflichen Wünsche erfüllen zu können.

Mentee darf Gribls Kalender inspizieren

Auch Anna Matias verfügt über einen Studienabschluss. Die gebürtige Polin schloss ihr Studium in Public Relations und Soziologie ab und ist seither PR- und Marketingspezialistin. In Deutschland kommt sie trotz ihrer ausgezeichneten Qualifizierung an keinen Job. Dr. Kurt Gribl soll das ändern. Der hat auch schon einige Vorstellung von der Zusammenarbeit mit seinem Mentee: „Ich könnte Frau Matias mit dem Marketingclub vertraut machen und ihr die Leute dort vorstellen. Natürlich kann sie auch einen Blick in meinen Terminkalender werfen und schauen, was sie interessiert.“ Walther Seinsch hingegen möchte anders vorgehen. „Ich schau mir die Dame kurz an und dann wird sie ins kalte Wasser geschmissen. Telefonnummer, Adresse, Lebenslauf und dann hat sie ihren Job.“ Wenn das so einfach ist, können sich bald zwei Damen über eine neue Beschäftigung in Augsburg freuen. 

Die Bilder vom ersten Kennenlernen zwischen Mentor und Mentee finden Sie hier.

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