„Doing Business in the USA“

Michael Seele im Interview: Arbeiten mit und in Amerika

Am 2. März veranstalten die Wirtschaftsjunioren Augsburg einen Themenabend zu „Doing Business in the USA“. Wir haben mit Michael Seele, Prokurist seele GmbH, vorab gesprochen, worauf es bei Geschäften mit Amerika ankommt und was die Wirtschaft von den Vorwahlen zu erwarten hat.

Die seele GmbH ist seit 20 Jahren in den USA tätig. Michael Seele weiß daher genau, wie man mit und in Amerika arbeitet. Im Vorfeld zum Wirtschaftsjunioren Themenabend „Doing Business in the USA“ am 2. März in der IHK Schwaben, haben wir ihn zu seinen Erfahrungen befragt.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Was können wir von amerikanischen Unternehmen lernen?

Michael Seele: Als Deutsche können wir von der direkten Rede und Ansprache auch unangenehmer Aspekte von Amerikanern lernen. In den USA wird nicht um den heißen Brei herumgeredet, sondern Themen direkt und konkret angesprochen. Die Risikobereitschaft, unter bestimmten Voraussetzungen, ist bei Amerikanern sehr viel höher und das deutsches Sicherheitsdenken „nur ja nichts falsch zu machen“ viel weniger ausgeprägt. Dies kann Chancen eröffnen, man denke nur an Silicon Valley, Tesla, SpaceX…

Worauf muss man achten, wenn man mit amerikanischen Unternehmen arbeitet?

Es ist ein detailliertes und fundamentales Wissen um die Vertragsklauseln essentiell um Risiken und Chancen für das deutsche/europäische Unternehmen vor Vertragsschluss abzuwägen. Ein Verständnis von Vertragsformen und Zahlungsmodalitäten, die sich grundlegend von deutschen unterscheiden, ist anzuraten. Weil die kulturellen Unterschiede zwischen amerikanischen und deutschen Unternehmen so groß sind, sollten soft facts – komme ich mit meinem amerikanischen Vertragspartner auch menschlich klar – nicht außer Acht gelassen werden.

Wie stark ist „Made in Germany“ noch?

Made in Germany hat nach wie vor hohes Ansehen. Gerade in unserer Branche für komplexe Bauvorhaben, aber auch im Automobilbau, wird gerne auf deutsche Unternehmen verwiesen. Stellen Sie sich vor, dass BMW in den USA der größte Autoexporteur ist.

In den USA laufen die Vorwahlen. Ist das in der Wirtschaft spürbar?

Die Vorwahlen finden in den Medien und auf persönlicher Ebene statt, ein Vorzug für diesen oder jenen demokratischen Präsidentschafts-Kandidaten, der gegen Donald Trump antritt, wird unter Managern und Unternehmen praktisch nicht diskutiert. Innenpolitische Themen überwiegen und die Extreme der Kandidaten muss sich bei der Präsidentenwahl im November den breiten Interessen der Bevölkerung anpassen und Realitäten akzeptieren.

Was würde eine Wiederwahl von Donald Trump für Schwabens-Wirtschaft bedeuten?

Abgesehen von medial aufgemachten Strafzöllen die von Zeit zu Zeit und zum Teil zur Überraschung der eigenen Partei die bestimmte Industriezweige und Produkte verhängt die mittelständische schwäbische Unternehmen eventuell treffen können, haben diese Unternehmen sich an die politische Lage angepasst. Die USA sind für viele Unternehmen einer der wichtigsten Absatzmärkte und ich denke hier liegt eine Stärke innovativer Mittelständler, die sich den Marktkonditionen anpassen. Unser Unternehmen ist zum Beispiel auch durch unsere Spezialisierung von Strafzöllen nicht betroffen.

Big Tech vs. Digitale Souveränität – was ist für Unternehmen wichtiger?

Beide Definitionen sind für Unternehmen wichtig, man muss als Unternehmer das richtige Gleichgewicht dafür finden uns festlegen.

Ihre Meinung: Wie kann sich Europa im globalen Markt künftig noch behaupten?

Weiterhin werden europäische Unternehmen im globalen Markt eine wichtige Rolle spielen. Durch tolle Innovationen, Ingenieurs-Kunst und einer stabilen Außenpolitik werden wir diese Position nicht verlieren.

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Michael Seele: Als Deutsche können wir von der direkten Rede und Ansprache auch unangenehmer Aspekte von Amerikanern lernen. In den USA wird nicht um den heißen Brei herumgeredet, sondern Themen direkt und konkret angesprochen. Die Risikobereitschaft, unter bestimmten Voraussetzungen, ist bei Amerikanern sehr viel höher und das deutsches Sicherheitsdenken „nur ja nichts falsch zu machen“ viel weniger ausgeprägt. Dies kann Chancen eröffnen, man denke nur an Silicon Valley, Tesla, SpaceX…

Worauf muss man achten, wenn man mit amerikanischen Unternehmen arbeitet?

Es ist ein detailliertes und fundamentales Wissen um die Vertragsklauseln essentiell um Risiken und Chancen für das deutsche/europäische Unternehmen vor Vertragsschluss abzuwägen. Ein Verständnis von Vertragsformen und Zahlungsmodalitäten, die sich grundlegend von deutschen unterscheiden, ist anzuraten. Weil die kulturellen Unterschiede zwischen amerikanischen und deutschen Unternehmen so groß sind, sollten soft facts – komme ich mit meinem amerikanischen Vertragspartner auch menschlich klar – nicht außer Acht gelassen werden.

Wie stark ist „Made in Germany“ noch?

Made in Germany hat nach wie vor hohes Ansehen. Gerade in unserer Branche für komplexe Bauvorhaben, aber auch im Automobilbau, wird gerne auf deutsche Unternehmen verwiesen. Stellen Sie sich vor, dass BMW in den USA der größte Autoexporteur ist.

In den USA laufen die Vorwahlen. Ist das in der Wirtschaft spürbar?

Die Vorwahlen finden in den Medien und auf persönlicher Ebene statt, ein Vorzug für diesen oder jenen demokratischen Präsidentschafts-Kandidaten, der gegen Donald Trump antritt, wird unter Managern und Unternehmen praktisch nicht diskutiert. Innenpolitische Themen überwiegen und die Extreme der Kandidaten muss sich bei der Präsidentenwahl im November den breiten Interessen der Bevölkerung anpassen und Realitäten akzeptieren.

Was würde eine Wiederwahl von Donald Trump für Schwabens-Wirtschaft bedeuten?

Abgesehen von medial aufgemachten Strafzöllen die von Zeit zu Zeit und zum Teil zur Überraschung der eigenen Partei die bestimmte Industriezweige und Produkte verhängt die mittelständische schwäbische Unternehmen eventuell treffen können, haben diese Unternehmen sich an die politische Lage angepasst. Die USA sind für viele Unternehmen einer der wichtigsten Absatzmärkte und ich denke hier liegt eine Stärke innovativer Mittelständler, die sich den Marktkonditionen anpassen. Unser Unternehmen ist zum Beispiel auch durch unsere Spezialisierung von Strafzöllen nicht betroffen.

Big Tech vs. Digitale Souveränität – was ist für Unternehmen wichtiger?

Beide Definitionen sind für Unternehmen wichtig, man muss als Unternehmer das richtige Gleichgewicht dafür finden uns festlegen.

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