Stadt Augsburg

Mehr Wohngeld: Rund 2.500 Augsburger Haushalte profitieren von neuem Gesetz

Symbolbild. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist ein derzeit viel diskutiertes Thema – auch in Augsburg. Jetzt schafft die Politik zumindest kurzfristig Abhilfe: Ab dem 1. Januar 2016 wird das Wohngeld erhöht. In Augsburg profitieren davon rund 2.500 Haushalte. Die Wohngelderhöhung wird vor allem Geringverdiener und Familien mit nur einem Erwerbseinkommen stärken.

Seit Mitte dieses Jahres wird der Wohnraummangel in deutschen Städten heiß diskutiert. Auch in Augsburg ist das Thema hochaktuell. Gründe für den Wohnraummangel gibt es viele. Eigentlich bräuchte die Fuggerstadt 3,2mal mehr neue Wohnungen pro Jahr, als derzeit gebaut werden. Vor allem bezahlbarer Wohnraum für Geringverdiener wird knapp. Jetzt reagiert die Politik: Zum Jahresbeginn 2016 erhalten Wohngeldbezieher höhere Leistungen. In Augsburg profitieren davon rund 2500 Haushalte. Etwa die Hälfte davon ist erstmals wohngeldberechtigt. Diese Maßnahme schafft zwar nicht mehr Wohnraum, entlastet aber jene, die wohngeldberechtigt sind.

„Anpassung jetzt dringend geboten“

Laut Bürgermeister und Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer „war nach der letzten Anpassung im Jahr 2009 eine Wohngelderhöhung jetzt dringend geboten. Die vom Bundestag beschlossene Novellierung ist eine wichtige Stärkung der Mieter oder Wohnungseigentümer mit geringem oder fehlendem Einkommen. Gerade in den Ballungszentren mit angespanntem Wohnungsmarkt wie hier in Augsburg wird sie dringend gebraucht, damit Menschen mit geringen Einkommen nicht vom Wohnungsmarkt verdrängt werden.“

Gesetzesänderung stärkt Geringverdiener und Familien mit nur einem Erwerbseinkommen

Für das Wohngeld ist das Amt für Soziale Leistungen, Senioren und Menschen mit Behinderung (ASL) zuständig. Wie das Amt mitteilt, sind sowohl Mieter, als auch Bewohner von Eigentumswohnungen oder Eigenheimen wohngeldberechtigt. Die soziale Leistung erhalten überwiegend Rentner, Bezieher von Arbeitslosengeld I (ALG) und Familien mit nur einem Erwerbseinkommen. Wohngeld steht damit Personen zu, deren Einkommen geringfügig über den Einkommensgrenzen von Grundsicherung, Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II liegt. Bezieher dieser Sozialleistungen können kein Wohngeld erhalten, da deren Unterkunftskosten bei diesen Leistungen bereits berücksichtigt sind. Da der Wohngeldanspruch von einer Vielzahl verschiedener Faktoren abhängig ist, gibt es keine allgemeingültigen Einkommensgrenzen.

Rund 1.300 Augsburger Haushalte können mit höherem Wohngeld rechnen

Die etwa 1.300 Haushalte, die heute schon Wohngeld beziehen, können künftig mit höheren Wohngeldzahlungen rechnen. So wird beispielsweise ein allein stehender Rentner mit einer Brutto-Rente von 800 Euro und einer Miete von 300 Euro statt bisher 38 künftig monatlich 77Euro Wohngeld erhalten. Eine alleinerziehende Mutter mit einem Kind, die von 700 Euro Unterhalt, 300 Euro Elterngeld sowie Kindergeld lebt und für ihre Wohnung 500 Euro Miete bezahlt, hat statt bislang 222 Euro künftig einen Wohngeldanspruch von 364 Euro monatlich. Ein Ehepaar mit zwei Kindern und einem Brutto-Erwerbseinkommen von 2.600 Euro (Alleinverdiener) sowie einer Miete von 730 Euro kann künftig mit monatlich 163 Euro statt bislang 27 Euro Wohngeld rechnen.

Kein neuer Antrag notwendig

Personen, deren bisherige Wohngeldbewilligung in das Jahr 2016 hineinreicht, müssen keinen eigenen Antrag stellen. Das höhere Wohngeld wird bewilligt. Ein neuer Wohngeldbescheid wird voraussichtlich im ersten Quartal 2016 verschickt und das ab Januar 2016 zustehende Wohngeld nachbezahlt.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben