Daten-Verschlüsselung im Fokus

Marketing Club Augsburg: Secomba gibt Einblicke in die Gründerszene

Über 40 Mitglieder des Marketing Clubs Augsburg nahmen an Pfundmeiers Vortrag teil. Foto: Sabine Roth
Im Zuge der Veranstaltungsreihe Marketing vor Ort lieferte Andrea Pfundmeier Einblicke in die bayerisch-schwäbische Gründerszene. Die Leiterin berichtete von der Verwirklichung einer Geschäftsidee zum erfolgreichen Unternehmen.

„Wir sind auf die Entwicklung innovativer Software im Bereich Cloud-Sicherheit spezialisiert. 2014 haben wir den ‚Deutschen Gründerpreis‘ in der Kategorie Startups gewonnen. Mit unseren Produkten Boxcryptor und Whisply ermöglichen wir unseren Kunden, Cloud-Speicher sicher zu nutzen“, so Andrea Pfundmeier, Geschäftsführerin und Mitgründerin der Secomba GmbH.

Von der Geschäftsidee zum Erfolgsmodell

Entstanden sind die zwei wichtigsten Secomba-Produkte im Jahr 2011. Die damals 23-Jährige schloss sich mit Robert Freudenreich, einem IT-Experten zusammen. „Wir wollten unsere Daten in der Cloud ablegen, hatten aber Bedenken, ob das alles sicher ist“, so die Geschäftsführerin. Aus diesem Grund entwickelten die beiden Partner eine Software, die Daten sicher kodiert. Inzwischen konnte sich das Augsburger Unternehmen mit ihrem „Boxcryptor“ fest im internationalen IT-Security-Markt positionieren. Die Verschlüsselungs-Software wird heute von Kunden aus über 190 Ländern genutzt. Jährlich erwirtschaftet das Startup einen siebenstelligen Umsatz und ist ein wichtiger Partner von dropbox.

Sicherheit für Nutzer

Um die optimale Sicherheit der Daten der Kunden zu gewährleisten, kann auch das Unternehmen nicht auf die abgelegten Datensätze zugreifen. Lediglich der Kunde kann mithilfe seines Passworts die Cloud-Inhalte abrufen. „Als User darf man sein Passwort nicht vergessen, sonst hat mein keinen Zugriff mehr auf seine Daten. Das ist der Preis der Sicherheit“, erklärt Pfundmeier.

„Wir hatten eine Idee, aber kein Geld!“

Pfundmeier und ihr Mitgründer Robert Freudenreich erhielten zwar das mit 80.000 Euro dotierte EXIST Gründer-Stipendium, erste Gewinne erzielte das Startup aber erst 2015. „Die schwierigste Zeit war das erste Jahr. Wir hatten eine Idee, aber kein Geld!“, so Pfundmeier. Im März 2012 entschieden sich die beiden zu einer agilen Partnerschaft mit einem Investor. „Es war alles sehr aufwendig und langwierig, aber auch spannend. Und natürlich teuer!“

Marketing musste sich zunächst hinten anstellen

Das meiste Geld wurde für die Entwicklung der Software aufgewendet. Die Marketing-Maßnahmen fielen deswegen zunächst gering aus. Als besonders effektiv stellte sich aber die gezielte Pressearbeit, die die Gründer selbst aktiv vorantrieben, heraus. „Ich griff zum Hörer und habe alle Redakteure selbst angerufen. Anders geht das nicht“, erinnert sich Pfundmeier. Auch diese Strategie steigerte den Bekanntheitsgrad des Unternehmens maßgeblich.  

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