Interview

Augsburger Startup Pazls: „Berlin bietet bessere Möglichkeiten“

Das Startup stammt eigentlich aus Königsbrunn, zog lieber nach Berlin und war nun in „Die Höhle der Löwen“ zu sehen. Uns erzählten die drei Gründer, wieso sie doch ohne Investor weitermachen und mit welcher lokalen Branchen-Größe sie zusammenarbeiten.

Möbel, die sich ohne Schrauben und Werkzeuge aufbauen lassen: Diese Geschäftsidee präsentierten Thomas Poddey, Philip McRae und Julian Bäßler in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“. In der Show haben Gründer die Möglichkeit, fünf Unternehmern ihre Erfindungen oder Geschäftsideen vorzustellen. Gefällt einem oder mehreren „Löwen“ die Idee, kann er investieren. 

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie kamen Sie auf die Idee, Möbel mithilfe von Magneten aufzubauen?

Thomas Poddey: Wir Gründer haben uns gegenseitig bei den Umzügen geholfen und waren von Wegwerfmöbeln genervt. Unser Ansporn war es Möbel zu entwickeln, die immer wieder auf-und abgebaut, verändert und erweitert werden können. Mit unserem magnetischen Klicksystem ist es ohne Probleme möglich, die Module auch deutlich öfter als 100 Mal miteinander zu verbinden. Der entscheidende Entwicklungsschritt war, dass der Magnet den Verbindungs-Mechanismus nur auslöst und selbst keine tragende Wirkung hat.

Wie kamen Sie zur Show „Die Höhle der Löwen“?

Der Moment passte perfekt, um nach Investoren oder strategischen Partnern zu suchen. Die Chance, bei der Höhle der Löwen dabei zu sein, wollten wir uns dann nicht entgehen lassen.

Frank Thelen haben Sie von Ihrer Idee überzeugt. Er versprach Ihnen 400.000 Euro für 20 Prozent des Unternehmens. Wieso platze der Deal nach der Sendung?

Frank Thelen und sein Team haben uns bestätigt, dass wir ein hochwertiges und innovatives Produkt haben. Das kostenintensive Wachstum im Möbelmarkt sowie das starke Wettbewerbsumfeld haben jedoch dazu geführt, dass sie sich doch nicht beteiligt haben. Deshalb gab es dann am Ende leider doch keinen Deal.

Wie war die Stimmung, als klar war, dass Sie doch ohne Deal nachhause gehen?

Im ersten Moment waren wir natürlich enttäuscht, dass der Deal nicht zustande gekommen ist. Aber wo sich Türen schließen, öffnen sich auch immer wieder neue.

Wie geht es jetzt nach der Show für Sie weiter?

Wir werden jetzt erstmal aus den eigenen Umsätzen heraus wachsen und konzentrieren uns dabei zunächst auf die DACH Region. Parallel dazu führen wir Gespräche mit potentiellen strategischen Partnern. 

Warum setzen Sie auf einen reinen Online-Direktvertrieb der Produkte?

Wir konzentrieren uns überwiegend auf den Online-Direktvertrieb, um möglichst nah am Kunden zu sein. Aber wir setzen nicht nur auf den Online-Vertrieb, wir werden auch Standorte vor Ort bedienen und Showrooms nutzen. Wir arbeiten zum Beispiel in Augsburg mit Wagner Living zusammen. Außerdem sehen wir in der Objekteinrichtung von Büros und Läden großes Potential. 

Wo lassen Sie Ihre Möbel produzieren?

Ein Großteil wird in Deutschland produziert, einzelne Module lassen wir in Osteuropa fertigen. Wir arbeiten auch mit Betrieben aus der Region zusammen. Die Müller Werkstätte in Königsbrunn fertigt Möbelmodule, Ikusto in Untermeitingen Spritzgussteile für unsere Verbinder. Ohne diese beiden Unternehmen wären wir niemals so weit gekommen. Für die Unterstützung auch in harten Zeiten sind wir sehr dankbar.

Sie stammen alle drei aus Königsbrunn. Wieso haben Sie Ihren Unternehmenssitz kurz nach der Gründung schon nach Berlin verlegt?

Für uns war es damals sehr schwer, Kapital zu erhalten. Berlin bietet in der Hinsicht deutlich bessere Möglichkeiten. Außerdem ist die Startup-Szene etablierter und es gibt viel mehr Gelegenheiten für einen Austausch. Im richtigen Umfeld zu arbeiten hilft enorm, um sich weiterzuentwickeln.

An welchen Stellen gibt es Ihrer Meinung nach noch Aufholbedarf in der Augsburger Startup-Szene?

Augsburg entwickelt sich definitiv in die richtige Richtung. Durch die Gründerzentren an der Universität und an der Hochschule, Innovationsparks oder auch die Eröffnung des Coworking Campus im kommenden Jahr wird ein immer besseres Umfeld geschaffen, damit neue Geschäftsideen entstehen und reifen können. Es könnte aber mehr Networking-Veranstaltungen mit interessanten Sprechern und Vorträgen geben.

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Möbel, die sich ohne Schrauben und Werkzeuge aufbauen lassen: Diese Geschäftsidee präsentierten Thomas Poddey, Philip McRae und Julian Bäßler in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“. In der Show haben Gründer die Möglichkeit, fünf Unternehmern ihre Erfindungen oder Geschäftsideen vorzustellen. Gefällt einem oder mehreren „Löwen“ die Idee, kann er investieren. 

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie kamen Sie auf die Idee, Möbel mithilfe von Magneten aufzubauen?

Thomas Poddey: Wir Gründer haben uns gegenseitig bei den Umzügen geholfen und waren von Wegwerfmöbeln genervt. Unser Ansporn war es Möbel zu entwickeln, die immer wieder auf-und abgebaut, verändert und erweitert werden können. Mit unserem magnetischen Klicksystem ist es ohne Probleme möglich, die Module auch deutlich öfter als 100 Mal miteinander zu verbinden. Der entscheidende Entwicklungsschritt war, dass der Magnet den Verbindungs-Mechanismus nur auslöst und selbst keine tragende Wirkung hat.

Wie kamen Sie zur Show „Die Höhle der Löwen“?

Der Moment passte perfekt, um nach Investoren oder strategischen Partnern zu suchen. Die Chance, bei der Höhle der Löwen dabei zu sein, wollten wir uns dann nicht entgehen lassen.

Frank Thelen haben Sie von Ihrer Idee überzeugt. Er versprach Ihnen 400.000 Euro für 20 Prozent des Unternehmens. Wieso platze der Deal nach der Sendung?

Frank Thelen und sein Team haben uns bestätigt, dass wir ein hochwertiges und innovatives Produkt haben. Das kostenintensive Wachstum im Möbelmarkt sowie das starke Wettbewerbsumfeld haben jedoch dazu geführt, dass sie sich doch nicht beteiligt haben. Deshalb gab es dann am Ende leider doch keinen Deal.

Wie war die Stimmung, als klar war, dass Sie doch ohne Deal nachhause gehen?

Im ersten Moment waren wir natürlich enttäuscht, dass der Deal nicht zustande gekommen ist. Aber wo sich Türen schließen, öffnen sich auch immer wieder neue.

Wie geht es jetzt nach der Show für Sie weiter?

Wir werden jetzt erstmal aus den eigenen Umsätzen heraus wachsen und konzentrieren uns dabei zunächst auf die DACH Region. Parallel dazu führen wir Gespräche mit potentiellen strategischen Partnern. 

Warum setzen Sie auf einen reinen Online-Direktvertrieb der Produkte?

Wir konzentrieren uns überwiegend auf den Online-Direktvertrieb, um möglichst nah am Kunden zu sein. Aber wir setzen nicht nur auf den Online-Vertrieb, wir werden auch Standorte vor Ort bedienen und Showrooms nutzen. Wir arbeiten zum Beispiel in Augsburg mit Wagner Living zusammen. Außerdem sehen wir in der Objekteinrichtung von Büros und Läden großes Potential. 

Wo lassen Sie Ihre Möbel produzieren?

Ein Großteil wird in Deutschland produziert, einzelne Module lassen wir in Osteuropa fertigen. Wir arbeiten auch mit Betrieben aus der Region zusammen. Die Müller Werkstätte in Königsbrunn fertigt Möbelmodule, Ikusto in Untermeitingen Spritzgussteile für unsere Verbinder. Ohne diese beiden Unternehmen wären wir niemals so weit gekommen. Für die Unterstützung auch in harten Zeiten sind wir sehr dankbar.

Sie stammen alle drei aus Königsbrunn. Wieso haben Sie Ihren Unternehmenssitz kurz nach der Gründung schon nach Berlin verlegt?

Für uns war es damals sehr schwer, Kapital zu erhalten. Berlin bietet in der Hinsicht deutlich bessere Möglichkeiten. Außerdem ist die Startup-Szene etablierter und es gibt viel mehr Gelegenheiten für einen Austausch. Im richtigen Umfeld zu arbeiten hilft enorm, um sich weiterzuentwickeln.

An welchen Stellen gibt es Ihrer Meinung nach noch Aufholbedarf in der Augsburger Startup-Szene?

Augsburg entwickelt sich definitiv in die richtige Richtung. Durch die Gründerzentren an der Universität und an der Hochschule, Innovationsparks oder auch die Eröffnung des Coworking Campus im kommenden Jahr wird ein immer besseres Umfeld geschaffen, damit neue Geschäftsideen entstehen und reifen können. Es könnte aber mehr Networking-Veranstaltungen mit interessanten Sprechern und Vorträgen geben.

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