Größtes Freiluftkaufhaus

Lohnt sich die Augsburger Dult noch für Händler?

Die Augsburger Dult zählt seit Jahrhunderten zu den Wahrzeichen der Fuggerstadt. Mehr als 100 Stände locken zwei Mal im Jahr zahlreiche Besucher an. Doch die Händler stoßen besonders dieses Frühjahr immer wieder auf Probleme.

Seit gut einer Woche haben die Händler auf der Augsburger Dult ihre Stände aufgebaut. Die Dult ist das größte Freiluftkaufhaus von Augsburg – doch das macht den Umsatz besonders vom Wetter abhängig. „Es war die letzten Tage einfach zu heiß“, erklärt Peter Conato. Er verkauft zusammen mit seiner Frau einen Gemüsehobel. Bei Spezialprodukten komme es dabei nicht auf die Menge, sondern auf die Qualität an, weiß er: „Die Augsburger Kunden sind treu. Wenn die Qualität gut ist, kommen sie immer wieder. Aber wenn nicht, werfen sie es einem auch um die Ohren“, äußert er sich.

Wenig Rummel bedeutet besseres Geschäft

Gut einen Kilometer ist die Dult lang, 115 Marktstände wurden dieses Frühjahr zugelassen. Einige davon sind auch das erste Mal dabei, doch besonders die Stände mit langer Dult-Tradition werden von Händlern betrieben, welche – trotz Schwierigkeiten – hinter der Veranstaltung stehen. „Seit 32 Jahren sind wir schon hier dabei“, erzählt Heidi Reichl. Sie betreibt Reichls Gewürzstand und schätzt besonders die Atmosphäre der Dult für ihr Geschäft: „Es ist gut, dass hier kein großer Rummel ist. Dann wäre es nämlich oft zu laut, um mit den Kunden noch gescheit zu sprechen“.

Das ist die Augsburger Frühjahrsdult 2019

Smalltalk belebt den Handel

Doch hebt das kleine Gespräch zwischen Verkäufer und Kunde wirklich die Qualität des Einkaufes an? Für Ronald Plötz absolut. Dieser grillt mit seinen Kollegen in der Riesenbosna diverse Würste und verkauft Fischsemmeln. Für ihn macht gerade der Smalltalk zwischen Kunde und Verkäufer den Charme der Dult aus, die sich besonders für Imbisshändler immer lohnt. „Für Spezialprodukte kommen die Leute eben nur einmal hier her. Die Imbissstände verkaufen regelmäßiger.“

Doch auch bei der Riesenbosna machte sich das Wetter bemerkbar: „Das Wetter war einfach zu gut. Da sind die Leute eher im Garten oder im Wald radfahren“, erklärt er einer Kundin, während er eine rote Bratwurst über die Theke reicht. Einen Trend in der Kundschaft – auch wenn sie bislang geringer war, als erhofft – erkennt Plötz trotzdem: „Es kommen in der letzten Zeit wieder mehr junge Menschen auf die Dult. Ich denke, die schätzen, dass die Ware hier auf der Dult frisch ist, und dass man Smalltalk führen kann“, sagte er, „außerdem tragen auch immer mehr junge Menschen Tracht“, lacht er.

Internet ist starke Konkurrenz

Kritisch sehen jedoch Stefanie und Franz Xaver Michl die Entwicklung der Dult. Die beiden verkaufen Holzkunsthandwerk und Schreinereiprodukte. „In der letzten Zeit geben die Besucher nicht mehr so viel Geld aus“, bedauern sie, „außerdem ist die Parksituation nicht optimal und auch der Internethandel zeiht Kunden ab“. Der Marktstand F. Xaver Michl möchte deswegen auf die Einzigartigkeit seiner Produkte setzen, um so dem Onlinehandel voraus zu sein. „Am meisten verkaufen wir Beratung und Informationen“, so Michl, „aber die sind ja auch kostenlos.“

Stammkunden sind wichtige Stütze

Doch im kompletten Überblick über die Marktstände wird das Geschäft insgesamt positiv bewertet. Besonders auf die Stammkundschaft sei immer Verlass erklären die allermeisten Händler. „Wir verkaufen nur Käse und Oliven“, erklärte beispielsweise Manuel Wolf von Siegfried Wolf Käse und Oliven, „Damit ist es dieses Frühjahr zwar nur sämig losgegangen, aber unsere Kunden wissen schon genau, was sie bei uns wollen und kommen genau deswegen wieder“.

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Gut einen Kilometer ist die Dult lang, 115 Marktstände wurden dieses Frühjahr zugelassen. Einige davon sind auch das erste Mal dabei, doch besonders die Stände mit langer Dult-Tradition werden von Händlern betrieben, welche – trotz Schwierigkeiten – hinter der Veranstaltung stehen. „Seit 32 Jahren sind wir schon hier dabei“, erzählt Heidi Reichl. Sie betreibt Reichls Gewürzstand und schätzt besonders die Atmosphäre der Dult für ihr Geschäft: „Es ist gut, dass hier kein großer Rummel ist. Dann wäre es nämlich oft zu laut, um mit den Kunden noch gescheit zu sprechen“.

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