Lechwerke AG

LEW-Energiefassade besteht ersten Testlauf

Norbert Schürmann und Jürgen Münzer präsentieren die ersten Ergebnisse der LEW-Energiefassade. Foto: B4B SCHWABEN
Norbert Schürmann und Jürgen Münzer präsentieren die ersten Ergebnisse der LEW-Energiefassade. Foto: B4B SCHWABEN

Mit Bildergalerie: Die Energiewende schreitet mit großen Schritten voran, die EEG-Umlage hingegen bitete immer weniger Anreiz für Stromeinspeisungen. Die Lechwerke AG mit Sitz in Augsburg hat ein einzigartiges Pilotprojekt geschaffen, um den aktuellen Anforderungen an Energiewende und EEG-Umlage bestmöglich gerecht zu werden.

von Sandra Hinzmann, Online-Redaktion

Fotovoltaikanlagen sind bekannt dafür, an Hausdächern oder auf großen Flächen am Boden – in sogenannten Solarparks – angebracht zu werden. In der Stuttgarter Straße 4 in Augsburg – am Ausbildungszentrum der LEW sind die Solarzellen ungewohnt angebracht: an der Außenfassade des Gebäudes. Das Pilotprojekt LEW-Energiefassade ist bislang einmalig. Es soll genau so viel Strom produziert werden, wie tatsächlich benötigt wird. Eine Einspeisung ins Stromnetz wird überflüssig – ein Batteriespeicher sammelt überschüssige Wärme für sonnenarme Zeiten.

Ergebnisse seit Installation wie erwartet gut

Ende Februar ging das Leuchtturmprojekt der LEW an den Start, eine großflächige Fotovoltaikanlage wurde an der südlichen Außenfassade des Ausbildungszentrums angebracht, ebenso ein zusätzlicher Batteriespeicher installiert. Mit der neuartigen Installation soll getestet werden, ob und wie Solarstrom gleichmäßiger über den Tages- und Jahresverlauf genutzt werden kann. Nach rund vier Monaten Laufzeit stellten Norbert Schürmann, LEW-Vorstandsmitglied, und Jürgen Münzer, LEW-Projektleiter Innovationen, die Ergebnisse vor. Die bisherigen Daten zeigen, dass die Anlage den erwarteten Ertrag liefert. Bislang konnte die LEW-Energiefassade rund 80 Prozent des Strombedarfs der Ausbildungswerkstatt selbst produzieren.

Ertrag ist über das Jahr hinweg ausgeglichener

Die Vorteile einer Energiefassade inklusive Batteriespeicher liegen klar auf der Hand: Sie ist als Zweitanlage zur Eigenstromversorgung bei einer bereits vorhandenen Vollspeiser-Fotovoltaikanlage nutzbar. Sie stellt eine gute Alternative bei kritischen Dächern aufgrund der Statik oder des Alters da und erfährt keine Leistungsbeeinträchtigung bei Niederschlag wie Schnee. Zudem kann mit einem Kombi-Wärmespeicher Trinkwasser erhitzt werden. Der zusätzliche Batteriespeicher sammelt überschüssige Energie für sonnenarme Zeiten. Das Gesamtkonzept ermöglicht ein ausgeglichenes Ertragsverhalten über das ganze Jahr hinweg.

Solaranlage lohnt sich bereits nach 10 Jahren

Energieerzeugung wird durch eine Energiefassade insgesamt wirtschaftlicher. „Der Sinn dahinter ist es, möglichst wenig eigenproduzierten Strom in das Netz einzuspeisen, dafür möglichst viel davon zu verwerten“, erklärt Projektleiter Jürgen Münzer. Auf Grundlage der Gesamtverbrauchsdaten der Ausbildungswerkstatt berechnete Münzer zunächst die Anlagengröße der Fotovoltaikanlage und die Speicherleistung des Batteriespeichers. Zum Einsatz kamen Solarmodule mit einer Gesamtfläche von 202 Quadratmetern auf 119 Metern Länge entlang der Betriebshallen. Zusätzlich wurde ein Blei-Gel-Batteriespeicher mit einer Bruttokapazität von 33 Kilowattstunden, wobei 16 Kilowattstunden nutzbar sind. 82.000 Euro kostete das Solarprojekt. Die Amortisationszeit liegt bei rund 10 Jahren.

Netze werden durch Eigenverbrauch entlastet

Da die Module senkrecht an der südlichen Außenfassade angebracht sind, fallen die Sonnenstrahlen gleichmäßiger über den Tag verteilt auf die Anlage. Der zugehörige Blei-Gel-Batteriespeicher speichert den überschüssigen Solarstrom und gibt ihn bei Bedarf ab. Herkömmliche Dachanlagen waren bislang lediglich darauf ausgelegt, möglichst viel Strom zu erzeugen und ins Netz einzuspeisen, unabhängig davon, ob dieser benötigt wird. „Die Kombination von der Energiefassade und dem Batteriespeicher hat sich in den vergangenen Monaten bewährt. Der erzeugte Solarstrom wird zu großen Teile verbraucht – das entlastet auch die Netze“, so Jürgen Münzer.

EEG-Vergütungssätze sinken – Eigenverbrauch wird rentabel

Die Einspeisung von selbst produziertem Strom in die Netze wird durch die EEG-Umlage sowieso immer unrentabler. „Bei sinkenden EEG-Vergütungssätzen wird das Thema Eigenverbrauch immer attraktiver – sowohl für Privathaushalte, als auch für Unternehmen. Die Ausrichtung am tatsächlichen Strombedarf ist dabei ein wichtiger Baustein“, weiß Norbert Schürmann, LEW-Vorstand. „Statt eines Energieüberschusses zur Mittagszeit brauchen wir einen gleichmäßigeren Ertrag über den Tag verteilt. Mit der Energiefassade und dem Batteriespeicher machen wir einen Schritt in diese Richtung.“

Einsatz von Energiefassaden auch in Privathaushalten möglich

Aktuell untersucht die LEW auch den Einsatz von Fotovoltaikanlagen und Batteriespeichern in Privathaushalten. So werden seit zwei Jahren in drei Testhaushalten in Bayerisch-Schwaben verschiedene Kombinationen aus Fotovoltaikanlagen und Batteriespeichern in der Alltagspraxis getestet. Die bisherigen Ergebnisse verdeutlichen, dass die Haushalte bis zu 75 Prozent ihres gesamten Strombedarfs decken können. Doch auch hier sind die Haushalte auch weiterhin auf den Bezug von Reserve- und Spitzenleistung aus dem Stromnetz angewiesen.

LEW-Energiefassade entspricht Erwartungen
Norbert Schürmann und Jürgen Münzer präsentieren die ersten Ergebnisse der LEW-Energiefassade. Foto: B4B SCHWABEN
Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Lechwerke AG

LEW-Energiefassade besteht ersten Testlauf

Norbert Schürmann und Jürgen Münzer präsentieren die ersten Ergebnisse der LEW-Energiefassade. Foto: B4B SCHWABEN
Norbert Schürmann und Jürgen Münzer präsentieren die ersten Ergebnisse der LEW-Energiefassade. Foto: B4B SCHWABEN

Mit Bildergalerie: Die Energiewende schreitet mit großen Schritten voran, die EEG-Umlage hingegen bitete immer weniger Anreiz für Stromeinspeisungen. Die Lechwerke AG mit Sitz in Augsburg hat ein einzigartiges Pilotprojekt geschaffen, um den aktuellen Anforderungen an Energiewende und EEG-Umlage bestmöglich gerecht zu werden.

von Sandra Hinzmann, Online-Redaktion

Fotovoltaikanlagen sind bekannt dafür, an Hausdächern oder auf großen Flächen am Boden – in sogenannten Solarparks – angebracht zu werden. In der Stuttgarter Straße 4 in Augsburg – am Ausbildungszentrum der LEW sind die Solarzellen ungewohnt angebracht: an der Außenfassade des Gebäudes. Das Pilotprojekt LEW-Energiefassade ist bislang einmalig. Es soll genau so viel Strom produziert werden, wie tatsächlich benötigt wird. Eine Einspeisung ins Stromnetz wird überflüssig – ein Batteriespeicher sammelt überschüssige Wärme für sonnenarme Zeiten.

Ergebnisse seit Installation wie erwartet gut

Ende Februar ging das Leuchtturmprojekt der LEW an den Start, eine großflächige Fotovoltaikanlage wurde an der südlichen Außenfassade des Ausbildungszentrums angebracht, ebenso ein zusätzlicher Batteriespeicher installiert. Mit der neuartigen Installation soll getestet werden, ob und wie Solarstrom gleichmäßiger über den Tages- und Jahresverlauf genutzt werden kann. Nach rund vier Monaten Laufzeit stellten Norbert Schürmann, LEW-Vorstandsmitglied, und Jürgen Münzer, LEW-Projektleiter Innovationen, die Ergebnisse vor. Die bisherigen Daten zeigen, dass die Anlage den erwarteten Ertrag liefert. Bislang konnte die LEW-Energiefassade rund 80 Prozent des Strombedarfs der Ausbildungswerkstatt selbst produzieren.

Ertrag ist über das Jahr hinweg ausgeglichener

Die Vorteile einer Energiefassade inklusive Batteriespeicher liegen klar auf der Hand: Sie ist als Zweitanlage zur Eigenstromversorgung bei einer bereits vorhandenen Vollspeiser-Fotovoltaikanlage nutzbar. Sie stellt eine gute Alternative bei kritischen Dächern aufgrund der Statik oder des Alters da und erfährt keine Leistungsbeeinträchtigung bei Niederschlag wie Schnee. Zudem kann mit einem Kombi-Wärmespeicher Trinkwasser erhitzt werden. Der zusätzliche Batteriespeicher sammelt überschüssige Energie für sonnenarme Zeiten. Das Gesamtkonzept ermöglicht ein ausgeglichenes Ertragsverhalten über das ganze Jahr hinweg.

Solaranlage lohnt sich bereits nach 10 Jahren

Energieerzeugung wird durch eine Energiefassade insgesamt wirtschaftlicher. „Der Sinn dahinter ist es, möglichst wenig eigenproduzierten Strom in das Netz einzuspeisen, dafür möglichst viel davon zu verwerten“, erklärt Projektleiter Jürgen Münzer. Auf Grundlage der Gesamtverbrauchsdaten der Ausbildungswerkstatt berechnete Münzer zunächst die Anlagengröße der Fotovoltaikanlage und die Speicherleistung des Batteriespeichers. Zum Einsatz kamen Solarmodule mit einer Gesamtfläche von 202 Quadratmetern auf 119 Metern Länge entlang der Betriebshallen. Zusätzlich wurde ein Blei-Gel-Batteriespeicher mit einer Bruttokapazität von 33 Kilowattstunden, wobei 16 Kilowattstunden nutzbar sind. 82.000 Euro kostete das Solarprojekt. Die Amortisationszeit liegt bei rund 10 Jahren.

Netze werden durch Eigenverbrauch entlastet

Da die Module senkrecht an der südlichen Außenfassade angebracht sind, fallen die Sonnenstrahlen gleichmäßiger über den Tag verteilt auf die Anlage. Der zugehörige Blei-Gel-Batteriespeicher speichert den überschüssigen Solarstrom und gibt ihn bei Bedarf ab. Herkömmliche Dachanlagen waren bislang lediglich darauf ausgelegt, möglichst viel Strom zu erzeugen und ins Netz einzuspeisen, unabhängig davon, ob dieser benötigt wird. „Die Kombination von der Energiefassade und dem Batteriespeicher hat sich in den vergangenen Monaten bewährt. Der erzeugte Solarstrom wird zu großen Teile verbraucht – das entlastet auch die Netze“, so Jürgen Münzer.

EEG-Vergütungssätze sinken – Eigenverbrauch wird rentabel

Die Einspeisung von selbst produziertem Strom in die Netze wird durch die EEG-Umlage sowieso immer unrentabler. „Bei sinkenden EEG-Vergütungssätzen wird das Thema Eigenverbrauch immer attraktiver – sowohl für Privathaushalte, als auch für Unternehmen. Die Ausrichtung am tatsächlichen Strombedarf ist dabei ein wichtiger Baustein“, weiß Norbert Schürmann, LEW-Vorstand. „Statt eines Energieüberschusses zur Mittagszeit brauchen wir einen gleichmäßigeren Ertrag über den Tag verteilt. Mit der Energiefassade und dem Batteriespeicher machen wir einen Schritt in diese Richtung.“

Einsatz von Energiefassaden auch in Privathaushalten möglich

Aktuell untersucht die LEW auch den Einsatz von Fotovoltaikanlagen und Batteriespeichern in Privathaushalten. So werden seit zwei Jahren in drei Testhaushalten in Bayerisch-Schwaben verschiedene Kombinationen aus Fotovoltaikanlagen und Batteriespeichern in der Alltagspraxis getestet. Die bisherigen Ergebnisse verdeutlichen, dass die Haushalte bis zu 75 Prozent ihres gesamten Strombedarfs decken können. Doch auch hier sind die Haushalte auch weiterhin auf den Bezug von Reserve- und Spitzenleistung aus dem Stromnetz angewiesen.

LEW-Energiefassade entspricht Erwartungen
Norbert Schürmann und Jürgen Münzer präsentieren die ersten Ergebnisse der LEW-Energiefassade. Foto: B4B SCHWABEN
Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben