Ehemaliges OSRAM-Lampengeschäft

LEDVANCE verlässt Arbeitgeberverband vbm

Das LEDVANCE Werk in Augsburg. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
LEDVANCE ist aus dem Arbeitgeberverband vbm ausgetretenen. Für die Beschäftigten bedeutet das: Der erst kürzlich ausgehandelte Tarifvertrag ist für sie nicht bindend. Davon sind auch die Mitarbeiter am Standort Augsburg betroffen.

LEDVANCE hat den Arbeitgeberverband vbm verlassen. Das wurde unserer Redaktion inzwischen bestätigt. Dadurch gelten die ausgehandelten Tariferhöhungen für die Beschäftigten des Unternehmens nicht mehr. LEDVANCE will jedoch an den aktuell laufenden Tarifverträgen festhalten. 

LEDVANCE hält weiterhin an Schließungsplänen fest

Als Grund für den Austritt gibt LEDVANCE die wirtschaftlich schwierig Gesamtlage des Unternehmens an. Dies sei ein vorläufiger Schritt, der dazu beitragen soll, die Kostenposition des Unternehmens zu verbessern und die Zukunft zu sichern. Das Unternehmen möchte den Mitarbeitern auch zukünftig Einkommenssteigerungen ermöglichen und strebt zeitnah eine entsprechende Regelung an, heißt es vonseiten LEDVANCE. Die Entscheidung wurde somit im Interesse des Gesamtunternehmens und seiner Beschäftigten getroffen. „Aus denselben Motiven wurde auch der Plan gefasst, die Werke in Augsburg und Berlin zu schließen und die Logistikaktivitäten zu konzentrieren. Auch an diesen Planungen halten wir weiter fest“, sagte Jacob Tarn, neuer CEO von Ledvance.

Für die Tarifmitarbeiter der LEDVANCE GmbH ist der aktuelle Tarifvertrag weiterhin wirksam. Künftige Änderungen des Tarifvertrages beziehungsweise der Tarifverträge, die zwischen der IG Metall und einem Arbeitgeberverband in der Bayerischen oder Berliner Metall- und Elektroindustrie zukünftig beschlossen werden, entfalten somit keine Wirkung mehr. Das gilt auch für den jüngst beschlossenen Pilotabschluss für die Metall- und Elektroindustrie, der ab 1. April 2018 unter anderem eine Lohnerhöhung von 4,3 Prozent vorsieht.

Mehr Geld für Beschäftige der Metall- und Elektroindustrie

So haben sich die IG Metall und der Arbeitgeberverband vbm in Bayern kürzlich auf die Übernahme des Pilotabschlusses für die Metall- und Elektroindustrie geeinigt. Damit erhalten die bayerischen Beschäftigten ab dem 1. April 4,3 Prozent mehr Geld. Für Januar bis März gibt es zudem eine Einmalzahlung von 100 Euro.

2019 bekommt jeder Beschäftigte ein tarifliches Zusatzgeld in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsgehalts und eine Sonderzahlung von 400 Euro. Eltern, Pflegende und Schichtarbeiter haben die Wahloption, statt dieses tariflichen Zusatzgeldes acht zusätzliche freie Tage zu bekommen. Zwei dieser Tage finanziert der Arbeitgeber. Außerdem bekommen Auszubildende künftig zwei zusätzliche, bezahlte freie Tage vor Abschlussprüfungen.

LEDVANCE will traditionsreiches Augsburger Werk schließen

In Augsburg war der Leuchtmittel-Hersteller OSRAM lange Zeit mit einem eigenen Werk vertreten. Schlussendlich wurde das Lampengeschäft jedoch abgespalten: Die Ex-OSRAM-Sparte firmiert nun unter dem Namen LEDVANCE. Das Unternehmen beschäftigt rund 9.000 Mitarbeiter, ist in mehr als 120 Ländern präsent und macht einen jährlichen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro.

Im November 2017 kündigte LEDVANCE bereits an, rund 1.300 Stellen in Deutschland abbauen zu wollen. Die Werke Berlin und Augsburg sollen komplett geschlossen werden. Die LEDVANCE GmbH teilte zudem inzwischen mit, die Logistik-Aktivitäten am Standort in Augsburg ebenfalls einstellen zu wollen.

Personelle Neustruktur bei LEDVANCE

Gleichzeitig gab es mehrere personelle Veränderungen bei LEDVANCE. Jes Munk Hansen schied im Dezember 2017 aus dem Unternehmen aus, Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Minning verließ LEDVANCE nur wenige Tage später ebenfalls. Seit Kurzem ist zudem klar, dass Dr. Jacob Tarn neuer CEO wird.

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