Standort-Umfrage, Folge 6

Lechwerke AG: „Die Corona-Krise ist noch nicht überwunden“

Wir haben bei Augsburger Unternehmen nachgefragt, wie sie die aktuelle Corona-Lage am Standort einschätzen. Dr. Markus Litpher, Vorstandsmitglied der Lechwerke AG, hat im Interview erklärt, weshalb es wichtig ist, sich auf die Stärken des Standorts zu besinnen und weshalb er zuversichtlich bleibt.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Die Corona-Krise hinterlässt immer deutlichere Spuren am Standort Augsburg. Wie schätzen Sie die aktuelle Lage ein?

Dr. Markus Litpher: Die Lage ist weiterhin schwierig – die Corona-Krise ist noch nicht überwunden. Wir müssen ein erneutes Ansteigen der Infektionszahlen und vor allem einen zweiten Lockdown vermeiden: Abstand halten, Hygienevorgaben beachten und Masken tragen – das sind auch für die kommenden Monate weiterhin wichtige Verhaltensregeln. Mit Blick auf die regionale Wirtschaft sehen wir aber auch Signale einer Erholung in einzelnen Bereichen. Bei allen Problemen sollten wir mutig nach vorne sehen: Die Pandemie hat vieles verändert, manches hat sie beschleunigt – etwa im Bereich neuer Arbeitsweisen. Solche Entwicklungen gilt es nun konsequent weiter zu führen. Chancen nutzen wir, wo sie sich bieten.

Mit welchem Gefühl blicken Sie auf die nächsten drei Monate? Mit welchen Entwicklungen rechnen Sie?

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Jetzt im Herbst müssen wir die Entwicklung der Fallzahlen aufmerksam beobachten. Bei LEW haben wir umfangreiche Maßnahmen ergriffen, die wir jeweils an die aktuelle Lage anpassen. Der sichere Betrieb der Infrastrukturen für Strom und Telekommunikation sowie der Schutz der Mitarbeiter haben dabei höchste Priorität. Die Investitionen in die Digitalisierung, die wir in den letzten Jahren getätigt haben, zahlen sich jetzt besonders aus. Der andere wichtige Faktor in so einer Situation ist das Team selbst: Entschlossenheit, Zusammenhalt, Durchhaltevermögen, Augenmaß – auf diese Qualitäten kommt es bei der Bewältigung solcher Herausforderungen an. Mit dieser Haltung blicken wir nach vorn.

Was muss passieren, dass der Standort weiter attraktiv bleibt?

Wir müssen uns auf die Stärken des Wirtschaftsstandorts Augsburg besinnen. Diese liegen im guten Größenmix bei vorherrschender mittelständischer Prägung, der Diversifizierung der Wirtschaft in verschiedenen Branchen, exzellenten Hochschulen und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, einer wachsenden Gründerszene und einem Ökosystem, das Innovationen über die Branchengrenzen hinweg begünstigt. Nun kommt es darauf an, Innovationsprozesse in Zukunftsfeldern wie Ressourceneffizienz, Umwelt und IT gezielt weiterzuentwickeln. Ein wichtiger Impuls ist hierfür die HighTech Agenda Plus der Bayerischen Staatsregierung. Durch dieses Zukunftsprogramm für die Region Augsburg werden in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Wasserstoff 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Braucht es politische Unterstützung? Wenn ja, in welcher Form?

Es kommt zum einen auf breit angelegte und branchenübergreifende Unterstützungsmaßnahmen an. Hier steht das Gesamtinteresse der Wirtschaft im Vordergrund. Die Regierung hat umfassende Maßnahmen ergriffen, etwa die Ausweitung und Verlängerung des Kurzarbeitergeldes, Steuererleichterungen oder Grundsicherung für Soloselbstständige. Auch das Konjunkturpaket der Bundesregierung setzt viele richtige Impulse. Neben diesen Weichenstellungen ist es zum anderen aber auch wichtig, dass die Hilfen tatsächlich dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Darauf sind viele kleine und mittlerer Betriebe angewiesen, die jetzt vorübergehend in der Krise Unterstützung brauchen. Die nächsten Monate werden wir die Spielräume zwischen wirtschaftlichem Handeln und gleichzeitiger Eindämmung der Pandemie immer wieder neu austarieren müssen. Denn: Unternehmen kommt von unternehmen, nicht von unterlassen.

Die traditionellen Branchen kriseln. Wo sehen Sie Potenzial für neue Sparten, die den Standort gestärkt aus der Krise hervorgehen lassen?

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Krisen sind immer auch mit Chancen verbunden. Das gilt auch jetzt und das gilt für etablierte Branchen genauso wie für junge. Es entsteht Raum für Wachstum, Kreativität und die Akzeptanz neuer Ideen. Die Potenziale für Digitalisierung, für vernetztes Arbeiten sind sicher noch nicht ausgeschöpft. Dieser Weg muss weitergegangen werden. Gezielte Impulse für den Standort setzt auch die Investitionsoffensive der Bayerischen Staatsregierung, mit dem gezielt Zukunftshemen erforscht und vorangebracht werden sollen, aktuell etwa die Bestrebungen Augsburg zum Zentrum für Künstliche Intelligenz auszubauen.

Wie stellen Sie sich Augsburg in 10 Jahren vor?

Augsburg und die Region sehe ich als starken Wirtschaftsstandort mit einem nachhaltigen, dezentral aufgestellten, leistungsstarken Energiesystem. Wir sind eine Vorreiterregion bei den erneuerbaren Energien: Diese Position bauen wir aus, Bürger und Betriebe verbrauchen nicht nur Strom, sondern erzeugen ihn vor Ort selbst und teilen ihn untereinander – mit LEW als Partner an ihrer Seite.

Wann wird sich die Wirtschaft von der Corona-Krise erholen?

Die wirtschaftlichen Einbrüche, die wir in Deutschland durch die Corona-Krise sehen, sind massiv. Auch wenn es jetzt ermutigende Zeichen für eine wirtschaftliche Erholung gibt, wird es zwei, drei Jahre, vielleicht auch länger dauern, bis wir wieder das Niveau von vor der Krise erreicht haben.  Aber da bin ich zuversichtlich: Die Fähigkeit, Bestehendes weiter zu entwickeln, Neues aufzubauen – das zeichnet unsere Region, ihre Unternehmen und ihre Bürger aus.

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Dr. Markus Litpher: Die Lage ist weiterhin schwierig – die Corona-Krise ist noch nicht überwunden. Wir müssen ein erneutes Ansteigen der Infektionszahlen und vor allem einen zweiten Lockdown vermeiden: Abstand halten, Hygienevorgaben beachten und Masken tragen – das sind auch für die kommenden Monate weiterhin wichtige Verhaltensregeln. Mit Blick auf die regionale Wirtschaft sehen wir aber auch Signale einer Erholung in einzelnen Bereichen. Bei allen Problemen sollten wir mutig nach vorne sehen: Die Pandemie hat vieles verändert, manches hat sie beschleunigt – etwa im Bereich neuer Arbeitsweisen. Solche Entwicklungen gilt es nun konsequent weiter zu führen. Chancen nutzen wir, wo sie sich bieten.

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Was muss passieren, dass der Standort weiter attraktiv bleibt?

Wir müssen uns auf die Stärken des Wirtschaftsstandorts Augsburg besinnen. Diese liegen im guten Größenmix bei vorherrschender mittelständischer Prägung, der Diversifizierung der Wirtschaft in verschiedenen Branchen, exzellenten Hochschulen und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, einer wachsenden Gründerszene und einem Ökosystem, das Innovationen über die Branchengrenzen hinweg begünstigt. Nun kommt es darauf an, Innovationsprozesse in Zukunftsfeldern wie Ressourceneffizienz, Umwelt und IT gezielt weiterzuentwickeln. Ein wichtiger Impuls ist hierfür die HighTech Agenda Plus der Bayerischen Staatsregierung. Durch dieses Zukunftsprogramm für die Region Augsburg werden in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Wasserstoff 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Braucht es politische Unterstützung? Wenn ja, in welcher Form?

Es kommt zum einen auf breit angelegte und branchenübergreifende Unterstützungsmaßnahmen an. Hier steht das Gesamtinteresse der Wirtschaft im Vordergrund. Die Regierung hat umfassende Maßnahmen ergriffen, etwa die Ausweitung und Verlängerung des Kurzarbeitergeldes, Steuererleichterungen oder Grundsicherung für Soloselbstständige. Auch das Konjunkturpaket der Bundesregierung setzt viele richtige Impulse. Neben diesen Weichenstellungen ist es zum anderen aber auch wichtig, dass die Hilfen tatsächlich dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Darauf sind viele kleine und mittlerer Betriebe angewiesen, die jetzt vorübergehend in der Krise Unterstützung brauchen. Die nächsten Monate werden wir die Spielräume zwischen wirtschaftlichem Handeln und gleichzeitiger Eindämmung der Pandemie immer wieder neu austarieren müssen. Denn: Unternehmen kommt von unternehmen, nicht von unterlassen.

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Wie stellen Sie sich Augsburg in 10 Jahren vor?

Augsburg und die Region sehe ich als starken Wirtschaftsstandort mit einem nachhaltigen, dezentral aufgestellten, leistungsstarken Energiesystem. Wir sind eine Vorreiterregion bei den erneuerbaren Energien: Diese Position bauen wir aus, Bürger und Betriebe verbrauchen nicht nur Strom, sondern erzeugen ihn vor Ort selbst und teilen ihn untereinander – mit LEW als Partner an ihrer Seite.

Wann wird sich die Wirtschaft von der Corona-Krise erholen?

Die wirtschaftlichen Einbrüche, die wir in Deutschland durch die Corona-Krise sehen, sind massiv. Auch wenn es jetzt ermutigende Zeichen für eine wirtschaftliche Erholung gibt, wird es zwei, drei Jahre, vielleicht auch länger dauern, bis wir wieder das Niveau von vor der Krise erreicht haben.  Aber da bin ich zuversichtlich: Die Fähigkeit, Bestehendes weiter zu entwickeln, Neues aufzubauen – das zeichnet unsere Region, ihre Unternehmen und ihre Bürger aus.

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