„Kalte Nahwärme“

KUMAS zeichnet Konzept von SGL als Leitprojekt aus

SGL Carbon in Meitingen. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Seit November ist das Projekt „Kalte Nahwärme“ der SGL Group und der Marktgemeinde Meitingen weitgehend fertiggestellt. Für das KUMAS Umweltnetzwerk gilt es als ein Leitprojekt und wurde ausgezeichnet. Es erhielt mit Abstand meisten Stimmen. Denn nicht nur die Umwelt, sondern auch die Bürger profitieren vom Konzept.

Das an den Meitinger Standort der SGL angrenzendes Neubaugebiet wird durch das Projekt „Kalte Nahwärme“ mit Energie versorgt. Das aus den Produktionen der SGL Group und der Showa Denko Carbon Division (ehemaliger Geschäftsbereich Performance Products der SGL Group), gewonnene Kühlwasser wird über Leitungen in das Wohngebiet gepumpt. Es hat dann noch circa 30 Grad Celsius. Die Energie aus dem Kühlwasser wird genutzt, um über entsprechende Wärmepumpen Heißwasser zu generieren. Aber auch zum Heizen der Wohnungen eignet sich die Abwärme.

SGL stellt Kühlwasser für 20 Jahre kostenfrei zur Verfügung

„Wir freuen uns, mit dem Projekt einen Beitrag zum Ressourcenschutz vor Ort zu leisten, indem wir die Wärmeenergie des Kühlwassers nicht ungenutzt abfließen lassen. Die Auszeichnung ist ein toller Preis für alle Projektpartner – die SGL Group, Showa Denko und die Marktgemeinde Meitingen“, so Dr. Markus Partik, Standortleiter der SGL Group in Meitingen. Beim Vertragsabschluss Anfang Mai 2017 haben sich die SGL Group und Showa Denko außerdem freiwillig dazu bereit erklärt, das Kühlwasser für 20 Jahre kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

Hintergrund: Der Kreislauf des Kühlwassers

In den Hochtemperaturprozessen der beiden Unternehmen am Standort Meitingen kann es zu Temperaturen von bis zu 3.000 Grad Celsius kommen. Um die dabei erstellten Produkte wieder abzukühlen, wird Kühlwasser eingesetzt, das sich dabei auf etwa 30°C erwärmt. Pro Stunde werden dann circa 40 Kubikmeter Kühlwasser in die Nahwärmeleitung gespeist. Auf das Jahr gerechnet kann das bis zu 1,5 Millionen Kilowattstunden Energie ergeben – das entspricht der Heizleistung von etwa 150.000 Litern Heizöl. Anschließend wird das energieärmere, abgekühlte Wasser zum Werk zurückgeführt und wieder zur Kühlung genutzt – der Kreislauf beginnt von vorn.

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