KUKA AG

KUKA-Chef befürwortet Übernahme:Till Reuter verkauft 50 Prozent seiner Aktien

Symbolbild. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

China wächst und um einen besseren Zugang zum Markt zu bekommen, lässt sich KUKA auf Midea ein. Zudem bietet der Investor einen attraktiven Preis. Welche Chancen KUKA in der Übernahme sieht und warum auch Till Reuter 50 Prozent seiner Aktien verkauft, erklärte der KUKA-CEO heute in München.

von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

Mit einer Arbeitsplatz- und Standortgarantie bis 2023 sind die KUKA Mitarbeiter die kommenden 7,5 Jahre abgesichert. Eine so lange Frist kennt Till Reuter aus keiner anderen Übergabe. „Das zeigt das Commitment von Midea für KUKA“, betont der CEO. Mit 115 Euro pro KUKA-Aktie „haben wir einen attraktiven Preis für die Aktionäre“. Deshalb rät der Aufsichtsrat stark zum Verkauf. „Ich halte es für angemessen und fair“, erklärte Reuter.

Zehn zu zwei für Midea

Die Skepsis war in den vergangenen Wochen auf vielen Seiten sehr hoch. Selbst aus der Politik meldeten sich Stimmen zu Wort. Ein weiteres europäisches Angebot liegt KUKA jedoch bis zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Eine unvoreingenomme Prüfung in den vergangen zwei Woche brachte den Vorstand nun zum vorgestellten Ergebnis: Mit zehn Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen viel das Urteil in der oberen Etage deutlich aus. Till Reuter betonte in diesem Zug: „Wichtig ist, dass KUKA unabhängig bleibt.“

KUKA behält Entscheidungsgewalt in Deutschland

Dies sei von Midea auch zugesichert worden. Es bestehe nicht die Absicht, einen Beherrschungsvertrag abzuschließen. Auch die Entscheidungen werden weiter von Augsburg aus gefällt. „Das Team bleibt“, versicherte Reuter. „Midea wird angemessen vertreten sein“, doch die Beschlüsse, wo das Forschungsgeld hinfließt, würde das bisherige Team weiter treffen. Damit zerstreute der CEO auch die Befürchtung, KUKA würde in irgendeiner Weise aufgeteilt. Kritik hagelte es auch im Bezug auf die Datensicherheit. Till Reuter stellte jedoch klar: „Wir haben keinen freien Zugriff auf Kundendaten für Aktionäre, wie auch bisher.“

Absatzmarkt China spielt für KUKA eine wesentliche Rolle

Die Übernahme durch Midea bringt zwar Unsicherheit mit sich, doch vor allem auch Chancen, wie Reuter nachdrücklich hervorhob. Auf der Haben-Seite stehen ein verbesserter Marktzugang zu China und der Ausbau von Industrie 4.0. So möchte KUKA den Umsatz bis 2020 mit Midea auf vier bis 4,5 Milliarden Euro steigern. Der Absatzmarkt China spielt dabei eine wesentliche Rolle. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete KUKA dort knapp eine halbe Milliarde. Dies soll sich in den kommenden vier Jahren verdoppeln. Auch beim Thema Logistik ist Midea eine vorteilhafte Partie: 150 Logistikstandorte bieten dem Roboterbauer Wachstumschancen in Fernost.

Midea-Übernahme bis 31. März 2017 unter Dach und Fach

Nun haben die Aktionäre bis zum 15. Juli Zeit, das Angebot von Midea anzunehmen oder nicht. Sollte Midea auf 30 Prozent kommen, greift die erweiterte Annahmefrist vom 21. Juli bis zum 3. August. Das chinesische Unternehmen erklärte, die Anteile nicht auf über 50 Prozent ausweiten zu wollen. Technisch ließe sich dies aber nicht im Vertrag begrenzen, erklärte KUKA. Midea müsse jede Aktie, die angeboten wird, auch nehmen. „Midea will keine weiteren Aktien nach dem Übernahme-Angebot erwerben“, gab KUKA abschließend bekannt. Dieses soll mit allen bürokratischen Hürden bis zum 31. März 2017 abgeschlossen sein. Till Reuter erklärte zudem, er selbst werde 50 Prozent seiner Aktien verkaufen, da er „an das Wachstumspotenzial von KUKA glaubt.“

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
KUKA AG

KUKA-Chef befürwortet Übernahme:Till Reuter verkauft 50 Prozent seiner Aktien

Symbolbild. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

China wächst und um einen besseren Zugang zum Markt zu bekommen, lässt sich KUKA auf Midea ein. Zudem bietet der Investor einen attraktiven Preis. Welche Chancen KUKA in der Übernahme sieht und warum auch Till Reuter 50 Prozent seiner Aktien verkauft, erklärte der KUKA-CEO heute in München.

von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

Mit einer Arbeitsplatz- und Standortgarantie bis 2023 sind die KUKA Mitarbeiter die kommenden 7,5 Jahre abgesichert. Eine so lange Frist kennt Till Reuter aus keiner anderen Übergabe. „Das zeigt das Commitment von Midea für KUKA“, betont der CEO. Mit 115 Euro pro KUKA-Aktie „haben wir einen attraktiven Preis für die Aktionäre“. Deshalb rät der Aufsichtsrat stark zum Verkauf. „Ich halte es für angemessen und fair“, erklärte Reuter.

Zehn zu zwei für Midea

Die Skepsis war in den vergangenen Wochen auf vielen Seiten sehr hoch. Selbst aus der Politik meldeten sich Stimmen zu Wort. Ein weiteres europäisches Angebot liegt KUKA jedoch bis zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Eine unvoreingenomme Prüfung in den vergangen zwei Woche brachte den Vorstand nun zum vorgestellten Ergebnis: Mit zehn Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen viel das Urteil in der oberen Etage deutlich aus. Till Reuter betonte in diesem Zug: „Wichtig ist, dass KUKA unabhängig bleibt.“

KUKA behält Entscheidungsgewalt in Deutschland

Dies sei von Midea auch zugesichert worden. Es bestehe nicht die Absicht, einen Beherrschungsvertrag abzuschließen. Auch die Entscheidungen werden weiter von Augsburg aus gefällt. „Das Team bleibt“, versicherte Reuter. „Midea wird angemessen vertreten sein“, doch die Beschlüsse, wo das Forschungsgeld hinfließt, würde das bisherige Team weiter treffen. Damit zerstreute der CEO auch die Befürchtung, KUKA würde in irgendeiner Weise aufgeteilt. Kritik hagelte es auch im Bezug auf die Datensicherheit. Till Reuter stellte jedoch klar: „Wir haben keinen freien Zugriff auf Kundendaten für Aktionäre, wie auch bisher.“

Absatzmarkt China spielt für KUKA eine wesentliche Rolle

Die Übernahme durch Midea bringt zwar Unsicherheit mit sich, doch vor allem auch Chancen, wie Reuter nachdrücklich hervorhob. Auf der Haben-Seite stehen ein verbesserter Marktzugang zu China und der Ausbau von Industrie 4.0. So möchte KUKA den Umsatz bis 2020 mit Midea auf vier bis 4,5 Milliarden Euro steigern. Der Absatzmarkt China spielt dabei eine wesentliche Rolle. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete KUKA dort knapp eine halbe Milliarde. Dies soll sich in den kommenden vier Jahren verdoppeln. Auch beim Thema Logistik ist Midea eine vorteilhafte Partie: 150 Logistikstandorte bieten dem Roboterbauer Wachstumschancen in Fernost.

Midea-Übernahme bis 31. März 2017 unter Dach und Fach

Nun haben die Aktionäre bis zum 15. Juli Zeit, das Angebot von Midea anzunehmen oder nicht. Sollte Midea auf 30 Prozent kommen, greift die erweiterte Annahmefrist vom 21. Juli bis zum 3. August. Das chinesische Unternehmen erklärte, die Anteile nicht auf über 50 Prozent ausweiten zu wollen. Technisch ließe sich dies aber nicht im Vertrag begrenzen, erklärte KUKA. Midea müsse jede Aktie, die angeboten wird, auch nehmen. „Midea will keine weiteren Aktien nach dem Übernahme-Angebot erwerben“, gab KUKA abschließend bekannt. Dieses soll mit allen bürokratischen Hürden bis zum 31. März 2017 abgeschlossen sein. Till Reuter erklärte zudem, er selbst werde 50 Prozent seiner Aktien verkaufen, da er „an das Wachstumspotenzial von KUKA glaubt.“

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben