Digitalisierung

Kreissparkasse Augsburg: So wirkt sich Corona auf die Bank aus

Die Corona-Pandemie hat der Kreissparkasse Augsburg statt Kurzarbeit tausende Überstunden beschert. Das lag vor allem an den Förderkrediten für Unternehmen, die nötig waren, um die Krise zu meistern.

Die Corona-Pandemie und ihre Hygiene- und Schutzmaßnahmen beschleunigen die Digitalisierung. Das wirkt sich auch auf die Kreissparkasse Augsburg aus. Viel mehr Kunden bezahlen nun kontaktlos mit Karte oder dem Handy, berichtete Richard Fank, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Augsburg, gestern bei der Bilanzpressekonferenz. Zudem stieg die Zahl der telefonischen Beratungsgespräche. Der Trend, Bankgeschäfte online oder per Telefon zu erledigen, wurde noch verstärkt. Und das, obwohl die Geschäftsstellen die ganze Zeit über geöffnet hatten.

Kreissparkasse Augsburg schließt Filialen

Die Digitalisierung hat auch Konsequenzen für das Filialnetz. Zum 1. Juli wurden die Geschäftsstellen in Westendorf, Biberbach, Steppach und Aystetten in SB-Standorte umgewandelt. Diese betreibt die Kreissparkasse zusammen mit der VR-Bank Handels-und Gewerbebank. Zudem ist auch in Gessertshausen und Großaitingen kein Personal mehr vor Ort. Die Mitarbeiter haben in die nächstgrößere Filiale gewechselt, berichtet Fank. Grund für diesen Schritt sei, dass sich die Filialen in kleinen Orten nicht mehr lohnen. Und ein SB-Standort koste gerade einmal ein Drittel einer normal besetzten Filiale.

Hoher Beratungsbedarf bei Unternehmen

Die Corona-Pandemie hat sich auch auf das Arbeiten der Kreissparkasse im Bezug auf ihre Unternehmenskunden ausgewirkt. Denn bei diesen herrschte hoher Beratungsbedarf. Die Beschäftigten der Kreissparkasse Augsburg haben von März bis Ende Mai über 500 Gespräche mit Unternehmen aus der Region geführt. „Durch Tilgungsaussetzungen oder Anpassung vorhandener Konditionen haben wir unseren Kunden schnell finanziellen Spielraum verschaffen können“, erklärt Horst Schönfeld, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Augsburg.

Zudem hat die Kreissparkasse Augsburg 121 Anträge für KfW- und LfA-Liquiditätshilfedarlehen mit einem Volumen von circa 55 Millionen Euro gewährt (Stand: 12.6.2020). Kaum Anträge seien abgelehnt worden, berichtet Schönfeld. „Wir haben extra eine Task-Force eingesetzt. Dadurch kam es zu keinen langen Wartezeiten“, so Schönfeld. Die Kreissparkasse Augsburg hat dafür Mitarbeiter aus anderen Bereichen abgezogen. Insgesamt wurden tausende Überstunden gemacht.

Corona und die heimische Wirtschaft

Wie sich Corona tatsächlich auf die die heimische Wirtschaft auswirkt, sei für die Kreissparkasse noch nicht abzusehen. Fest stehe aber, dass die regionalen Unternehmen von einer recht hohen Finanzkraft geprägt seien. Noch gebe es auch eine ausreichende Nachfrage nach Investitionskrediten, so Schönfeld. Im Herbst oder im kommenden Frühjahr könnte es aber zu Einbrüchen kommen. Fank rechnet damit, dass die Wirtschaft sich deutlich langsamer erholen wird als erwartet. Gründe seien die hohen Kurzarbeiterzahlen und der vermehrte Stellenabbau.

Bilanzzahlen der Kreissparkasse Augsburg 

Doch wie steht es um die Kreissparkasse Augsburg? Das nach wie vor niedrige Zinsniveau, die verstärkte Nutzung digitaler Angebote sowie eine anhaltend hohe und weiter zunehmende Regulierung im Bankensektor sind die großen Herausforderungen, vor denen die Kreissparkasse seit Jahren steht. Dennoch blickt die Kreissparkasse Augsburg nach eigenen Angaben auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurück.

Die Bilanzsumme belief sich zum Jahresende 2019 auf 3.739 Millionen Euro und lag damit um rund 131 Millionen Euro beziehungsweise 3,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Kreissparkasse verzeichnet in der längerfristigen Betrachtung einen stabilen Wachstumstrend.  2019 betrugen die Gesamteinlagen 2.883 Millionen Euro – rund 136 Millionen Euro bzw. 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Großteil der Einlagen stammt von Privatpersonen.

Das Kreditgeschäft ist angesichts des niedrigen Zinsniveaus weiter gewachsen: 2.719 Millionen Euro hatte die Kreissparkasse Augsburg zum Jahresende 2019 an ihre Kunden ausgeliehen. Das entspricht einem Wachstum von 4 Millionen Euro beziehungsweise rund 0,2 Prozent.

Bei den Ausleihungen an Unternehmen und Selbstständigen macht sich die Investitionsfreude der heimischen Wirtschaft bemerkbar: Sie stiegen, auch wegen großer Projektfinanzierungen, um 3,2 Prozent auf 1.632 Millionen Euro (Vorjahr: 1.580 Millionen Euro).

Der Immobilienmarkt ist gekennzeichnet durch hohe Nachfrage und ein geringes Angebot. „Bei der Finanzierung und Vermittlung von Immobilien gilt die Kreissparkasse in der Region Augsburg oft als wichtige Anlaufstelle“, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Horst Schönfeld. „Neben der Vermittlung von privaten Objekten war im vergangenen Jahr vor allem unsere Expertise bei der Vermittlung gewerblicher Objekte gefragt. Insgesamt ist die Nachfrage am Neubaumarkt anhaltend hoch.“ Trotz der aktuellen Corona-Pandemie hält diese Entwicklung bislang auch im Jahr 2020 an.

Der Bilanzgewinn beläuft sich auf 3,5 Millionen Euro (Vorjahr: 3,6 Millionen Euro). Die Gesamtkapitalquote beträgt 16,6 Prozent (Vorjahr: 15,9 Prozent). Damit erfüllt die Kreissparkasse die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen, die laufend steigen.

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Kreissparkasse Augsburg schließt Filialen

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Hoher Beratungsbedarf bei Unternehmen

Die Corona-Pandemie hat sich auch auf das Arbeiten der Kreissparkasse im Bezug auf ihre Unternehmenskunden ausgewirkt. Denn bei diesen herrschte hoher Beratungsbedarf. Die Beschäftigten der Kreissparkasse Augsburg haben von März bis Ende Mai über 500 Gespräche mit Unternehmen aus der Region geführt. „Durch Tilgungsaussetzungen oder Anpassung vorhandener Konditionen haben wir unseren Kunden schnell finanziellen Spielraum verschaffen können“, erklärt Horst Schönfeld, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Augsburg.

Zudem hat die Kreissparkasse Augsburg 121 Anträge für KfW- und LfA-Liquiditätshilfedarlehen mit einem Volumen von circa 55 Millionen Euro gewährt (Stand: 12.6.2020). Kaum Anträge seien abgelehnt worden, berichtet Schönfeld. „Wir haben extra eine Task-Force eingesetzt. Dadurch kam es zu keinen langen Wartezeiten“, so Schönfeld. Die Kreissparkasse Augsburg hat dafür Mitarbeiter aus anderen Bereichen abgezogen. Insgesamt wurden tausende Überstunden gemacht.

Corona und die heimische Wirtschaft

Wie sich Corona tatsächlich auf die die heimische Wirtschaft auswirkt, sei für die Kreissparkasse noch nicht abzusehen. Fest stehe aber, dass die regionalen Unternehmen von einer recht hohen Finanzkraft geprägt seien. Noch gebe es auch eine ausreichende Nachfrage nach Investitionskrediten, so Schönfeld. Im Herbst oder im kommenden Frühjahr könnte es aber zu Einbrüchen kommen. Fank rechnet damit, dass die Wirtschaft sich deutlich langsamer erholen wird als erwartet. Gründe seien die hohen Kurzarbeiterzahlen und der vermehrte Stellenabbau.

Bilanzzahlen der Kreissparkasse Augsburg 

Doch wie steht es um die Kreissparkasse Augsburg? Das nach wie vor niedrige Zinsniveau, die verstärkte Nutzung digitaler Angebote sowie eine anhaltend hohe und weiter zunehmende Regulierung im Bankensektor sind die großen Herausforderungen, vor denen die Kreissparkasse seit Jahren steht. Dennoch blickt die Kreissparkasse Augsburg nach eigenen Angaben auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurück.

Die Bilanzsumme belief sich zum Jahresende 2019 auf 3.739 Millionen Euro und lag damit um rund 131 Millionen Euro beziehungsweise 3,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Kreissparkasse verzeichnet in der längerfristigen Betrachtung einen stabilen Wachstumstrend.  2019 betrugen die Gesamteinlagen 2.883 Millionen Euro – rund 136 Millionen Euro bzw. 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Großteil der Einlagen stammt von Privatpersonen.

Das Kreditgeschäft ist angesichts des niedrigen Zinsniveaus weiter gewachsen: 2.719 Millionen Euro hatte die Kreissparkasse Augsburg zum Jahresende 2019 an ihre Kunden ausgeliehen. Das entspricht einem Wachstum von 4 Millionen Euro beziehungsweise rund 0,2 Prozent.

Bei den Ausleihungen an Unternehmen und Selbstständigen macht sich die Investitionsfreude der heimischen Wirtschaft bemerkbar: Sie stiegen, auch wegen großer Projektfinanzierungen, um 3,2 Prozent auf 1.632 Millionen Euro (Vorjahr: 1.580 Millionen Euro).

Der Immobilienmarkt ist gekennzeichnet durch hohe Nachfrage und ein geringes Angebot. „Bei der Finanzierung und Vermittlung von Immobilien gilt die Kreissparkasse in der Region Augsburg oft als wichtige Anlaufstelle“, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Horst Schönfeld. „Neben der Vermittlung von privaten Objekten war im vergangenen Jahr vor allem unsere Expertise bei der Vermittlung gewerblicher Objekte gefragt. Insgesamt ist die Nachfrage am Neubaumarkt anhaltend hoch.“ Trotz der aktuellen Corona-Pandemie hält diese Entwicklung bislang auch im Jahr 2020 an.

Der Bilanzgewinn beläuft sich auf 3,5 Millionen Euro (Vorjahr: 3,6 Millionen Euro). Die Gesamtkapitalquote beträgt 16,6 Prozent (Vorjahr: 15,9 Prozent). Damit erfüllt die Kreissparkasse die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen, die laufend steigen.

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