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Kraftwerksprojekt Leipheim erhält Zuschlag – als einziges in Bayern
Energieversorgung

Kraftwerksprojekt Leipheim erhält Zuschlag – als einziges in Bayern

Ein Gaskraftwerk in der Stadt Werne in Nordrhein-Westfalen: Die Bundesnetzagentur hat entschieden, wo neue Gaskraftwerke entstehen sollen. In NRW sind die meisten geplant. Foto: pixel62 / stock.adobe.com
Ein Gaskraftwerk in der Stadt Werne in Nordrhein-Westfalen: Die Bundesnetzagentur hat entschieden, wo neue Gaskraftwerke entstehen sollen. In NRW sind die meisten geplant. Foto: pixel62 / stock.adobe.com

Leipheim erhält als einziges bayerisches Kraftwerksprojekt einen Zuschlag der Bundesnetzagentur. Was das für die Region bedeutet.

Für Bayerisch-Schwaben ist das Ergebnis der Kraftwerksausschreibung zweischneidig. Mit Leipheim liegt der einzige bayerische Gewinner in der Region. Insgesamt bleibt der Freistaat bei der Vergabe neuer steuerbarer Leistung jedoch weit hinter den Erwartungen der Staatsregierung zurück. Steuerbar heißt: Die Anlagen können Strom gezielt dann liefern, wenn er gebraucht wird – unabhängig vom Wetter. Für Industrie und Mittelstand in der Region geht es damit um die Frage, wie verlässlich die Stromversorgung vor Ort künftig abgesichert ist.

Ausschreibung fast dreifach überzeichnet

Die Bundesnetzagentur hat in der ersten Runde nach dem Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG) Kraftwerksprojekten mit insgesamt 5,16 Gigawatt Leistung einen Zuschlag erteilt. Die Runde war nach Angaben des bayerischen Wirtschaftsministeriums fast dreifach überzeichnet. Ziel des Gesetzes ist es, zusätzliche Kraftwerke zu schaffen, die auch dann Strom erzeugen, wenn Wind und Sonne nicht ausreichend liefern. Die erfolgreichen Bieter erhalten dafür 15 Jahre lang eine staatlich garantierte jährliche Vergütung.

Kohlekraftwerke verschärfen Wettbewerb um Zuschläge

Den Wettbewerb verschärft hat laut Ministerium die unerwartete Teilnahme von Kohlekraftwerken, die zu Gaskraftwerken umgebaut werden sollen. Solche Konversionsanlagen sind günstiger als ein Neubau. Sie erreichen jedoch nicht den Wirkungsgrad moderner Gaskraftwerke von rund 60 Prozent. Für die gleiche Strommenge benötigen sie daher mehr Gas und sind weniger effizient und klimafreundlich. Ob dieser Kostenvorteil den Ausschlag gegen weitere bayerische Projekte gegeben hat, lässt die Mitteilung offen.

Aiwanger sieht Kraftwerksprojekt Leipheim nur als Anfang

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger wertet den Zuschlag für Leipheim als positives Signal, zeigt sich mit dem Gesamtergebnis aber unzufrieden. „Dass bundesweit nur ein einziges bayerisches Projekt zum Zuge kam, ist eine Enttäuschung. […] Wir brauchen substanziell mehr gesicherte und steuerbare Leistung vor Ort, um Dunkelflauten und Netzengpässe jederzeit verlässlich ausgleichen zu können“, sagt Aiwanger. Als Dunkelflaute gelten Phasen, in denen Wind- und Solaranlagen kaum Strom liefern.

An den eingereichten Konzepten liegt das schwache Abschneiden aus Sicht des Ministers nicht. „Dass im enormen Wettbewerbsfeld nur ein bayerisches Projekt einen Zuschlag erhalten hat, liegt keineswegs an der Qualität unserer Konzepte“, so Aiwanger. Die bayerischen Vorhaben seien weit fortgeschritten und technisch umsetzbar. Er sichert den Projektträgern die Unterstützung der Staatsregierung zu.

Zweite Runde soll weitere 3,84 Gigawatt vergeben

Die nicht berücksichtigten bayerischen Projekte sollen in der zweiten Gebotsrunde erneut antreten. Darin werden weitere 3,84 Gigawatt vergeben. Das Wirtschaftsministerium will die Bewerbungen nach eigenen Angaben intensiv begleiten. Aiwangers Begründung: „Energie muss genau dort erzeugt und abgesichert werden, wo sie gebraucht wird – hier bei uns in Bayern.“

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