Kommentar

Kongress-Parkhaus Augsburg: Stammtisch-Streit um Bauruine

Das Kongress-Parkhaus von oben. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Der Streit um das Kongress-Parkhaus ist schon längst keine Frage der Vernunft mehr. Jeder will ein Parkhaus, doch keiner will einen Kompromiss eingehen. Dieses Spektakel ist einer Stadt wie Augsburg nicht würdig – und schädigt obendrein die Wirtschaft.

Der Bedarf an Parkplätzen ist in Augsburg sehr hoch. Gerade in Innenstadtlagen sind die Flächen jedoch begrenzt. Gut, wenn ein Parkhaus in der Nähe ist. Schlecht, wenn sich die Eigentümer nicht einigen können, so wie beim Kongress-Parkhaus. Zur Debatte stehen zwei Bauvorschläge von zwei Besitzern, die zu keinem Kompromiss finden. Damit schaden sie sich nicht nur selbst.

So nutzt das Hotel Dorint die Park-Flächen für seine Besucher. Aber welchen Eindruck hinterlässt es, wenn das erste und letzte Bild des 4-Sterne Superior Hotels für den Gast eine baufällige Garage ist? Wie ansprechend ist ein Blick aus dem Balkon auf nackten Beton und rostige Stangen? Und was ist mit den Besuchern der Kongresshalle? In Abendgarderobe vom Parkplatz der nahen Sportanlage zu einem Gala-Abend zu laufen, ist wahrlich keine Freude. Und wer einen Platz im Wohngebiet ergattert, der verärgert die Anwohner, die nun selbst keine Parkmöglichkeit mehr haben.

Selbst zu den wenig nutzbaren Plätzen im Parkhaus stellt sich die Frage: Wer will sein Auto schon in einer Ruine abstellen? Oder in einem Gebäude, das recht offensichtlich eine Baustelle ist? Nicht weil es gerade renoviert wird, sondern weil es noch keine Einigung darüber gibt, was damit geschehen soll. Und das seit Jahren.

Die Problematik um das Parkhaus ist nichts Neues. Aber gerade das macht es auch so schlimm. Ein Filet-Grundstück im Grünen, hunderte potenzielle Parkplatz-Nutzer durch Hotel, Kongresshalle und Anwohner des Antons-Viertel und trotzdem: Es herrscht Stillstand. Das ist wirtschaftlich nicht nachvollziehbar und zwar für keine Seite.

Bei solchen Streitigkeiten wirkt Augsburg mehr wie eine Provinz als eine Metropole. Der Konflikt um das Parkhaus gleicht einem Stammtisch-Streit, der schon vor drei Halben hätte beigelegt werden müssen. Manch einer fragt sich: Wo bleibt die starke Führungshand der Stadt? Ist überhaupt jemand in der Lage, den Streit zu schlichten und eine Lösung zu erzielen? Denn wenn sich die Fuggerstadt als Messe- und Tagungs-Standort weiter etablieren möchte, dann sind Parkplätze für die Kongresshalle und ein Tagungshotel wohl ein Minimum der Anforderungen.

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So nutzt das Hotel Dorint die Park-Flächen für seine Besucher. Aber welchen Eindruck hinterlässt es, wenn das erste und letzte Bild des 4-Sterne Superior Hotels für den Gast eine baufällige Garage ist? Wie ansprechend ist ein Blick aus dem Balkon auf nackten Beton und rostige Stangen? Und was ist mit den Besuchern der Kongresshalle? In Abendgarderobe vom Parkplatz der nahen Sportanlage zu einem Gala-Abend zu laufen, ist wahrlich keine Freude. Und wer einen Platz im Wohngebiet ergattert, der verärgert die Anwohner, die nun selbst keine Parkmöglichkeit mehr haben.

Selbst zu den wenig nutzbaren Plätzen im Parkhaus stellt sich die Frage: Wer will sein Auto schon in einer Ruine abstellen? Oder in einem Gebäude, das recht offensichtlich eine Baustelle ist? Nicht weil es gerade renoviert wird, sondern weil es noch keine Einigung darüber gibt, was damit geschehen soll. Und das seit Jahren.

Die Problematik um das Parkhaus ist nichts Neues. Aber gerade das macht es auch so schlimm. Ein Filet-Grundstück im Grünen, hunderte potenzielle Parkplatz-Nutzer durch Hotel, Kongresshalle und Anwohner des Antons-Viertel und trotzdem: Es herrscht Stillstand. Das ist wirtschaftlich nicht nachvollziehbar und zwar für keine Seite.

Bei solchen Streitigkeiten wirkt Augsburg mehr wie eine Provinz als eine Metropole. Der Konflikt um das Parkhaus gleicht einem Stammtisch-Streit, der schon vor drei Halben hätte beigelegt werden müssen. Manch einer fragt sich: Wo bleibt die starke Führungshand der Stadt? Ist überhaupt jemand in der Lage, den Streit zu schlichten und eine Lösung zu erzielen? Denn wenn sich die Fuggerstadt als Messe- und Tagungs-Standort weiter etablieren möchte, dann sind Parkplätze für die Kongresshalle und ein Tagungshotel wohl ein Minimum der Anforderungen.

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