Joint Venture

Karstadt und Galeria Kaufhof schließen sich zusammen

Die Karstadt-Filiale in Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die traditionsreichen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof haben ihre Fusionsverträge unterzeichnet. Sie erhoffen sich dadurch eine verbesserte Wettbewerbsposition.

Die Eigentümer von Karstadt und Kaufhof, die österreichische Signa Holding und das kanadische Unternehmen Hudson's Bay Company (HBC) haben sich darauf geeinigt, ein Joint Venture zu gründen. Beide gründen die Deutsche Warenhaus-Holding.

Warenhäuser haben seit Jahren zu kämpfen

Das strategische Ziel sei es, das Einzelhandelsgeschäft zukunftsfähig zu machen und im digitalen Zeitalter einen der führenden Omnichannel-Anbieter entstehen zu lassen. Die traditionellen Warenhäusern haben seit Jahren gegen Billiganbieter und Online-Händler zu kämpfen. Aber auch die großen Einkaufszentren machen den Ketten zu schaffen.

„Fusion unter Gleichen"

Insgesamt verfügt das neue Unternehmen über 243 Standorte in Innenstadtlagen Europas und beschäftigt insgesamt 32.000 Mitarbeiter. Zum neuen gemeinsamen Unternehmen gehören die Galeria Kaufhof GmbH, die Karstadt Warenhaus GmbH, das gesamte Einzelhandelsgeschäft von HBC Europe (Saks OFF 5TH, Galeria Inno in Belgien, Hudson‘s Bay in den Niederlanden) sowie auch Karstadt Sports und der gesamte Lebensmittel- und Gastronomiebereich beider Unternehmen (Dinea, Galeria Gourmet, Karstadt Feinkost, Le Buffet). Zudem werden die E-Commerce-Plattformen zusammengeführt.

Karstadt erhält Mehrheit der Anteile

Signa und HBC sprechen von einer "Fusion unter Gleichen". Doch SIGNA Retail wird mit 50,01 Prozent die Mehrheit an der Holdingesellschaft haben. HBC dagegen hat 49,99 Prozent. An den Kaufhof-Immobilien, die viele Milliarden wert sind, wird Signa künftig mit 50 Prozent beteiligt sein. Das neu entstehende Handelsunternehmen wird von Karstadt-CEO und SIGNA Retail Geschäftsführer Dr. Stephan Fanderl geleitet. Zu seinem Team gehören Führungskräfte von Galeria Kaufhof und Karstadt.

Offen ließen Signa und HBC, ob die beiden Marken Karstadt und Kaufhof erhalten bleiben und ob Filialschließungen geplant sind. Auch zu einem möglichen Stellenabbau gibt es keine offiziellen Angaben.

Herausforderungen im deutschen Einzelhandel meistern

Helena Foulkes, CEO von HBC: „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit SIGNA und sind zuversichtlich für die Zukunft. Diese Partnerschaft ist eine kluge und strategisch sinnvolle Entscheidung. Sie schafft für beide Unternehmen die Voraussetzungen, das Geschäft zu stärken und die Herausforderungen im deutschen Einzelhandel zu meistern. Wir glauben, dass es die beste Lösung für Kunden, HBC, unsere Mitarbeiter und die Stadtzentren ist, in denen wir tätig sind."

Dr. Stephan Fanderl, CEO von Karstadt Warenhaus und Geschäftsführer von SIGNA Retail: „Wir freuen uns auf die Partnerschaft mit HBC. Durch dieses Gemeinschaftsunternehmen haben zwei Traditionsunternehmen eine ideale Lösung gefunden, um sich im stark umkämpften deutschen und europäischen Einzelhandelsmarkt erfolgreich zu positionieren."

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