Interview

Kantine Augsburg: Vom Club zum Corona-Testzentrum

Wie geht es der Augsburger Club-Szene in der Pandemie? Sebastian Karner, Geschäftsführer der Kantine, verrät im Interview, wie die Hilfen der Politik zu beurteilen sind und wie der Club trotz der aktuellen Lage Arbeitsplätze schaffen möchte.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: In vielen Lebensbereichen kehrt die Normalität langsam zurück. Nur die Club-Szene muss dicht bleiben. Wie bewerten Sie diese Entscheidungen?

Sebastian Karner: Ich persönlich habe dafür Verständnis. Unser Geschäft ist es, viele Menschen an einem Ort zusammenzubringen und normalerweise kommen sich alle sehr nahe. Das sind leider die besten Bedingungen für die Verbreitung von Viren. Trotzdem würde ich mir eine vorsichtige Öffnung und vor allem im Freiluftbereich mehr Mut von der Politik wünschen.

Wie groß sind die Umsatzeinbußen seit Anfang der Krise?

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Wir haben rund 95 Prozent Umsatzeinbußen. Allerdings wird ein guter Teil davon durch die staatlichen Hilfen abgefangen. Uns wird ermöglicht, als leere Hülle zu überleben – das ist jedoch im Vergleich zu anderen Ländern Jammern auf hohem Niveau.

Wie viele Jobs hängen an der Kantine? 

Bei uns arbeiten insgesamt rund 35 Menschen – das sind Festangestellte, Minijobber und studentisch Beschäftigte.

Seit Mitte Mai ist in der Kantine ein Corona-Testzentrum zu finden. Weshalb haben Sie sich dafür entschieden? 

Wir haben eine gut angebundene Lage und der Club an sich war die letzten Monate einfach nur leer, traurig und nutzlos. Mit dem Testzentrum können wir den Ort auf eine andere Art wieder zum Leben erwecken und natürlich auch Umsatz machen. Ein weiterer Vorteil ist, dass wird damit Jobs schaffen werden, die gerade im studentischen Bereich dringend benötigt werden.

Gibt es noch weitere Projektideen, mit denen sich die Kantine über Wasser halten kann? 

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Wir planen mit den Freunden vom Hallo Werner zusammen erneut den Kulturbiergarten am Königsplatz. Dieser soll Ende Juni starten und die Vorfreude ist riesig. Wir sind gerade in der Vorbereitungsphase und in enger Abstimmung mit der Stadt Augsburg. Das Management auf kommunaler Ebene erscheint uns wesentlich besser als bei Bund und Land – deshalb wollen wir uns bedanken, dass wir auch dieses Jahr die Möglichkeit bekommen.

Wie wirken sich die geschlossenen Clubs und Bars auf eine Stadt und die Jugend aus?

Vor allem den jungen Menschen fehlt der Ort der Begegnung. In meinem Alter ist es schwer zu beurteilen, was die Jugend gerade fühlt. Mir persönlich fehlt das Erlebnis eines Live-Konzerte oder eines guten Clubabends sehr. Streaming von Konzerten oder Musik via Spotify kann das Erlebnis vor Ort niemals ersetzen.

Wann rechnen Sie damit, dass Tanzen in der Kantine wieder möglich ist? 

Ich hoffe auf einen Starttermin im späten Herbst oder Winter. Wirklich rechnen können wir, denke ich, erst im Jahr 2022 mit einem regulären Tanzbetrieb. Veranstaltungen unter Pandemie-Bedingungen – wie bestuhlte Konzerte – sehe ich tatsächlich schon früher.

Wird Ihnen ausreichend geholfen? 

Die Hilfe von Bund, Land und Stadt sind ausreichend, um zu überleben. Spaß macht das alles nicht und die Unsicherheit bleibt auch. Die Programme zwischen Land und Bund sind relativ schlecht miteinander abgestimmt. Die Gefahr droht, dass wir Hilfen zurückzahlen müssen. Das wäre ein echtes Problem.

Wie lange können Sie noch durchhalten?

Wir haben zum Glück in den letzten Jahren vernünftig gewirtschaftet und stehen daher noch relativ gut da. Ich bin davon überzeugt, dass wir bis zum Ende der Pandemie durchhalten werden. Natürlich gilt: je eher es wieder losgeht, desto besser.

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Sebastian Karner: Ich persönlich habe dafür Verständnis. Unser Geschäft ist es, viele Menschen an einem Ort zusammenzubringen und normalerweise kommen sich alle sehr nahe. Das sind leider die besten Bedingungen für die Verbreitung von Viren. Trotzdem würde ich mir eine vorsichtige Öffnung und vor allem im Freiluftbereich mehr Mut von der Politik wünschen.

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Bei uns arbeiten insgesamt rund 35 Menschen – das sind Festangestellte, Minijobber und studentisch Beschäftigte.

Seit Mitte Mai ist in der Kantine ein Corona-Testzentrum zu finden. Weshalb haben Sie sich dafür entschieden? 

Wir haben eine gut angebundene Lage und der Club an sich war die letzten Monate einfach nur leer, traurig und nutzlos. Mit dem Testzentrum können wir den Ort auf eine andere Art wieder zum Leben erwecken und natürlich auch Umsatz machen. Ein weiterer Vorteil ist, dass wird damit Jobs schaffen werden, die gerade im studentischen Bereich dringend benötigt werden.

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Wie wirken sich die geschlossenen Clubs und Bars auf eine Stadt und die Jugend aus?

Vor allem den jungen Menschen fehlt der Ort der Begegnung. In meinem Alter ist es schwer zu beurteilen, was die Jugend gerade fühlt. Mir persönlich fehlt das Erlebnis eines Live-Konzerte oder eines guten Clubabends sehr. Streaming von Konzerten oder Musik via Spotify kann das Erlebnis vor Ort niemals ersetzen.

Wann rechnen Sie damit, dass Tanzen in der Kantine wieder möglich ist? 

Ich hoffe auf einen Starttermin im späten Herbst oder Winter. Wirklich rechnen können wir, denke ich, erst im Jahr 2022 mit einem regulären Tanzbetrieb. Veranstaltungen unter Pandemie-Bedingungen – wie bestuhlte Konzerte – sehe ich tatsächlich schon früher.

Wird Ihnen ausreichend geholfen? 

Die Hilfe von Bund, Land und Stadt sind ausreichend, um zu überleben. Spaß macht das alles nicht und die Unsicherheit bleibt auch. Die Programme zwischen Land und Bund sind relativ schlecht miteinander abgestimmt. Die Gefahr droht, dass wir Hilfen zurückzahlen müssen. Das wäre ein echtes Problem.

Wie lange können Sie noch durchhalten?

Wir haben zum Glück in den letzten Jahren vernünftig gewirtschaftet und stehen daher noch relativ gut da. Ich bin davon überzeugt, dass wir bis zum Ende der Pandemie durchhalten werden. Natürlich gilt: je eher es wieder losgeht, desto besser.

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