Kooperation

IT-Forensik: Polizei und Hochschule Augsburg arbeiten zusammen

Hochschul-Präsident Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair und Polizei-Präsident Michael Schwald. Foto: Hochschule Augsburg
Mobile Endgeräte sichern und digitale Spuren auswerten: Beides kann bei der Ermittlungsarbeit nützlich sein. Wie die Hochschule Augsburg die Polizei dabei unterstützt, lesen Sie hier.

Das Institut für innovative Sicherheit der Hochschule Augsburg (HSA_innos) und das Polizeipräsidium Schwaben Nord wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten. Für die künftige Arbeit im Bereich IT-Forensik haben die Partner am Freitag, 23. Februar, einen Kooperations-Vertrag unterzeichnet. Unterzeichnet wurde er durch Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair, Präsident der Hochschule Augsburg, und Michael Schwald, Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben Nord.

Innovationen für die Forensik nutzen

„Die Entwicklungen gerade im Bereich der IT-Forensik sind enorm und entfalten eine unheimliche Dynamik und Geschwindigkeit. Die Kooperation ermöglicht uns, unsere Forschungen mit einem starken Partner wie der Polizei Schwaben Nord widerzuspiegeln, aktuelle Trends zu analysieren und auf ihren Nutzen hin zu überprüfen“, erklärte Rohrmair. Schwald ergänzte: „Wir wollen mit der Kooperation den Wissenstransfer zwischen Polizei und Hochschule intensivieren. So haben wir die Möglichkeit, an innovativen Entwicklungen teilzuhaben, diese für die kriminalistische Ermittlungsarbeit zu nutzen und festgestelltes Täter-Verhalten anonymisiert in künftige Bekämpfungs-Strategien einzubringen, um es Straftätern möglichst schwer zu machen.“

Austausch über aktuelle Entwicklungen in der IT-Forensik

Die Kooperation sieht unter anderem vor, dass die Polizei Schwaben Nord in kontinuierlichem Austausch mit den HSA_innos-Informatikern stehen. Zusätzlich sollen Hospitanzen und Praktika geschaffen werden. Auch Weiterbildungs-Möglichkeiten zur Cybersicherheit und IT-Forensik werden entwickelt.

Praxis-Beispiele: So wichtig ist die neue Kooperation

Im Anschluss an die Vertragsunterzeichnung gab der Leitende Kriminaldirektor Marco Böck einen Einblick in die Ermittlungsarbeit der Polizei. Er berichtete anhand aktueller Fallbeispiele über die Möglichkeiten von IT-Forensik zur Verbrechensaufklärung. Die Anzahl von Smart Devices, also mobile Endgeräte, die an das Internet angeschlossen sind, steigt permanent. Nicht nur Smartphones, auch viele Geräte wie Lampen, Steckdosen, Bewegungsmelder an Fenstern und Türen, Küchen- und Haushaltsgeräte sind miteinander vernetzt. Gleichzeitig sammeln sie Daten über den Nutzer. Diese Eigenschaften lassen sich bei der Verbrechensaufklärung nutzen. „Die Einbeziehung von Smart Home Devices bei den Ermittlungsarbeiten erlaubt ganz andere Fragestellungen am Tatort und erweitert unser Spektrum der Aufklärungsmöglichkeiten erheblich“, so Böck.

Wie die Daten-Auslese bei einem Smartphone funktioniert, wenn beispielsweise die üblichen Schnittstellen wie Bluetooth oder USB zerstört sind, erklärte anschließend Peter Schulik, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut HSA_innos. Gemeinsam mit seinem Team arbeitet er an fortgeschrittenen Methoden und Techniken, die Daten von Smartphones und Smart Devices auszulesen und zu rekonstruieren.

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