Immobilienprojekt

Interview: Sheridan Campus soll Augsburg bekannter machen

Im Sheridan Park entsteht unter Bauherr Stephan Deurer ein neues Bürogebäude. Michael Thiede, beratender Projektentwickler (RES GmbH) des Sheridan Campus, gibt im Interview Details zum Projekt preis und verrät, wie die Immobilie Augsburg bekannter machen soll.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Was ist der Sheridan Campus?

Michael Thiede: Eine klassische Büroimmobile, ein Office wie der Sheridan Tower auch. So werden wir das Konzept auch wieder ausrichten. Ob eine Mischung reinkommt, werden wir noch sehen. Eine Gastronomie wird es auf alle Fälle geben. Vielleich auch noch ein Fitnessbereich, das ist gerade modern. Das machen wir aber in Absprache mit den Mietern.

Wie ergänzt der Campus den bestehenden Sheridan Park?

Was den Campus auszeichnen wird, ist, dass er sich fließend in den Park integriert. Natur und Büro werden hier verbunden und in Hybridbauweise mit Beton und Holz erreichtet. Das haben wir so in Augsburg noch nicht. Das ist deutschlandweit aber auch der Trend.

Warum der Name Campus?

Der Begriff wird vielseitig verwendet mittlerweile. Ich denke, Campus ist so ein Begriff, bei dem alles drunter passt. Wir werden unterschiedliche Nutzer beherbergen. Ob diese aus der Forschung kommen oder klassische Dienstleister sind, wird man sehen.

Haben Sie eine bestimmte Mieter-Zielgruppe?

Nein. Wir sind komplett offen. Uns ist klar – wie all unseren Mitbewerbern – dass wir aus dem Augsburgermarkt nicht genügend rekrutieren können. Wir wollen und müssen mit einem überregionalen Konzept an den Markt gehen. Ganz klar die Deutschlandplayer ansprechen und fragen, ob sie mit ihrem Headquarter nach Augsburg kommen wollen. Die Großen, egal wo sie herkommen, suchen immer erst in den Metropolen. München, Frankfurt, und so weiter. Es geht also darum: Wenn jemand dort anfrägt muss man ihn fragen „Ist Augsburg eine Option für dich?“. Das müssen wir forcieren. Augsburg kennt niemand – noch nicht. Das wird sich nicht ändern, wenn wir nichts tun.

Sheridan Tower, Weitblick 1.7 jetzt Sheridan Campus. Reichen drei moderne Bürogebäude?

Reichen ist relativ. Ich gehe davon aus, dass Augsburg Office Standort wird, der sich in den kommenden zehn Jahren entwickelt. Wir haben einen gemischten Markt. Auf der einen Seite Mittelständler, die im Eigenbedarf bauen, auf der anderen einen Mietmarkt der immer stärker wird. Dieser findet aber keine Flächen. Augsburg hat historisch gesehen keine Office-Flächen gebaut. Sie haben Neubau, oder uralte Gebäude. Revitalisieren ist dort äußert schwierig. Es bleibt also nichts anders übrig, als in einen Neubau zu gehen. Da haben wir aber nichts. Wir haben also Bedarf aus den eigenen Reihen und wollen einen aus dem überregionalen Markt schaffen. Der Münchner Immobilienmarkt ist zu, die müssen ausweichen. Bevor ich nach Garching gehe, kann ich genauso gut hierherkommen. Wir haben mit Landsberg aktuell 12.000 Pendler. Wenn nur die Hälfte herkommt, machen wir 6.000 Menschen glücklicher.

New Work, Synergien, Nachhaltigkeit: Wie wird das im Campus umgesetzt?

Wir werden sicherlich wieder Lead Platinum zertifiziert, streben noch weitere an wie ein Digital-Zertifikat. Wir arbeiten von Anfang an mit Beraterfirmen zusammen um schon bei der Planung zu beachten: Was brauche ich für das Büro der Zukunft. Ich möchte aber auch mit der Uni einen Workshop machen. Junge IT-Studenten, die Berater und uns an einen Tisch bringen und fragen: Wie sieht euer Büro mal aus? Da hat meine Generation Nachholbedarf. Wir wissen nicht, wie diese Generation arbeiten will.

Wie viele Unternehmen sollen in den Campus einziehen?

Sie können von einem bis 20 Unternehmen rechnen. Es sind 15.000 Quadratmeter und keiner weiß, wer wie viel Fläche einmal mietet. Ich denke aber 10 wären eine schöne Mischung. Parken können alle in einer Tiefgarage.

Wie hoch wird die Miete im Campus sein? Wie hoch der Verkaufspreis?

Wir werden uns auf das Level von Tower und Weitblick begeben müssen. Es wird sicher nicht unter 14 Euro sein. Anders geht es auch nicht mehr, weil die Baukosten so hoch sind. Drunter werden Sie im Lead zertifizierten Neubaubereich nichts finden, eher teurer. Auch ohne Lead liegen wir im Schnitt bei 13/13,50Euro. Wenn das Gebäude fertig ist, wird der Verkaufspreis sicher irgendwo bei 70 Millionen Euro liegen.

Rechnen Sie mit Gegenwind wie ihn der Sheridan Tower damals erhalten hat?

Nein, eigentlich nicht. Im Gremium saß der Stadtbaumeister von Stadtbergen. Wir haben die Stadtberger also von Anfang an mitgenommen. Der Campus ist von Stadtbergen aus auch nicht sichtbar und somit auch kein Schallthema wie beim Tower.

Das Projekt ist schon länger im Gespräch, der Baustart erst 2021. Ist das normal?

Stand heute bis Baustart ist ein ganz normaler Prozess. Der dauert einfach so lange. Die gesamte Verzögerung kam ausschließlich auf Grund des Bebauungsplans zu Stande. Der ging mehrere Runden. Im ursprünglichen war noch ein altes Gebäude enthalten, das erst noch raus musste. Anders ging es nicht. Der Satzungsbeschluss war im Spätherbst 2019. Vorher konnten wir nichts machen, das Grundstück war nicht mal final zu reservieren.

Kommt das häufiger vor?

Es ist ein allgemeines bundesweites Problem. Die Genehmigungszeiten sind enorm lang. Sie bekommen einen Bebauungsplan unter drei bis fünf Jahren gar nicht durch. Die längsten, die ich kenne, liegen bei 8 Jahren. Das ist ganz normal. In der Kalkulation können Sie sich also auch nur so viel Puffer lassen, dass es am Ende hoffentlich aufgeht. Auch Kommunalwahlen muss man beachten.

Inwiefern?

Alle Bauvorhaben, die Sie jetzt haben, könne Sie komplett zurückstellen. Vor den Wahlen gibt es keine Entscheidungen, egal in welcher Kommune. Wenn Sie jetzt etwas frisch bringen, können Sie es einstampfen. Irgendeiner macht es Ihnen kaputt, weil er aus Wahlpropaganda Sicht das nicht will. Auch danach: Bis sich alle gefunden haben, ist es Herbst. Bis dahin wird es also nicht bearbeitet.

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Was ist der Sheridan Campus?

Michael Thiede: Eine klassische Büroimmobile, ein Office wie der Sheridan Tower auch. So werden wir das Konzept auch wieder ausrichten. Ob eine Mischung reinkommt, werden wir noch sehen. Eine Gastronomie wird es auf alle Fälle geben. Vielleich auch noch ein Fitnessbereich, das ist gerade modern. Das machen wir aber in Absprache mit den Mietern.

Wie ergänzt der Campus den bestehenden Sheridan Park?

Was den Campus auszeichnen wird, ist, dass er sich fließend in den Park integriert. Natur und Büro werden hier verbunden und in Hybridbauweise mit Beton und Holz erreichtet. Das haben wir so in Augsburg noch nicht. Das ist deutschlandweit aber auch der Trend.

Warum der Name Campus?

Der Begriff wird vielseitig verwendet mittlerweile. Ich denke, Campus ist so ein Begriff, bei dem alles drunter passt. Wir werden unterschiedliche Nutzer beherbergen. Ob diese aus der Forschung kommen oder klassische Dienstleister sind, wird man sehen.

Haben Sie eine bestimmte Mieter-Zielgruppe?

Nein. Wir sind komplett offen. Uns ist klar – wie all unseren Mitbewerbern – dass wir aus dem Augsburgermarkt nicht genügend rekrutieren können. Wir wollen und müssen mit einem überregionalen Konzept an den Markt gehen. Ganz klar die Deutschlandplayer ansprechen und fragen, ob sie mit ihrem Headquarter nach Augsburg kommen wollen. Die Großen, egal wo sie herkommen, suchen immer erst in den Metropolen. München, Frankfurt, und so weiter. Es geht also darum: Wenn jemand dort anfrägt muss man ihn fragen „Ist Augsburg eine Option für dich?“. Das müssen wir forcieren. Augsburg kennt niemand – noch nicht. Das wird sich nicht ändern, wenn wir nichts tun.

Sheridan Tower, Weitblick 1.7 jetzt Sheridan Campus. Reichen drei moderne Bürogebäude?

Reichen ist relativ. Ich gehe davon aus, dass Augsburg Office Standort wird, der sich in den kommenden zehn Jahren entwickelt. Wir haben einen gemischten Markt. Auf der einen Seite Mittelständler, die im Eigenbedarf bauen, auf der anderen einen Mietmarkt der immer stärker wird. Dieser findet aber keine Flächen. Augsburg hat historisch gesehen keine Office-Flächen gebaut. Sie haben Neubau, oder uralte Gebäude. Revitalisieren ist dort äußert schwierig. Es bleibt also nichts anders übrig, als in einen Neubau zu gehen. Da haben wir aber nichts. Wir haben also Bedarf aus den eigenen Reihen und wollen einen aus dem überregionalen Markt schaffen. Der Münchner Immobilienmarkt ist zu, die müssen ausweichen. Bevor ich nach Garching gehe, kann ich genauso gut hierherkommen. Wir haben mit Landsberg aktuell 12.000 Pendler. Wenn nur die Hälfte herkommt, machen wir 6.000 Menschen glücklicher.

New Work, Synergien, Nachhaltigkeit: Wie wird das im Campus umgesetzt?

Wir werden sicherlich wieder Lead Platinum zertifiziert, streben noch weitere an wie ein Digital-Zertifikat. Wir arbeiten von Anfang an mit Beraterfirmen zusammen um schon bei der Planung zu beachten: Was brauche ich für das Büro der Zukunft. Ich möchte aber auch mit der Uni einen Workshop machen. Junge IT-Studenten, die Berater und uns an einen Tisch bringen und fragen: Wie sieht euer Büro mal aus? Da hat meine Generation Nachholbedarf. Wir wissen nicht, wie diese Generation arbeiten will.

Wie viele Unternehmen sollen in den Campus einziehen?

Sie können von einem bis 20 Unternehmen rechnen. Es sind 15.000 Quadratmeter und keiner weiß, wer wie viel Fläche einmal mietet. Ich denke aber 10 wären eine schöne Mischung. Parken können alle in einer Tiefgarage.

Wie hoch wird die Miete im Campus sein? Wie hoch der Verkaufspreis?

Wir werden uns auf das Level von Tower und Weitblick begeben müssen. Es wird sicher nicht unter 14 Euro sein. Anders geht es auch nicht mehr, weil die Baukosten so hoch sind. Drunter werden Sie im Lead zertifizierten Neubaubereich nichts finden, eher teurer. Auch ohne Lead liegen wir im Schnitt bei 13/13,50Euro. Wenn das Gebäude fertig ist, wird der Verkaufspreis sicher irgendwo bei 70 Millionen Euro liegen.

Rechnen Sie mit Gegenwind wie ihn der Sheridan Tower damals erhalten hat?

Nein, eigentlich nicht. Im Gremium saß der Stadtbaumeister von Stadtbergen. Wir haben die Stadtberger also von Anfang an mitgenommen. Der Campus ist von Stadtbergen aus auch nicht sichtbar und somit auch kein Schallthema wie beim Tower.

Das Projekt ist schon länger im Gespräch, der Baustart erst 2021. Ist das normal?

Stand heute bis Baustart ist ein ganz normaler Prozess. Der dauert einfach so lange. Die gesamte Verzögerung kam ausschließlich auf Grund des Bebauungsplans zu Stande. Der ging mehrere Runden. Im ursprünglichen war noch ein altes Gebäude enthalten, das erst noch raus musste. Anders ging es nicht. Der Satzungsbeschluss war im Spätherbst 2019. Vorher konnten wir nichts machen, das Grundstück war nicht mal final zu reservieren.

Kommt das häufiger vor?

Es ist ein allgemeines bundesweites Problem. Die Genehmigungszeiten sind enorm lang. Sie bekommen einen Bebauungsplan unter drei bis fünf Jahren gar nicht durch. Die längsten, die ich kenne, liegen bei 8 Jahren. Das ist ganz normal. In der Kalkulation können Sie sich also auch nur so viel Puffer lassen, dass es am Ende hoffentlich aufgeht. Auch Kommunalwahlen muss man beachten.

Inwiefern?

Alle Bauvorhaben, die Sie jetzt haben, könne Sie komplett zurückstellen. Vor den Wahlen gibt es keine Entscheidungen, egal in welcher Kommune. Wenn Sie jetzt etwas frisch bringen, können Sie es einstampfen. Irgendeiner macht es Ihnen kaputt, weil er aus Wahlpropaganda Sicht das nicht will. Auch danach: Bis sich alle gefunden haben, ist es Herbst. Bis dahin wird es also nicht bearbeitet.

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