Zahlen für 2017/18 veröffentlicht

Immobilienmarktreport Augsburg: „Mieten werden drastisch steigen“

Michael Thiede (m.) stellt die wichtigsten Zahlen des Immobilienmarktreports vor. Foto: Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Augsburg ist nach wie vor gefragt – bei Investoren wie Privatpersonen. Der Geschäftsführer der RES Real Estate Solutions GmbH geht daher von weiteren Preissteigerungen bei Bauen und Mieten aus.

Michael Thiede stellte am 19. April die neusten Zahlen für die Region Augsburg im Kaisersaal der Stadtsparkasse Augsburg vor. Bauherren, Immobilien-Experten und Investoren folgten seinen Worten zum Immobilienmarktreport Wirtschaftsraum Augsburg. Der Bericht wurde in Kooperation mit zahlreichen Sponsoren von der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH erstellt und soll der Branche als Leitfaden und Werkzeug dienen.

„Wir hinken nach wie vor hinterher“

Thiedes erstes Fazit: „Der Augsburger Markt verändert sich stetig, schnell und rasant.“ Das ist seit Jahren zu beobachten, wie der Geschäftsführer RES Real Estate Solutions GmbH weiter betonte. Die Mieten haben seit 2011 um rund 40 Prozent zugelegt. Bei Erstbezug werden durchschnittlich 10,50 Euro verlangt. Statistisch werden die Mieten  jährlich weiter um drei Prozent steigen. Zwar werden in den nächsten Jahren mehrere Großbauprojekte realisiert doch der Aufholbedarf sei weiterhin riesig. „Wir hinken nach wie vor hinterher“, resümierte der Experte. „Die Mieten werden noch weiter drastisch steigen.“ Dabei seien die Sondereinflüsse durch die Uniklinik noch nicht berücksichtigt worden. Die Spitzenpreise für ein Apartment liegen schon jetzt bei 18 Euro. Und: „Wir haben kaum noch Wohnraumreserven.“

„Günstig bauen kennen wir gar nicht mehr“

Das spiegelt sich auch bei den Kaufpreisen wieder. Bald seien mindestens 5.000 Euro pro Quadratmeter für eine Neubauwohnung normal, da die Baukosten schon bei rund 3.000 Euro liegen. Denn selbst wenn und wo gebaut wird, haben die Beteiligten mit erhöhten Kosten zu kämpfen. „Günstig bauen kennen wir gar nicht mehr“, sagte Thiede. Investoren gibt es dennoch viele.

Regio A³ stellt den Immobilienmarktreport für 2017/18 vor

Augsburg bei internationalen Investoren beliebt

Selbst als C-Standort habe die Stadt interessantere Renditen als die Big 7 in Deutschland. Das lockt auch Geldgeber aus dem Ausland an. Ein Viertel der Anlagen stammt nicht von deutschen Investoren, allen voran Israel. Neben den Renditen blicken laut Thiede viele, gerade beim Gewerbebau, auch auf die Entwicklung an den Standorten. Durch den zunehmenden Verkehrskollaps in den Stadtzentren werden Bauflächen in den Randgebieten lukrativer. Nach dem Motto „Bauen wo die Mitarbeiter wohnen“ plus eine gute Anbindung rückt die B17 in den Fokus. Die zunehmenden Ansiedlungen von Logistik in Graben lassen gleichzeitig die Mieten im Augsburger Süden steigen. „Wir werden im Südwesten von Augsburg die Spitzenmieten erleben“, ist Michael Thiede überzeugt.

Büroflächen werden teurer

Mehr Geld in die Hand nehmen müssen auch Unternehmen. Die Büromieten steigen ähnlich rasant wie die für Wohnraum. Am teuersten ist es am Stadtrand von Augsburg mit Spitzen von 15 Euro – fast doppelt so viel wie 2014. In der Stadt zahlt man bis zu 13 Euro. Vor drei Jahren waren es nur maximal elf. Die Nachfrage ist aber da, bestätigte Thiede.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben