Experten-Workshop

Haunstetten Südwest: Visionen für das neue Stadtquartier

Das Expertenteam mit Baureferent Gerd Merkle. Foto: Angelina Märkl/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
In Haunstetten Südwest soll bis 2050 ein neues Stadtquartier entstehen. Der Startschuss für das Projekt fiel am Montag, 24. April, mit einem ersten Experten-Workshop. Die Ergebnisse wurden nun vorgestellt.

Die Ergebnisse sollen Grundlage für einen zweistufigen städtebaulichen und freiraumplanerischen Ideenwettbewerb sein. „Mit ‚Blick von außen‘ wird eine erste Idee entwickelt werden, wie unsere Kinder und Enkelkinder in Zukunft leben werden“, so Baureferent Gerd Merkle im Vorfeld. Die extern einberufenen Fachleute stammen aus den Bereichen Städtebau, Freiraum, Mobilität, Energie und Klima sowie Digitalisierung. Auch ein Vertreter der örtlichen Architektenverbände war mit dabei. In 32 Stunden entwickelten die elf Experten erste Visionen, wie die 180 Hektar Ackerfläche genutzt werden könnnen. „Wir wollen keinen neuen Stadtteil planen, sondern ein integriertes Quartier“, betont Merkle.

Was die Zukunft mit sich bringen wird

Die erste Frage, die sich die Experten stellten, war, worauf sie sich bis 2050 einstellen müssen. Betrachtet wurde der gesamte Stadtteil Haunstetten. Im Hinblick auf die gesellschaftliche Entwicklung müssen flexible und neue Wohnformen geschaffen werden. Zudem soll das Stadtwachstum nicht zu mehr Autoverkehr führen. Es muss nach nachhaltigen Lösungen gesucht werden. Denn die Verkehrswende wird kommen, so die Fachleute. Sie waren sich einige darüber, dass Augsburg und Haunstetten eine gute Basis für den Wandel bieten.

Alte B17 soll ausgebaut werden

Die alte B17 in Haunstetten sei ein gutes Pilotprojekt zur Übersetzung der Verkehrswende in den öffentlichen Raum. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Digitalsierung und die Nutzung von Synergien. Technologien sollen bedarfsgerecht eingesetzt werden. Haunstetten könnte auch zum Blue-Print für ein „Digitales Augsburg“ werden. Darüber hinaus soll es nachhaltig, CO2-neutral und autark sein. Autarkie bedeutet, dass die Energieerzeugung größer ist als der Verbrauch.

Das sind die Visionen für Haunstetten

Aus diesen „Leitplanken“ haben die Fachleute in Gruppen drei verschiedene Szenarien erarbeitet. Das erste Szenario mit dem Namen „Geben, Nehmen & Vernetzen“ legt den Fokus auf die Mobilität und die regionale Einbindung. Das neue Quartier soll eine eigene Identität entwickeln und sich in dem gesamtstädtischen Kontext einfügen. Haunstetten könnte als neuer Hotspot in Augsburg dienen.

„Urban vernetzte Nachbarschaften 2050“ nannten die Experten das zweite Szenario.  Aus der Tradition Augsburgs heraus soll ein neues Verständnis für Werksiedlungen in einer vernetzten Wirtschaft entstehen. Das bedeutet, Wohnen und Arbeiten verbinden sich in unmittelbarer Laufweite. Das Szenario sieht auch vor, die B17 für Pendler und Gewerbeansiedlungen neu anzuschließen.

Und die letzte Vision namens „Neue Mitte Haunstetten“ rückt die Lebensqualität und die Zukunftsfähigkeit mit neuen Technologien in den Vordergrund. Haunstetten wird zum attraktiven Wohn- und Arbeitsort. Eine dichte Bebauung, eine innovative Infrastruktur sowie eine umfassende Digitalisierung sollen dazu beitragen.

Planungsgrundlagen bis Jahresende 2018

Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl zeigte sich begeistert: „Ich habe keine Utopien gehört, sondern es ist etwas entstanden, das durchaus Visionen zeigt.“ Die Experten werden auch den weiteren Weg des neuen Quartiers begleiten. Gribl betonte auch, dass die Grundstrukturen und die Grundhaltung nun erarbeitet wurden. Der nächste Schritt ist die Info-Veranstaltung für die Bürger am 16. Mai. Ziel ist es, interessierte Bürger für eine aktive Gestaltung und Mitwirkung an der Zukunft zu gewinnen. Danach findet der erste Planungsworkshop statt.

Geplant ist, den Prozess aus Expertenworkshop, Bürgerinformation und Planungswerkstatt in der zweiten Jahreshälfte in einer weiteren Runde fortzuführen und zu vertiefen. Bis Jahresende 2018 sollen im Rahmen Planung die Grundlagen für einen städtebaulichen Ideenwettbewerb geschaffen werden. So soll das bestmögliche Ergebnis für Haunstetten erzielt werden, erklärt Merkle.

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