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IHK-Neujahrsempfang 2026: Mit Menschlichkeit und KI zum Wirtschaftsaufschwung
New Leadership

IHK-Neujahrsempfang 2026: Mit Menschlichkeit und KI zum Wirtschaftsaufschwung

IHK-Präsident Reinhold Braun (links) und IHK-Hauptgeschäftsführer Marc Lucassen (rechts) haben beim Neujahrsempfang 2026 den Schwerpunkt auf Leadership gelegt. Als Key-Speakerin war dazu Laura Bornmann (Mitte) eingeladen. Foto: B4B/ Angelina Märkl
IHK-Präsident Reinhold Braun (links) und IHK-Hauptgeschäftsführer Marc Lucassen (rechts) haben beim Neujahrsempfang 2026 den Schwerpunkt auf Leadership gelegt. Als Key-Speakerin war dazu Laura Bornmann (Mitte) eingeladen. Foto: B4B/ Angelina Märkl

Wie funktioniert Führung heute? Key-Speakerin Laura Bornmann hat die Gäste des Neujahrsempfangs der IHK Schwaben auf New Leadership eingeschworen. Mit 1.400 Gästen war dieser so gut besucht wie noch nie.

„Laura, du bist zu nett, so wirst du nie Karriere machen.“ Ein Satz, der Laura Bornmann geprägt hat. Jahre später ist sie Top-Voice auf LinkedIn, Expertin für New Leadership und stand beim Neujahrsempfang der IHK Schwaben als Key-Speakerin auf der Bühne. Vor 1.400 Gästen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft sprach Bornmann darüber, welche Fähigkeiten Führungskräfte heute brauchen und wie sie das Potenzial ihrer Mitarbeitenden neu nutzen können.

Der Neujahrsempfang der IHK war in diesem Jahr so gut besucht wie noch nie: Wegen der großen Nachfrage wurden die Kapazitäten im Kongress am Park erhöht, trotzdem gab es eine Warteliste.

Fast 1.400 kamen zum traditionellen Neujahrsempfang der IHK Schwaben in den Kongress am Park. Fotos: B4BSCHWABEN.de

Keynote: Wie sieht New Leadership aus?

Bornman hat Prinzipien entwickelt, was für sie New Leadership ausmacht. So sollten Führungskräfte mehr in ihre Selbstkenntnis investieren als in Fachwissen. „Ein Gefühl für Menschen zu haben, heißt, ein Gefühl für sich selbst zu entwickeln und sich selbst besser zu verstehen. Nur dann kann ich Menschen führen“, ist Bornmann überzeugt. Dazu gehören auch die Punkte, dass Führungskräfte wissen, wie es den Mitarbeitenden geht und welche Sorgen sie haben; und dass Führungskräfte sich selbst verletzlich zeigen – zugeben, dass sie Fehler machen, und ihre Sorgen mitteilen.

Führungskräfte sollten der Grund sein, weshalb sich die Mitarbeitenden auf den Montag freuen. „Es ist krass, dass viele Angst haben, am Montag in die Arbeit zu gehen. Wie viel besser könnten sie ihre Arbeit machen, wenn sie sich freuen?“ stellt Bornmann in den Raum – durch den vereinzelt peinlich berührtes Gelächter ging.

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„Werte wandeln sich“

Bornmann sieht Führungskräfte in der Verantwortung, andere Rahmenbedingungen zu schaffen. Das betreffe gerade auch junge Menschen, denen häufig vorgeworfen wird, nicht mehr leistungsfähig oder -willig zu sein. „Ich kenne keine Studie, die sagt, junge Menschen wollen nichts mehr leisten. Sie wollen gute Arbeit machen, aber zu anderen Rahmenbedingungen. Werte wandeln sich“, so Bornmann.

Dazu gehöre auch, Entwicklung zu ermöglichen, das Potenzial in seinen Mitarbeitenden zu erkennen und zu fördern.

Menschlichkeit – darauf kommt es für Laura Bornmann bei Leadership an. Foto: B4B/ Angelina Märkl
Menschlichkeit – darauf kommt es für Laura Bornmann bei Leadership an. Foto: B4B/ Angelina Märkl

Führungsstil mit mehr Empathie

Den Führungsstil, den Bornmann zu Beginn ihrer Karriere erlebt hat, sieht sie hier als hinderlich: wenig Emotionen und Nähe, dafür Härte und ein perfektes Image. Generell, aber vor allem dort, wo mit KI gearbeitet wird, müsse der Mensch mehr im Mittelpunkt stehen. Denn eines könne KI nie ersetzen: Menschlichkeit. „Empathie ist kein Widerspruch zu Durchsetzungsfähigkeit“, stellt Bornmann klar. Wer empathisch ist und sich verletzlich zeige, baue Vertrauen auf. „Damit bekommt man die Mitarbeitenden, die die Extrameile gehen“, sagt Bornmann.

Lesen Sie hier: IHK Neujahrsempfang 2025: „KI bietet Mittelstand enormes Potenzial“

Und die brauche es: Sie zeigte Ergebnisse der Gallup-Studie 2024, wonach nur neun Prozent der Arbeitnehmenden eine emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber haben – 78 Prozent dagegen machten Dienst nach Vorschrift, 13 Prozent hätten bereits innerlich gekündigt. Bornmann rechnet damit, dass es zu einer Kündigungswelle kommen wird, sobald sich die wirtschaftliche Lage erholt hat.

„Es fehlt der Mut“

Doch wie erholt sich die wirtschaftliche Lage wieder? Mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen schwor IHK-Präsident Reinhold Braun Wirtschaft und Kommunalpolitiker darauf ein, zusammen die Rahmenbedingungen für die Unternehmen zu verbessern. „Kommunen machen jeden Tag Wirtschaftspolitik. Die regionale Wirtschaft und Kommunalpolitiker müssen Partner sein“, so Braun. Denn die deutsche Wirtschaft sei in den vergangenen 15 Jahren zum Pflegefall Europas geworden. Die Lage: ernst. Die Probleme: altbekannt und in den vergangenen Jahren oft wiederholt. Hohe Kosten für Energie und Arbeitskräfte, schlechte Infrastruktur, zu viel Bürokratie.

„Die deutsche Wirtschaft hat kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Es fehlt der Mut, unbequeme Entscheidungen zu treffen“, sagt Braun. Und das über Parteien hinweg, unabhängig von der Zusammensetzung der Bundesregierungen.

Unternehmen kommen um KI nicht herum

Was die Politik aus Sicht der IHK Schwaben für einen Wirtschaftsaufschwung tun muss, ist klar. Und die Unternehmen selbst? „Investieren, weiter- und ausbilden und Verantwortung übernehmen“, sagt Braun. Aber auch: Künstliche Intelligenz sinnvoll nutzen und den Menschen in den Mittelpunkt stellen. „KI braucht den Menschen und der Mensch braucht die KI“, ist sich Braun sicher. Denn inzwischen sei KI mitten im Arbeitsalltag angekommen. „Sie macht vieles schneller, aber nicht automatisch besser. Es wird nur besser, wenn wir wissen, was wir tun“, so Braun.

Das sieht auch Key-Speakerin Bornmann so. KI werde nicht generell Menschen ersetzen. Sondern: „Menschen, die KI können, werden Menschen ersetzen, die es nicht können.“

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