Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft

IHK Schwaben: Wie gefährlich sind Amazon, Facebook und Co.?

Am dritten Donnerstag im Februar findet wieder traditionell das 45. Augsburger Konjunkturgespräch der IHK Schwaben und der Uni Augsburg statt. Über 100 Gäste treffen sich zum Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.

Das jährliche Konjunkturgespräch ist Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und schon längst zu einer Tradition geworden. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich die aktuelle konjunkturelle Lage in Bayerisch-Schwaben. „Die Stimmung ist eine der Hauptattribute der Konjunktur“, erklärt Dr. Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben.

„Konjunkturampel steht auf Rot“

Er vergleicht diese mit der Musik im Zelt des Oktoberfests. Wenn dort die Musik aus ist, sei auch die Party aus. „Wir müssen die Musik weiterlaufen lassen“, so Kopton. Nähere Einblicke in die aktuelle Konjunktur in Deutschland und Europa gab Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts München. „Die Konjunktur ist zunehmend fragil. Die Konjunkturampel steht auf Rot. Trotzdem ist für 2019 ein Wachstum in Höhe von circa 1 Prozent zu erwarten“, erklärt Fuest.

Das fordert Kopton

Anstatt die Konjunktur schlecht zu reden, soll Deutschland lieber folgende Dinge in Angriff nehmen, fordert Kopton: „Ich habe drei Wünsche: Wir müssen aufhören, unsere wirtschaftlichen Aushängeschilder wie Automobil und Verbrennungsmotor schlecht zu reden. Des Weiteren sollen die Politiker ihr Amt auch ausführen und sich nicht über Themen wie Bienensterben und diverse Toiletten Gedanken machen. Sie sollen sich endlich den wichtigen Aufgaben widmen. Mein letzte Forderung ist, dass wir uns von den bürokratischen Fesseln befreien.“

Über 100 Gäste beim 45. Augsburger Konjunkturgespräch

Wettbewerb auf digitalen Märkten im Fokus

Neben der Konjunktur nahm die Veranstaltung in diesem Jahr den Wettbewerb auf digitalen Märkten in den Fokus. Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft und Facebook gehören zu den am höchsten bewerteten Unternehmen der Welt. „Diese Plattformen gibt es zwar schon einige Zeit – aber die Brisanz liegt darin, in welch kurzer Zeit sie zu global bedeutsamen Unternehmen aufsteigen konnten“, so Kopton.

Sie sind Beispiele dafür, dass Netzwerkeffekte Marktmacht in Märkten der digitalen Ökonomie schaffen und festigen. „Sie machen uns zwar das Leben leichter, bereiten uns aber auch Sorgen“, äußert sich Prof. Dr. Peter Welzel, Lehrstuhlinhaber für Volkswirtschaftslehre und wissenschaftlicher Leiter des Konjunkturgesprächs.

Muss man digitale Märkte regulieren?

Daher beschäftigten sich die Teilnehmer des diesjährigen Konjunkturgesprächs mit der Frage, ob Deutschland auf gute Marktergebnisse vertrauen sollen oder ob sie die Notwendigkeit wettbewerbspolitischer Eingriffe sehen. „Eine wichtige Frage ist, ob man digitale Märkte überhaupt regulieren kann“, so Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Uni Augsburg. Die Basis für die abschließende Diskussion lieferte Prof. Achim Wambach, ausgewiesener Experte für Wettbewerbsfragen, mit seinem Vortrag „Digitaler Wohlstand für alle“.

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Das fordert Kopton

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Sie sind Beispiele dafür, dass Netzwerkeffekte Marktmacht in Märkten der digitalen Ökonomie schaffen und festigen. „Sie machen uns zwar das Leben leichter, bereiten uns aber auch Sorgen“, äußert sich Prof. Dr. Peter Welzel, Lehrstuhlinhaber für Volkswirtschaftslehre und wissenschaftlicher Leiter des Konjunkturgesprächs.

Muss man digitale Märkte regulieren?

Daher beschäftigten sich die Teilnehmer des diesjährigen Konjunkturgesprächs mit der Frage, ob Deutschland auf gute Marktergebnisse vertrauen sollen oder ob sie die Notwendigkeit wettbewerbspolitischer Eingriffe sehen. „Eine wichtige Frage ist, ob man digitale Märkte überhaupt regulieren kann“, so Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Uni Augsburg. Die Basis für die abschließende Diskussion lieferte Prof. Achim Wambach, ausgewiesener Experte für Wettbewerbsfragen, mit seinem Vortrag „Digitaler Wohlstand für alle“.

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