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Zum kommenden Schuljahr führt die IHK Schwaben ein neues Ausbildungsformat ein, das gezielt auf die Bedürfnisse von Auszubildenden mit sprachlichen und integrativen Herausforderungen eingeht. Gemeinsam mit der Regierung von Schwaben sowie Berufsschulen unter anderem in Augsburg, Immenstadt, Lindau, Bad Wörishofen und Friedberg wird das sogenannte „Kombimodell 1+x“ zunächst im Reise- und Gastgewerbe erprobt. Im Zentrum steht die Verknüpfung von praktischer Ausbildung im Betrieb, schulischem Lernen und gezieltem fachbezogenem Spracherwerb. Um den Teilnehmenden mehr Zeit für ihre Entwicklung zu geben, wird die Ausbildung um ein zusätzliches Jahr verlängert.
Hintergrund des neuen Modells ist der anhaltende Fachkräftemangel in der Reise- und Gastro-Branche. Laut aktueller Konjunkturumfrage der IHK ist nahezu jedes zweite Unternehmen in Bayerisch-Schwaben davon betroffen. Ein Spitzenwert im Branchenvergleich. „Gerade in dieser Branche, die massiv unter dem Fachkräftemangel leidet, können wir die Potenziale junger Menschen so noch besser fördern und den Unternehmen zu dringend benötigten Fachkräften verhelfen“, erklärt Christian Fischer, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Bildung der IHK Schwaben.
Viele Betriebe reagieren bereits mit verstärktem Engagement in der Ausbildung. Im vergangenen Jahr starteten knapp 1.000 neue Auszubildende in gastronomischen Berufen, was einem Anstieg von rund zehn Prozent entspricht. Insgesamt befinden sich in Bayerisch-Schwaben derzeit etwa 1.800 junge Menschen in entsprechenden Ausbildungsprogrammen.
Parallel dazu ist der Anteil internationaler Auszubildender deutlich gestiegen. Während 2015 noch rund acht Prozent der Azubis aus dem Ausland kamen, liegt dieser Anteil inzwischen bei über 15 Prozent und damit bei mehr als 3.000 jungen Menschen. Besonders stark vertreten sind Auszubildende aus Vietnam, die mit 383 Personen die größte Gruppe stellen.
Diese Entwicklung bringe neue Herausforderungen mit sich. „Natürlich lassen sich aus der Staatsangehörigkeit nicht zwangsläufig Rückschlüsse auf die Deutschkenntnisse der Azubis ziehen“, so Fischer. „Es zeigt sich aber in der Praxis, dass es für viele der jungen Menschen und die Ausbildungsunternehmen schwieriger wird, Sprachbarrieren zu überwinden.“ Die IHK Schwaben ordnet die Herausforderungen der Lehrform zu. Häufig fällt es betroffenen Jugendlichen schwer, dem Unterricht zu folgen oder sich in betriebliche Abläufe einzufinden. Genau hier setzt das neue Ausbildungsmodell an.
Das „Kombimodell 1+x“ richtet sich insbesondere an Geflüchtete, Neuzugewanderte sowie Jugendliche mit sprachlichem Unterstützungsbedarf. Ziel ist es, sowohl die Integration in den Arbeitsmarkt als auch in die Gesellschaft frühzeitig zu fördern und Ausbildungsabbrüche zu reduzieren.
Die konkrete Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit den beteiligten Berufsschulen. Geplant sind kleinere Klassen, ein angepasstes Lerntempo sowie eine intensivere Betreuung. Die Auszubildenden erhalten dabei von Beginn an die reguläre Ausbildungsvergütung. Gleichzeitig sollen Betriebe entlastet werden, indem sie sich stärker auf die fachliche Ausbildung konzentrieren können.
Der Start des Modellprojekts ist für September vorgesehen. Aktuell laufen bereits Informationsveranstaltungen an den beteiligten Berufsschulen, um Betriebe und potenzielle Auszubildende auf das neue Angebot vorzubereiten.