IHK Schwaben

IHK Schwaben fordert Schnellbahnstrecke für „Technologie-Achse“

Josef Brandner, Vorsitzende des IHK-Verkehrsausschusses mit EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc. Bild: Europäisches Parlament

Ein erklärtes Ziel der Europäischen Union ist der Ausbau der Transeuropäischen Netze (TEN). Im Gespräch mit der EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc setzte sich die IHK Schwaben kürzlich für Investitionen in die Bahnstrecke Ulm – Augsburg ein. Durch sie soll Schwaben wirtschaftlich noch stärker werden.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Eine Region mit industrieller und innovativer Kraft braucht leistungsfähige Verkehrswege. Deshalb kämpft die EU-Kommission für den Ausbau der Transeuropäischen Netze (TEN). Dazu gehört auch die Bahn-Achse über Stuttgart, Ulm, Augsburg und München. Die EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc traf sich kürzlich zu einem Gespräch mit einer Delegation der IHKs Schwaben und München im Europaparlament in Straßburg.

„Technologieachse Süd“ verbindet die innovationsstärksten Regionen Europas

Das Prognos-Gutachten zur „Technologieachse Süd“ liefert „zahlreiche gute Argumente, warum dieser Korridor alle Aufmerksamkeit und einen Ausbau verdient“, so IHK-Vizepräsident Prof. Gerd Finkbeiner. Die europäische Bahn-Magistrale verknüpfe mit  dem Großraum Paris, Baden-Württemberg und Bayern die drei innovationsstärksten Regionen Europas. Zwischen Karlsruhe und dem Chemiedreieck leben knapp zwölf Prozent der deutschen Bevölkerung. Hier wird allerdings ein Drittel der Forschungs- und Entwicklungs-Ausgaben getätigt.

Bahnstrecke als Lebensader für regionale Unternehmen

EU-Kommissarin Bulc zeigte sich von diesen Daten beeindruckt. Gleichzeitig erklärte sie, dass die EU „Flaschenhälse“ im Verkehrsnetzt beseitigen wolle. Außerdem sollen grenzüberschreitende Verbindungen geschaffen und Lücken beim Bahn-Ausbau geschlossen werden. Diese drei Punkte bilden die vorrangigen Anliegen der EU-Politik für die Transeuropäischen Korridore. Zwischen Ulm und Augsburg sowie zwischen München und der österreichischen Grenze sollen die Bahnstrecken gestärkt werden. „Dies ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen für diese Region“, sagte der Vorsitzende des IHK-Verkehrsausschusses, Josef Brandner. Erst eine Fortsetzung auf bayerischer Seite setze die hohen Investitionen in Frankreich und zwischen Stuttgart und Ulm in Wert. Für die Unternehmen im Chemiedreieck stelle die Bahn die Lebensader dar, erklärte die Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern, Ingrid Obermeier-Osl.

Region Augsburg im Zentrum des TEN-Netzes

Der Europaabgeordnete Markus Ferber hatte das Gespräch mit der EU-Kommissarin Bulc vermittelt. Laut Ferber eröffnet die europäische Verkehrspolitik große Chancen für die Region: „Es gibt in ganz Europa nur drei große West-Ost-Korridore im TEN-Netz, und einer davon verläuft durch Schwaben und Oberbayern. Die EU ist auch bereit, Haushaltsmittel dafür zur Verfügung zu stellen."

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Streckenäste sollen spezifisch gestärkt werden – Konkurrenzdenken hinderlich

Der TEN-Korridor „Rhein-Donau“ zwischen Straßburg und dem Schwarzen Meer hat in Süddeutschland zwei Streckenäste. Im Norden verlaufen diese über Frankfurt, Nürnberg und Passau, im Süden über Stuttgart, Ulm, Augsburg und München. „Es ist wichtig, knappe Mittel und Ressourcen gezielt einzusetzen, um letztlich keinen konkurrierenden Nutzen zu schaffen, sondern um gerade jeweils die spezifischen Stärken der Streckenäste zu entwickeln“, betonte Prof. Finkbeiner als stellvertretender Vorsitzender der „Initiative Magistrale für Europa“. Hier engagieren sich Städte, Regionen und IHKs zwischen Frankreich und Österreich für den Ausbau der Bahn-Achse. Die Stärke der europäischen Magistrale von Paris über München nach Wien liegt laut Finkbeiner im Hochgeschwindigkeitsverkehr. So wird der TGV von Augsburg nach Paris in wenigen Jahren nur noch viereinhalb Stunden benötigen.

Augsburg:„Tür für Ausbau- und auch für Neubaustrecke offen halten“

Derzeit lässt der Bund verschiedene Alternativen durch Gutachter beurteilen. Sie sollen feststellen, ob ein Ausbau der bestehenden Strecke zwischen Ulm und Augsburg wirtschaftlich sinnvoll ist. Alternativ steht auch eine Neubaustrecke zwischen Burgau und Augsburg entlang der Autobahn A 8 zur Debatte. Brandner und Finkbeiner appellierten an die Politik in Schwaben: „Solange hierzu keine belastbaren Ergebnisse vorliegen, müssen die Türen für beide Varianten offen bleiben und es darf nicht eine Lösung vorzeitig aussortiert werden.“ Ende des Jahres wird eine dieser beiden Varianten in den Bundesverkehrswegeplan 2015 übernommen. Das gemeinsame Ziel soll von der Region geschlossen verfolgt werden. Die Zeit drängt. Denn Brandner und Finkbeiner sind überzeugt, dass der Verkehr mit der Neubaustrecke Stuttgart – Ulm im Jahr 2021 erheblich zunehmen wird: „Noch einmal drei Jahrzehnte Diskussion können wir uns in dieser Frage nicht mehr leisten.“

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