Home-Office-Umfrage, Folge 1

IHK Schwaben: „Es gab auch Positives im Home-Office“

Wir haben bei Unternehmen in Bayerisch-Schwaben nachgefragt, wie sie nach dem Corona-Lockdown die Möglichkeit des „Home-Office“ beurteilen. Dr. Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, hat verraten, weshalb für ihn persönlich mobiles Arbeiten zum Alltag gehört.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Während Corona haben viele Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Home-Office geschickt. Wenn Sie jetzt daran zurückdenken – positiv oder negativ?

Dr. Marc Lucassen: Wenn ich an diese Zeit denke, schwingen bei mir positive und negative Gedanken mit. Negativ war der Anlass für das Home-Office. Mitte März waren zum Teil von einem Tag auf den anderen Produktionshallen verwaist, Büros standen komplett leer. Der Lockdown hat die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben schwer getroffen und wird nachhaltig Spuren hinterlassen. Aber es gab auch Positives. Die Unternehmen haben unglaublich viel Flexibilität bewiesen und sich mit Pragmatismus den Herausforderungen gestellt. Das galt auch bei der Umsetzung von Home-Office-Lösungen. Bemerkenswert ist, wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer dabei Gemeinsinn bewiesen haben.

Bei der IHK Schwaben wurde beispielsweise innerhalb von 24 Stunden eine einvernehmliche Dienstvereinbarung geschlossen. Mit dieser haben wir mobiles Arbeiten ermöglicht. So konnten wir trotz Lockdown weiter unseren Aufgaben nachkommen.

Haben Sie selbst auch die Erfahrung gemacht, von zuhause aus zu arbeiten? Wenn ja, wie fanden Sie es?

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Da ich viel unterwegs bin, ist das mobile Arbeiten generell ein fester Bestandteil meines Arbeitsalltags. Insofern ist es für mich nicht neu, das Büro und den festen Schreibtisch zu verlassen und andernorts per Laptop und Smartphone tätig zu sein. Während der kritischen Phase des Lockdowns war ich allerdings stets in der IHK. Da ein Großteil unserer Mitarbeiter nicht im Büro war, stellte das im Sinne des Gesundheitsschutzes und der Hygieneregeln kein Problem dar.

Wird das Thema „Arbeiten von zuhause“ Ihrer Meinung nach zukünftig auch ohne Katastrophenfälle zunehmen?

Das Thema war bereits vor Corona in vielen Unternehmen präsent und wird es sicher auch künftig bleiben. Die Krise und der Lockdown haben die Entwicklung beschleunigt. Und sie haben einige Skeptiker zum Umdenken gebracht. Alle haben gesehen: Es kann funktionieren. Wir sollten allerdings bei künftigen Diskussionen nicht so sehr an der starren Idee des Homeoffice festhalten. Was wir benötigen, sind Konzepte für mobiles Arbeiten, inklusive eines modernen Arbeitszeitgesetzes. Ziel ist es nachhaltige Strukturen zu schaffen und die Prozesse, die sich häufig spontan etabliert haben, zu ordnen.

Welche Rolle spielt das Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern im Home-Office?

Eine entscheidende Rolle. Ohne Vertrauen – übrigens von beiden Seiten – lassen sich solche Arbeitsmodelle auf Dauer nicht realisieren. Das heißt: Neben der Technik muss sich auch die Unternehmenskultur dieser neuen Welt anpassen.

Gab es bereits vor Corona die Möglichkeit für Home-Office in Ihrem Unternehmen?

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Ja, aber nur in wenigen Fällen. Dagegen gibt es viele Kollegen in der IHK – vom Ausbildungsberater bis zum Regionalgeschäftsführer – die häufig unterwegs und vor Ort bei unseren Mitgliedsunternehmen sind. Für sie gehörte mobiles Arbeiten bereits vor Corona zum Alltag. Für uns steht dabei der Aspekt der Mobilität im Vordergrund und weniger die Idee von einem Arbeitsplatz zu Hause.

Hat die Kommunikation mit Kollegen und Kunden noch gut funktioniert. Wenn ja, auf welchen Wegen?

Die Kommunikation hat erstaunlich gut funktioniert – sowohl mit unseren Kunden und Mitgliedsunternehmen als auch intern unter den Kollegen. Das gute alte Telefon hat in dieser Zeit ein großes Revival erlebt. In der Hochphase der Krise haben wir 14.000 Erst- und Fachberatungen durchgeführt.

Natürlich haben wir auch über viele andere Wege mit unseren Mitgliedern kommuniziert und haben sie mit Informationen versorgt: per E-Mail, in Videokonferenzen, per Newsletter oder über neue digitale Formate wie unsere Webinare. Auch intern haben wir auf digitale Tools gesetzt. In den einzelnen Geschäftsbereichen haben die Teams erstaunlich schnell individuelle Wege gefunden, sich optimal abzustimmen. Weil sich einige Mitarbeiter nebenbei um Homeschooling, Kinderbetreuung oder pflegebedürftige Familienangehörige kümmern mussten, spielte das Thema einer zeitversetzten Kommunikation eine große Rolle.

Wie zufrieden waren Ihre Mitarbeiter mit dem Modell?

Es ist schwierig, ein einheitliches Bild zu zeichnen. Jeder Mitarbeiter hat diese Phase ganz individuell erlebt. Dabei spielten äußere Faktoren wie die familiäre oder private räumliche Situation eine Rolle. Zudem ist es Typsache, ob mir die Arbeit von zu Hause aus liegt oder nicht. Generell kann ich sagen, dass das mobiles Arbeiten aus Sicht der IHK Schwaben gut funktioniert hat und die Mitarbeiter im Wesentlichen sehr zufrieden waren mit der von uns praktizierten Lösung. Es hat sich aber auch gezeigt, dass der persönliche Kontakt ein ganz wesentlicher Faktor für ein gutes Miteinander im Unternehmen ist und sich nicht so leicht und vor allem vollständig durch Videokonferenzen oder Chats ersetzen lässt.

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Dr. Marc Lucassen: Wenn ich an diese Zeit denke, schwingen bei mir positive und negative Gedanken mit. Negativ war der Anlass für das Home-Office. Mitte März waren zum Teil von einem Tag auf den anderen Produktionshallen verwaist, Büros standen komplett leer. Der Lockdown hat die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben schwer getroffen und wird nachhaltig Spuren hinterlassen. Aber es gab auch Positives. Die Unternehmen haben unglaublich viel Flexibilität bewiesen und sich mit Pragmatismus den Herausforderungen gestellt. Das galt auch bei der Umsetzung von Home-Office-Lösungen. Bemerkenswert ist, wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer dabei Gemeinsinn bewiesen haben.

Bei der IHK Schwaben wurde beispielsweise innerhalb von 24 Stunden eine einvernehmliche Dienstvereinbarung geschlossen. Mit dieser haben wir mobiles Arbeiten ermöglicht. So konnten wir trotz Lockdown weiter unseren Aufgaben nachkommen.

Haben Sie selbst auch die Erfahrung gemacht, von zuhause aus zu arbeiten? Wenn ja, wie fanden Sie es?

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Wird das Thema „Arbeiten von zuhause“ Ihrer Meinung nach zukünftig auch ohne Katastrophenfälle zunehmen?

Das Thema war bereits vor Corona in vielen Unternehmen präsent und wird es sicher auch künftig bleiben. Die Krise und der Lockdown haben die Entwicklung beschleunigt. Und sie haben einige Skeptiker zum Umdenken gebracht. Alle haben gesehen: Es kann funktionieren. Wir sollten allerdings bei künftigen Diskussionen nicht so sehr an der starren Idee des Homeoffice festhalten. Was wir benötigen, sind Konzepte für mobiles Arbeiten, inklusive eines modernen Arbeitszeitgesetzes. Ziel ist es nachhaltige Strukturen zu schaffen und die Prozesse, die sich häufig spontan etabliert haben, zu ordnen.

Welche Rolle spielt das Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern im Home-Office?

Eine entscheidende Rolle. Ohne Vertrauen – übrigens von beiden Seiten – lassen sich solche Arbeitsmodelle auf Dauer nicht realisieren. Das heißt: Neben der Technik muss sich auch die Unternehmenskultur dieser neuen Welt anpassen.

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Ja, aber nur in wenigen Fällen. Dagegen gibt es viele Kollegen in der IHK – vom Ausbildungsberater bis zum Regionalgeschäftsführer – die häufig unterwegs und vor Ort bei unseren Mitgliedsunternehmen sind. Für sie gehörte mobiles Arbeiten bereits vor Corona zum Alltag. Für uns steht dabei der Aspekt der Mobilität im Vordergrund und weniger die Idee von einem Arbeitsplatz zu Hause.

Hat die Kommunikation mit Kollegen und Kunden noch gut funktioniert. Wenn ja, auf welchen Wegen?

Die Kommunikation hat erstaunlich gut funktioniert – sowohl mit unseren Kunden und Mitgliedsunternehmen als auch intern unter den Kollegen. Das gute alte Telefon hat in dieser Zeit ein großes Revival erlebt. In der Hochphase der Krise haben wir 14.000 Erst- und Fachberatungen durchgeführt.

Natürlich haben wir auch über viele andere Wege mit unseren Mitgliedern kommuniziert und haben sie mit Informationen versorgt: per E-Mail, in Videokonferenzen, per Newsletter oder über neue digitale Formate wie unsere Webinare. Auch intern haben wir auf digitale Tools gesetzt. In den einzelnen Geschäftsbereichen haben die Teams erstaunlich schnell individuelle Wege gefunden, sich optimal abzustimmen. Weil sich einige Mitarbeiter nebenbei um Homeschooling, Kinderbetreuung oder pflegebedürftige Familienangehörige kümmern mussten, spielte das Thema einer zeitversetzten Kommunikation eine große Rolle.

Wie zufrieden waren Ihre Mitarbeiter mit dem Modell?

Es ist schwierig, ein einheitliches Bild zu zeichnen. Jeder Mitarbeiter hat diese Phase ganz individuell erlebt. Dabei spielten äußere Faktoren wie die familiäre oder private räumliche Situation eine Rolle. Zudem ist es Typsache, ob mir die Arbeit von zu Hause aus liegt oder nicht. Generell kann ich sagen, dass das mobiles Arbeiten aus Sicht der IHK Schwaben gut funktioniert hat und die Mitarbeiter im Wesentlichen sehr zufrieden waren mit der von uns praktizierten Lösung. Es hat sich aber auch gezeigt, dass der persönliche Kontakt ein ganz wesentlicher Faktor für ein gutes Miteinander im Unternehmen ist und sich nicht so leicht und vor allem vollständig durch Videokonferenzen oder Chats ersetzen lässt.

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