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IHK: Integration von Flüchtlingen - so geht es richtig
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IHK Schwaben

IHK: Integration von Flüchtlingen - so geht es richtig

 Vikin Gazal ist das Paradebeispiel dafür, wie erfolgreich die Integration von Flüchtlingen sein kann. Foto: B4B SCHWABEN

Die IHK Schwaben macht es sich zur großen Aufgabe, junge Flüchtlingen eine Berufsausbildung. Das Konzept ist einfach und einleuchtend, aber trotzdem eine große Herausforderung, bei dem auch die Politik eine wichtige Rolle hat.

von Sandra Hinzmann, Online-Redaktion

Flüchtlinge sind geheimnisvoll, Furcht einflößend und kriminell? Das sind nur einige wenige Vorurteile in den Köpfen der Deutschen. Von wegen! Viele junge Flüchtlinge versuchen mit aller Macht, nach Deutschland zu kommen, nehmen große Schwierigkeiten auf sich und einen großen Batzen Geld in die Hand, um aus dem Krieg auszubrechen und sich woanders ein neues Leben in Sicherheit aufbauen zu können. Viele wissen es zu schätzen, dass sie in Deutschland aufgenommen werden und wollen den nächsten Schritt der Integration gehen. Doch wie geht Integration am besten? Die IHK Schwaben startet ein Pilotprojekt, um junge Flüchtlinge in Deutschland zu integrieren und gibt ihnen gleichzeitig große Zukunftschancen und die Möglichkeit, sich hier zu beweisen.

Eine Herzensangelegenheit für die IHK

„Die beste Integration ist Bildung“, dieser Satz ist maßgeblich für das neue Projekt der IHK Schwaben. Ab dem 1. Dezember 2014 sollen junge Flüchtlinge in die duale Ausbildung integriert werden. Ein Projekt, das bislang keine Erfahrungswerte bietet, aber dennoch eine Herzensangelegenheit ist. „Dieses Projekt bedeutet nicht, dass die IHK Schwaben sich in den Vordergrund drängen will und die Thematik des Einwanderungsbooms neu aufrollen will. Dieses Projekt hat mit Nächstenliebe zu tun, mit Wertschätzung und mit der Ermöglichung von Chancen, die bislang nicht ermöglicht wurden“, weiß Josefine Steiger, zuständig für die Ausbildung bei der IHK Schwaben.

30 Unternehmen stehen auf der Warteliste

Das Projekt „Junge Flüchtlinge in Ausbildung“  kommt bislang gut an. Sowohl bei den jungen Flüchtlingen, als auch bei den Unternehmen. 30 Unternehmer haben sich dazu entschlossen, den Flüchtlingen eine Chance zu geben und haben sich dazu bereit erklärt, ihnen einen Praktikumsplatz zu geben. Doch welche Voraussetzungen muss ein Flüchtling für eine berufliche Integration erfüllen?

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Vom Literaturstudenten zum Kaufmann für Büromanagement

Vikin Gazal ist das Vorzeigebeispiel für das Projekt. Der 22-jährige Syrer kam vor zwei Jahren nach Deutschland. In Syrien musste er sein Studium der Englischen Literaturwissenschaften aufgrund der akuten Kriegszustände abbrechen. Hier in Augsburg stieg er in den Integrationskurs an der Kolping Akademie in Augsburg ein, lernte dort viele Wochenstunden lang Deutsch. Danach legte er eine Prüfung zur Sprachqualifizierung bei den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft in Augsburg ab. Vikin Gazal spricht inzwischen fließend Deutsch, grammatikalisch beinahe einwandfrei und besser, als mancher deutsche Jugendliche. Ab Dezember beginnt er seine Einstiegsqualifizierung bei der IHK Schwaben. Dieses einjährige Programm, begleitet von Praktika, ermöglicht den Flüchtlingen, sich für eine Berufsausbildung zu qualifizieren. Dort können sie herausfinden, welche Beruf sie anstreben möchten und die regionalen Unternehmen kennenlernen.

„Die deutschen Jugendlichen können viel von den Flüchtlingen lernen“

Vikin Gazal hat bereits von der IHK Schwaben eine feste Zusage für einen Ausbildungsplatz im September 2015. Anna Bergmair, Trainee bei der IHK Schwaben, ist seine Betreuerin. Bergmair hält große Stücke auf ihren Schützling und ist von seinem Ehrgeiz begeistert. „Auch ich habe von Viking noch viel lernen können. Die jungen Menschen, die nach Deutschland kommen, haben viel hinter sich, das ist für uns kaum vorstellbar. Und auch gerade deswegen haben sie den Biss, sich hier so durchzukämpfen und die Motivation und den Ehrgeiz, sich hier ein neues Leben aufzubauen. Dabei wollen wir sie – so gut wie möglich – unterstützen“, so Josefine Steiger. „Und auch für die Unternehmen, die es den Flüchtlingen ermöglichen, einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz anzutreten, sind die Flüchtlinge ein Geschenk. Wir alle können von der Herzlichkeit, der Wertschätzung, ihrer dankbaren, höflichen und zuvorkommenden Art lernen“, so Steiger.

IHK stellt Forderungen an die Politik

Doch auch hier muss die Politik einsetzen und unterstützen. Die IHK fordert das 3+2-Modell, also die Sicherheit, dass während der Ausbildung und zwei Jahre nach der Ausbildung keine Abschiebung erfolgt. Denn die betroffenen Flüchtlingen und auszubildenden Unternehmen brauchen Planungssicherheit. Zudem fordert die IHK mehr Berufsschullehrer mit der Qualifikation Deutsch als Fremdsprache. Aktuell können von 1.200 berufsschulpflichtigen Flüchtlingen zwischen 16 und 21 Jahren lediglich 480 an die Berufsschulen gehen – dem Lehrermangel sei Dank. Denn nur mit der zweijährigen Ausbildung in den Berufsschulen können die Flüchtlinge den Ausbildungsweg anstreben.

Pilotprojekt hat Potenzial, die Welt ein bisschen zu verbessern

Das Pilotprojekt zur Integration der Flüchtlinge in das Berufsleben soll aber nicht nur den Flüchtlingen, sondern auch den Betrieben in der Region zugutekommen. Denn sie kämpfen immer mehr mit den negativen Auswirkungen des demografischen Wandels. So ist das Projekt eine gute Möglichkeit, aus der Not eine Tugend zu machen und zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Vielleicht gehören bei der erfolgreichen Umsetzung des Projekts die negativen Vorurteile gegenüber Flüchtlingen und nicht besetzte Ausbildungsstellen bald der Vergangenheit an. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg, der auch von der Politik besonnen beschritten werden muss.

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