Tourismus in Augsburg

Hotel Maximilian's im Interview: „Dieses Szenario wäre Horror für unsere Branche“

Hotel Manager des Maximilian’s, Michael Artner, verrät im Interview, ob die Sommermonate die Umsatzeinbußen auffangen konnten und wie sich der Tourismus in Augsburg verhält.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Überfüllte Flughäfen, Stau auf Autobahnen Richtung Süden und kleine Auswahl bei Last-Minute-Urlauben – der weltweite Tourismus scheint zu boomen. Aber wie geht es Bayerisch-Schwaben?

Michael Artner: Grundsätzlich ist es so, dass wir im Städtetourismus nicht diesem Boom erleben, wie wir es uns eine Zeit lang erhofft haben. Nichtsdestotrotz sind die Monate Juli und August in eine gute Richtung gegangen. Wir durften viele deutsche Touristen begrüßen und hatten vereinzelt auch schon Gäste aus den Niederlanden bei uns im Haus – langsam kommt demnach auch wieder ein bisschen Internationalität zurück. Aktuell beschränken sich die Buchungen noch größtenteils auf die Wochenenden, was sehr für Städtetrips spricht. Allgemein kann ich sagen, dass wir einen eher positiven als negativen Trend verspüren und wieder Licht am Ende des Tunnels sehen.

Erkennen Sie, als Hotel innerhalb einer Großstadt, einen Trend zum Natur-Urlaub?

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Ja, diesen Trend gibt es ganz klar. Ich würde ihn jedoch eher unter dem Namen „beyond“ einordnen. Das bedeutet, dass Reisende nicht mehr immer nur Großstädte wie beispielsweise München, Berlin oder Hamburg besichtigen wollen, sondern auch kleineren Ortschaften eine Chance geben – davon profitieren auch wir in der Stadt Augsburg. Nichtsdestotrotz gehören zu diesem Trend auch Ausflüge ins Grüne, die definitiv zu Zeiten von Corona stark gefragt sind.

Konnten die Sommermonate die Umsatzeinbußen auffangen oder verringern?

Auffangen auf keinen Fall – es wird auch in mehreren Jahren nicht möglich sein, diese Umsatzeinbußen wieder einzuholen. Das Verringern hingegen war über die Sommermonate möglich. Wir haben das Hotel gut positioniert und können auch wieder Umsatz erwirtschaften, was eine Zeit lang überhaupt nicht möglich war.

Welche Erwartungen haben Sie von den Wintermonaten?

Viele Veranstaltungen wurden in die zweite Jahreshälfte verlegt, das ist unter anderem ein Grund, weshalb der Vorbuchungsstand den Umständen entsprechend gut zu bewerten ist. In Gesprächen mit unseren Gästen und Kunden merken wir, dass die Lust zu verreisen groß ist. Wie es jedoch wirklich in den kommenden Monaten weitergeht, hängt von der Politik ab. Die im Vordergrund stehende Frage ist: Werden die kommenden Schwierigkeiten wieder am Rücken der Gastronomie und Hotellerie ausgetragen? Die große Gefahr ist, dass am Ende wieder diejenigen leiden, die bereits einen Kollateralschaden erlitten haben – das ist auch die Angst, die wir natürlich haben.

Wie bewerten Sie es, dass die Politik teilweise die Inzidenz als einzigen Parameter bei der Erstellung neuer Regeln nutzt?

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Das ist eine absolute Katastrophe und ich kann es einfach nicht verstehen. Der Inzidenzwert ist gemeinsam mit dem R-Wert definitiv ein Parameter, den man mit einbeziehen muss. Aber es kann nicht sein, dass das die alleinig ausschlaggebende Konstante ist, die darüber entscheidet, ob ein Land rauf oder runtergefahren wird.

Was wünschen Sie sich von der Politik?

Ich würde mir wünschen, dass die Kommunikation der Politik bedachter geschieht – es muss bewusst sein, dass diese eine Kettenreaktion bei uns Gastronomen auslöst. Wenn die Menschen ermutigt werden, ist alles gut. Wenn jedoch Angst geschürt wird, dann sehen wir das bereits am nächsten Tag in den steigenden Stornierungszahlen. Unsere Branche hat viel Geld in Hygiene- und Corona-Konzepte gesteckt. Wir würden uns mehr Zuspruch und Vertrauen diesbezüglich erhoffen.

Was würde ein neuer Lockdown für Ihr Hotel bedeuten?

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Auch wenn es sicherlich Betriebe gibt, die einen weiteren Lockdown überleben würden, so wäre dieses Szenario ein Horror für unsere Branche. Was ein solcher Lockdown mit sich bringt, das sehen wir teilweise erst jetzt, Monate danach: Wir finden beispielsweise keine Mitarbeiter mehr. Wenn es ab jetzt jedoch bergauf geht, werden wir uns mit der Situation geschätzt noch rund fünf Jahre beschäftigen. Ein weiterer Lockdown würde diese Zeit sicherlich verdoppeln – es würde uns ewig begleiten.

Aktuell gehen wir nicht davon aus, dass es noch einmal dazu kommt. Das Maximilian’s ist guter Dinge und hofft, dass auch für die Politik ein neuer Lockdown keine Lösung ist. Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben und hoffen, dass die Impfquote nach oben geht. In erster Linie ist wichtig, dass auf Dauer die Gefahr geringer wird zu erkranken, dass das Gesundheitssystem nicht mehr überlastet ist und Menschen nicht mehr an dem Virus sterben müssen.

Michael Artner ist im März zum Hotel Manager aufgestiegen. Er ist seitdem an der Seite von Theodor Gandenheimer – dem Managing Director des Maximilian’s – für den gesamten operativen Hotelablauf verantwortlich .

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Michael Artner: Grundsätzlich ist es so, dass wir im Städtetourismus nicht diesem Boom erleben, wie wir es uns eine Zeit lang erhofft haben. Nichtsdestotrotz sind die Monate Juli und August in eine gute Richtung gegangen. Wir durften viele deutsche Touristen begrüßen und hatten vereinzelt auch schon Gäste aus den Niederlanden bei uns im Haus – langsam kommt demnach auch wieder ein bisschen Internationalität zurück. Aktuell beschränken sich die Buchungen noch größtenteils auf die Wochenenden, was sehr für Städtetrips spricht. Allgemein kann ich sagen, dass wir einen eher positiven als negativen Trend verspüren und wieder Licht am Ende des Tunnels sehen.

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Konnten die Sommermonate die Umsatzeinbußen auffangen oder verringern?

Auffangen auf keinen Fall – es wird auch in mehreren Jahren nicht möglich sein, diese Umsatzeinbußen wieder einzuholen. Das Verringern hingegen war über die Sommermonate möglich. Wir haben das Hotel gut positioniert und können auch wieder Umsatz erwirtschaften, was eine Zeit lang überhaupt nicht möglich war.

Welche Erwartungen haben Sie von den Wintermonaten?

Viele Veranstaltungen wurden in die zweite Jahreshälfte verlegt, das ist unter anderem ein Grund, weshalb der Vorbuchungsstand den Umständen entsprechend gut zu bewerten ist. In Gesprächen mit unseren Gästen und Kunden merken wir, dass die Lust zu verreisen groß ist. Wie es jedoch wirklich in den kommenden Monaten weitergeht, hängt von der Politik ab. Die im Vordergrund stehende Frage ist: Werden die kommenden Schwierigkeiten wieder am Rücken der Gastronomie und Hotellerie ausgetragen? Die große Gefahr ist, dass am Ende wieder diejenigen leiden, die bereits einen Kollateralschaden erlitten haben – das ist auch die Angst, die wir natürlich haben.

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Was wünschen Sie sich von der Politik?

Ich würde mir wünschen, dass die Kommunikation der Politik bedachter geschieht – es muss bewusst sein, dass diese eine Kettenreaktion bei uns Gastronomen auslöst. Wenn die Menschen ermutigt werden, ist alles gut. Wenn jedoch Angst geschürt wird, dann sehen wir das bereits am nächsten Tag in den steigenden Stornierungszahlen. Unsere Branche hat viel Geld in Hygiene- und Corona-Konzepte gesteckt. Wir würden uns mehr Zuspruch und Vertrauen diesbezüglich erhoffen.

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Aktuell gehen wir nicht davon aus, dass es noch einmal dazu kommt. Das Maximilian’s ist guter Dinge und hofft, dass auch für die Politik ein neuer Lockdown keine Lösung ist. Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben und hoffen, dass die Impfquote nach oben geht. In erster Linie ist wichtig, dass auf Dauer die Gefahr geringer wird zu erkranken, dass das Gesundheitssystem nicht mehr überlastet ist und Menschen nicht mehr an dem Virus sterben müssen.

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