Keine Alternativen

Hochwassergefahr: Stadt fällt 96 Bäume am Augsburger Herrenbach

Die Stadt beginnt am 29. Mai mit den ersten Baumfällungen. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Am 29. Mai wird mit den ersten Baumfällarbeiten gestartet. Grund dafür ist der Hochwasserschutz. Die Fällaktion der Stadt stößt allerdings auf großen Protest.

Im ersten Schritt werden 34 Bäume zwischen Friedberger- und Reichenberger Straße gefällt. Die Fällarbeiten werden gemeinsam vom Tiefbauamt und dem Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen durchgeführt und dauern voraussichtlich eine Woche. Im Herbst wird die Fällaktion mit weiteren 44 Bäumen sowie im Herbst 2019 mit nochmals 18 Bäumen fortgesetzt werden.

Alternativen wurden geprüft

Als Ersatz für die insgesamt 96 zu fällenden Bäume will die Stadt 357 neue Bäume pflanzen – ein Teil davon in der näheren Umgebung. „Die von meinen Fachbehörden und mir in den zurückliegenden Monaten eingebrachten Alternativen sind eingehend geprüft worden. Diese Baumfällaktion, die uns allen nicht gefällt, ist eine Frage der Verantwortung für die Menschen, die in diesem Stadtteil leben. Das Vorgehen ist daher in der gesamten Stadtspitze abgestimmt“, so Umweltreferent Reiner Erben.

Die Baumfällungen stoßen auf reichlich Protest. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Überflutungsgefahr durch umstürzende Bäume

Die Fällarbeiten seien erforderlich, weil sich der Baumaufwuchs auf dem Damm direkt am Gewässer befindet. Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth sehe die Gefahr eines sturmbedingten Baumsturzes. Denn im Sturmfall könnte der Wurzelteller eines Baumes ein klaffendes Loch in die Uferwandung reißen. Dies hätte zur Folge, dass sich das im Oberlauf befindliche Wasser von etwa 30.000 Kubikmetern in das dahinterliegende Wohngebiet im Herrenbach oder in die Kleingartenanlage ergießen würde. Da umstürzende Bäume aufgrund der Hochlage des Gewässerbauwerkes zu einem Bruch der Uferwand führen können, sei eine schnellstmögliche Fällung nicht zu vermeiden, wie die Stadt betont.

Alternative Szenarien sind nicht krisentauglich

Die Stadt Augsburg bedauere, dass die ursprüngliche Planung, die Bäume erst zu den Herbstablässen zu fällen, nicht eingehalten werden konnte. Denn bis dahin war vorgesehen, bei Strurmwetterlagen über ein Krisenmanagement einen Wasserablass zu organisieren. Bei einem Testfall am Pfingstwochenende habe sich aber gezeigt, dass eine Sturmwarnung der Gewässerablass nur mit einer zeitlichen Verzögerung erfolgen kann. Im Notfall wäre die Zeit zu knapp, um zu verhindern, dass gefährlich großen Wassermengen ausfließen, teilt die Stadt mit. Um dennoch nicht im Frühjahr fällen zu müssen, hat die Stadt mit dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz und dem technischen Hilfswerk verschiedene Notfallszenarien bis zu den geplanten Fällungen während der Herbstablässe durchgespielt.

Zeitnahe Fällung erforderlich

Zu diesem Zweck errichtete die Stadt auch eine temporäre Hochwasserschutzwand und mobile Absperrsysteme. Daraus ergebe sich, dass die Bäume, die unmittelbar auf der Uferwand des Herrenbachs stehen, zeitnah entfernt werden müssen. Bei der Höheren Naturschutzbehörde wurde eine naturschutzrechtliche Befreiung beantragt. Sobald diese vorliegt, wird mit den Arbeiten gestartet. Der Herrenbach wurde bereits  teilweise trockengelegt. Auf der Brücke Heinestraße kommt es aufgrund des Abtransportes der gefällten Bäume tagsüber zu Behinderungen. Die Heinestraße bleibt aber jederzeit befahrbar.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Keine Alternativen

Hochwassergefahr: Stadt fällt 96 Bäume am Augsburger Herrenbach

Die Stadt beginnt am 29. Mai mit den ersten Baumfällungen. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Am 29. Mai wird mit den ersten Baumfällarbeiten gestartet. Grund dafür ist der Hochwasserschutz. Die Fällaktion der Stadt stößt allerdings auf großen Protest.

Im ersten Schritt werden 34 Bäume zwischen Friedberger- und Reichenberger Straße gefällt. Die Fällarbeiten werden gemeinsam vom Tiefbauamt und dem Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen durchgeführt und dauern voraussichtlich eine Woche. Im Herbst wird die Fällaktion mit weiteren 44 Bäumen sowie im Herbst 2019 mit nochmals 18 Bäumen fortgesetzt werden.

Alternativen wurden geprüft

Als Ersatz für die insgesamt 96 zu fällenden Bäume will die Stadt 357 neue Bäume pflanzen – ein Teil davon in der näheren Umgebung. „Die von meinen Fachbehörden und mir in den zurückliegenden Monaten eingebrachten Alternativen sind eingehend geprüft worden. Diese Baumfällaktion, die uns allen nicht gefällt, ist eine Frage der Verantwortung für die Menschen, die in diesem Stadtteil leben. Das Vorgehen ist daher in der gesamten Stadtspitze abgestimmt“, so Umweltreferent Reiner Erben.

Die Baumfällungen stoßen auf reichlich Protest. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Überflutungsgefahr durch umstürzende Bäume

Die Fällarbeiten seien erforderlich, weil sich der Baumaufwuchs auf dem Damm direkt am Gewässer befindet. Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth sehe die Gefahr eines sturmbedingten Baumsturzes. Denn im Sturmfall könnte der Wurzelteller eines Baumes ein klaffendes Loch in die Uferwandung reißen. Dies hätte zur Folge, dass sich das im Oberlauf befindliche Wasser von etwa 30.000 Kubikmetern in das dahinterliegende Wohngebiet im Herrenbach oder in die Kleingartenanlage ergießen würde. Da umstürzende Bäume aufgrund der Hochlage des Gewässerbauwerkes zu einem Bruch der Uferwand führen können, sei eine schnellstmögliche Fällung nicht zu vermeiden, wie die Stadt betont.

Alternative Szenarien sind nicht krisentauglich

Die Stadt Augsburg bedauere, dass die ursprüngliche Planung, die Bäume erst zu den Herbstablässen zu fällen, nicht eingehalten werden konnte. Denn bis dahin war vorgesehen, bei Strurmwetterlagen über ein Krisenmanagement einen Wasserablass zu organisieren. Bei einem Testfall am Pfingstwochenende habe sich aber gezeigt, dass eine Sturmwarnung der Gewässerablass nur mit einer zeitlichen Verzögerung erfolgen kann. Im Notfall wäre die Zeit zu knapp, um zu verhindern, dass gefährlich großen Wassermengen ausfließen, teilt die Stadt mit. Um dennoch nicht im Frühjahr fällen zu müssen, hat die Stadt mit dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz und dem technischen Hilfswerk verschiedene Notfallszenarien bis zu den geplanten Fällungen während der Herbstablässe durchgespielt.

Zeitnahe Fällung erforderlich

Zu diesem Zweck errichtete die Stadt auch eine temporäre Hochwasserschutzwand und mobile Absperrsysteme. Daraus ergebe sich, dass die Bäume, die unmittelbar auf der Uferwand des Herrenbachs stehen, zeitnah entfernt werden müssen. Bei der Höheren Naturschutzbehörde wurde eine naturschutzrechtliche Befreiung beantragt. Sobald diese vorliegt, wird mit den Arbeiten gestartet. Der Herrenbach wurde bereits  teilweise trockengelegt. Auf der Brücke Heinestraße kommt es aufgrund des Abtransportes der gefällten Bäume tagsüber zu Behinderungen. Die Heinestraße bleibt aber jederzeit befahrbar.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben