B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

 / 
B4B Nachrichten  / 
Augsburg  / 
Hitze, Trockenheit, Krisen: Das macht schwäbischen Landwirten zu schaffen
Anzeige

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform
Bayerischer Bauernverband (BBV)

Hitze, Trockenheit, Krisen: Das macht schwäbischen Landwirten zu schaffen

 Symbolbild. Foto: B4B SCHWABEN

Anhaltende Trockenheit und Hitze sind nicht die einzigen Herausforderungen, vor der die bayerisch-schwäbische Landwirtschaft derzeit steht. Zahlreiche politische und wirtschaftliche Krisen belasten den Markt für hochwertige Lebensmittel. Markus Müller vom Bayerischen Bauernverband (BBV) sprach mit B4B SCHWABEN darüber, was die Landwirte neben dem Rekordsommer sonst noch ins Schwitzen bringt.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Was Schüler und Urlauber freut, macht den Landwirten zunehmend zu schaffen: Der Sommer 2015 ist einer der heißesten und trockensten seit Wetteraufzeichnungen. Für die heimischen Landwirte kommt alles zusammen: Zusätzlich zum wetterbedingten Ernteausfall gefährden viele politische und wirtschaftliche Entwicklungen ihre Existenz.

Lage für viele Landwirte in Schwaben kritisch

So erschweren das Russlandembargo und die Wirtschaftskrise in China  den Export hochwertiger Lebensmittel aus Schwaben. Gleichzeitig beklagt Markus Müller vom Bayerischen Bauernverband (BBV) das Preisdumping und die viel zu hohe Marktkonzentration des Lebensmitteleinzelhandels. Beides sorgt für zu niedrige Preise von Schweinefleisch, Milchprodukten, Obst und Gemüse. Aufgrund der Trockenheit kommt es zudem vermehrt zu Mindererträge und Ausfällen. Liquiditätsengpässe sind die Folge. Viele Landwirte sehen ihre Existenz bedroht.

So sieht die Situation bisher in Schwaben aus

Bis einschließlich Juni 2015 war bayrisch Schwaben sehr gut mit Wasser versorgt. Im Juli begann dann auch in Schwaben eine Trockenperiode. Sowohl beim Getreide als auch beim Raps ist Schwaben mit einem „blauen Auge" davongekommen: Markus Müller vom BBV schätzt, dass rund 90 Prozent der durchschnittlichen Erträge erzielt werden konnten, regionale Schwankungen vorbehalten. Große Schäden zeichnen sich derzeit beim Mais, bei der Zuckerrübe und auch bei den Kartoffeln ab. Diese Pflanzen können sich nicht mit Wasser aus tieferen Erdschichten versorgen. „Besonders betroffen sind Gebiete mit ‚leichten‘ Böden, wie beispielsweise das Lechfeld. Allerdings sind mittlerweile auch ‚bessere‘ Standorte betroffen“, erklärt Müller.

Wie reagieren die Landwirte auf die Trockenheit?

„Die weit überwiegende Anzahl unserer Landwirte hat nicht die Möglichkeit, die Pflanzen ausreichend zu bewässern. Technische Einrichtungen fehlen, zudem waren solche Trockenjahre bisher nur die seltene Ausnahme. Daher müssen wir weiterhin auf Regen hoffen“, ergänzt Müller. Die meisten Landwirte können nur wenig gegen die direkten Auswirkungen der Trockenheit tun. Daher wenden sie sich mit ihrer Bitte um Unterstützung an die Politik.

Gelockerte Greening-Gesetze in wetterbedingten Extremfällen erforderlich

„Wir brauchen Lockerungen beim sogenannten Greening“, erklärt Markus Müller. Nach dem Gesetz müssen die Landwirte mindestens 5 Prozent ihrer Agrarflächen nutzen, um die Umwelt nachhaltig zu schützen. „Wenn die Gesetze gelockert wären, könnten die Landwirte in solch schwierigen Zeiten sowohl Futterknappheit und betrieblicher Härten wenigstens zum Teil begegnen“, erläutert Müller.

Anzeige

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Schnelle Liquiditätshilfen würden Abhilfe verschaffen

„Die finanzielle Situation ist bei immer mehr Betrieben angespannt. Diese gilt es unbedingt mit einfachen, unbürokratischen, wirksamen Liquiditätshilfen zu unterstützen“, so Müller weiter. Zukünftig könnte den Landwirten auch eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage, die in guten Zeiten gebildet und in schlechten aufgelöst werden kann, helfen. Auch eine schnellere Auszahlung der Betriebsprämie würde oftmals helfen. Landwirte erhalten diese Prämie für die Einhaltung höherer Umwelt- und Sozialstandards.

Schwäbische Landwirte erwarten teilweise hohe Verluste

„Ziel muss es sein, dass Landwirte auf Herausforderungen flexibler reagieren können. Der eine muss Futter für seine Tiere zukaufen, der andere hat Liquiditätssorgen, der nächste muss auf wichtige betriebliche Investitionen verzichten“, erklärt Markus Müller vom BBV die derzeit schwierige Situation der Landwirte. Wie hoch die Verluste in Schwaben in der Landwirtschaft sein werden, lässt sich derzeit noch nicht mit Sicherheit sagen. Diese sind auch regional unterschiedlich. Bei der Getreideernte werden durchschnittlich 90 Prozent der Vorjahresmenge erreicht. Härter treffen wird es Landwirte, die Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln anbauen: Mancherorts werden Verluste von 50 bis 70 Prozent erwartet. „Wir hoffen auf Regen. Konkrete Verluste können erst nach der Ernte beziffert werden. Wenn es weiterhin nicht regnet, verschärft sich die Situation noch. Das hoffen wir nicht“, so Markus Müller.

Artikel zum gleichen Thema