Interview

Heaters: „Der Markt für Masken ist inzwischen gesättigt“

Das Modelabel Heaters produziert seit dem Corona-Lockdown Mund- und Nasenschutz statt einer geplanten Modekollektion. Im Interview hat Mitgründer Burak verraten, wie stark die Maskenproduktion mit der sinkenden Nachfrage gesunken ist und wie das Unternehmen sich über Wasser hält.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Burak, du bist Mitgründer von Heaters. Ihr habt die Produktion auf die Herstellung von Masken umgestellt. Wie sieht der Alltag inzwischen aus?

Burak: Da wir mit verschiedenen Produktionsstätten aus dem EU-Ausland zusammenarbeiten, kann man nicht so ganz von einer eigenen Produktion sprechen. Aber grundsätzlich ist es richtig. Tatsächlich hat für kurze Zeit besonders im Balkan eine Umstellung auf die Produktion von Masken stattgefunden. Inzwischen kehren diese Firmen wieder zu ihrem eigentlichen Kerngeschäft zurück, da der Markt für Masken absolut gesättigt ist. Wir verkaufen aber weiterhin Masken. Der Menschheit scheint langsam klar zu werden, dass das Thema noch lange nicht durch ist. Wir bekommen täglich viele neue Anfragen, ich beantworte E-Mails, schicke Angebote raus und gebe die einzelnen Produktionslinien frei. So sieht ein Teil meines Alltags aus. Wir machen ja nicht nur Masken, deshalb ist es nicht ganz so monoton. 

Masken- und Desinfektionsmittelproduzenten gelten als die Gewinner der Krise. Wie hart hat Corona dein Unternehmen tatsächlich getroffen?

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Wir waren sehr früh am Start, haben finanziell sicher gut davon profitiert und haben uns gleichzeitig strategisch gut aufgestellt. Wir sind sichtbar und haben eine gute Supply Chain. Ich bin froh, dass es sich bei den Masken um keine Eintagsfliege handelte. Heaters als Brand hat die aktuelle Situation jedoch schon getroffen, da wir für dieses Jahr sehr viele tolle Sachen geplant hatten. Uns wurde bereits Mitte Februar klar, dass das Jahr 2020 nicht normal verlaufen wird. So konnten wir uns zwar auf andere Projekte fokussieren, aber trotzdem stimmt mich die Situation traurig.

Ist die Nachfrage nach Mund- und Nasenschutz noch immer so groß wie zu Zeiten des Lockdown?

Wie bereits erwähnt, ist der Markt inzwischen gesättigt. Die Nachfrage ist bei uns jedoch weiterhin da. Das hängt sicherlich mit unserer Sichtbarkeit zusammen, da wir von Google sehr gut gerankt werden. Während wir zu Beginn Firmen aus unserem Umfeld bedient haben, kommen inzwischen auch Anfragen außerhalb unseres Umfeldes auf.

Was würde für dich eine Abschaffung der Maskenpflicht bedeuten?

Das würde ja bedeuten, dass wir das Virus endlich besiegt hätten. Ich würde als erstes vor Freude bis 06:00 Uhr morgens in den Clubs feiern. 

Wie viele Masken produziert ihr aktuell im Vergleich zur Anfangsphase?

Zu Beginn haben wir 10.000 Stück am Tag produziert, obwohl wir locker auch 50.000 Masken hätten produzieren können – die Nachfrage war enorm. Auch die Kapazitäten waren da. Leider haben Google und Facebook ihre Gatkeeping-Funktion sehr ernst genommen – völlig absurd eigentlich. Seit Ende Mai liegt unsere Kapazität bei 2.000 Stück am Tag. 

Wie läuft das „normale“ Tagesgeschäft weiter? 

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Wir arbeiten wieder an einer neuen Kollektion sowie an einem neuen Geschäftsfeld. Das ist das, was mir persönlich mit am meisten Spaß macht und worauf ich mich sehr freue. Ansonsten bin ich, so wie schon vor Corona, sehr umtriebig. Meine beiden Geschäftspartner Josua und Jonathan sind mit ihrem eigentlichen Business als Geschäftsführer von I*AM ebenfalls voll ausgelastet.

Wenn irgendwann jeder Bürger mit Masken ausgestattet ist. Wie geht es dann mit Heaters weiter?

Dann kann ich meine freigeworden Zeit beispielsweise wieder für die Konzeption und Durchführung von Events hernehmen. Sobald die Nachfrage nach Masken gegen Null geht, wird die Nachfrage für unsere Eventreihen STAY GOLD und LE HEAT steigen. Es gibt also immer etwas für uns zu tun.

Kommen eure Abnehmer nur aus Deutschland oder habt ihr auch Teile der Masken exportiert?

Tatsächlich kamen keine Anfragen außerhalb von Deutschland und Österreich. Unser Fokus lag aber auch nur auf Deutschland, denn das Thema war überall negativ aufgeladen.

War Deutschland bei der Beschaffung der nötigen Hygienemaßnahmen anderen Ländern voraus?

Das kann ich so nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass wir mit Heaters Masken produziert und vertrieben haben, als unser Gesundheitsminister noch behauptete, dass Masken nichts bringen. 

Gibt es schon weitere Geschäftsideen? 

Wir sind mit Heaters noch immer ein Startup und somit relativ frei und flexibel in unserem Handeln. Wir haben einige Projekte und Themen im Blick, die wir zeitnah umsetzen möchten.

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Burak: Da wir mit verschiedenen Produktionsstätten aus dem EU-Ausland zusammenarbeiten, kann man nicht so ganz von einer eigenen Produktion sprechen. Aber grundsätzlich ist es richtig. Tatsächlich hat für kurze Zeit besonders im Balkan eine Umstellung auf die Produktion von Masken stattgefunden. Inzwischen kehren diese Firmen wieder zu ihrem eigentlichen Kerngeschäft zurück, da der Markt für Masken absolut gesättigt ist. Wir verkaufen aber weiterhin Masken. Der Menschheit scheint langsam klar zu werden, dass das Thema noch lange nicht durch ist. Wir bekommen täglich viele neue Anfragen, ich beantworte E-Mails, schicke Angebote raus und gebe die einzelnen Produktionslinien frei. So sieht ein Teil meines Alltags aus. Wir machen ja nicht nur Masken, deshalb ist es nicht ganz so monoton. 

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Ist die Nachfrage nach Mund- und Nasenschutz noch immer so groß wie zu Zeiten des Lockdown?

Wie bereits erwähnt, ist der Markt inzwischen gesättigt. Die Nachfrage ist bei uns jedoch weiterhin da. Das hängt sicherlich mit unserer Sichtbarkeit zusammen, da wir von Google sehr gut gerankt werden. Während wir zu Beginn Firmen aus unserem Umfeld bedient haben, kommen inzwischen auch Anfragen außerhalb unseres Umfeldes auf.

Was würde für dich eine Abschaffung der Maskenpflicht bedeuten?

Das würde ja bedeuten, dass wir das Virus endlich besiegt hätten. Ich würde als erstes vor Freude bis 06:00 Uhr morgens in den Clubs feiern. 

Wie viele Masken produziert ihr aktuell im Vergleich zur Anfangsphase?

Zu Beginn haben wir 10.000 Stück am Tag produziert, obwohl wir locker auch 50.000 Masken hätten produzieren können – die Nachfrage war enorm. Auch die Kapazitäten waren da. Leider haben Google und Facebook ihre Gatkeeping-Funktion sehr ernst genommen – völlig absurd eigentlich. Seit Ende Mai liegt unsere Kapazität bei 2.000 Stück am Tag. 

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Dann kann ich meine freigeworden Zeit beispielsweise wieder für die Konzeption und Durchführung von Events hernehmen. Sobald die Nachfrage nach Masken gegen Null geht, wird die Nachfrage für unsere Eventreihen STAY GOLD und LE HEAT steigen. Es gibt also immer etwas für uns zu tun.

Kommen eure Abnehmer nur aus Deutschland oder habt ihr auch Teile der Masken exportiert?

Tatsächlich kamen keine Anfragen außerhalb von Deutschland und Österreich. Unser Fokus lag aber auch nur auf Deutschland, denn das Thema war überall negativ aufgeladen.

War Deutschland bei der Beschaffung der nötigen Hygienemaßnahmen anderen Ländern voraus?

Das kann ich so nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass wir mit Heaters Masken produziert und vertrieben haben, als unser Gesundheitsminister noch behauptete, dass Masken nichts bringen. 

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